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Ein Notfallplan, der keiner ist…

„Mir fehlen die Worte“, sagt Lars Wieg, Vorsitzender der DFeuG Berlin-Brandenburg.

„Wenn das die Antwort der Verantwortlichen auf die katastrophale Situation im Rettungsdienst ist, dann wird das ein spannender Sommer“.

Das ist keine angemessene Reaktion auf die derzeitigen Probleme, die Mitarbeitenden haben mehr erwartet.

Die vermeintliche Indienstnahme von 5 zusätzlichen Rettungswagen (RTW) durch Hilfsorganisationen (HIO) ist eine Mogelpackung. Schon jetzt sind jene nicht in der Lage, ihr bisheriges Angebot zuverlässig zu decken. Ständig sind einige der Fahrzeuge der HIO aus Personal-mangel nicht im Dienst. Allein heute sind 5 RTW. Nur Hardware löst das Problem nicht. Es braucht 3 Jahre, um zum Notfallsanitäter (NOTSAN) ausgebildet zu sein. Man scheint diesen Umstand permanente zu leugnen und verzichtet weiterhin auf die vorhandene Ressource des Rettungssanitäters. Der Ausbildungsgrad ist deutlich niedriger, aber durchaus ausreichend, um niedrig priorisierte und leichte Fälle zu beurteilen und zu versorgen.

Abstimmung einer Kampagne mit der KV

„Bereits mit Beginn der Taskforce im Oktober 2021 war klar, dass Gespräche geführt wer-den mussten und sollten. Passiert ist aber nichts“, so Lars Wieg und setzt fort „Von der Behördenleitung wurde lediglich auf die gute Zusammenarbeit mit der KV verwiesen und ein Handlungsbedarf nicht erkannt“.

Eine Notrufkampagne, wie durch die Senatorin geplant, gab es im letzten Jahr. Der damalige Senator Geisel konnte sich augenscheinlich auch nicht mit dem zahnlosen Versuch der Aufklärung identifizieren, sodass er dem Start der Kampagne fernblieb. Es muss klarer kommuniziert werden. Eine weitere Werbeveranstaltung, die eher wie eine Nachwuchsgewinnung aussieht, brauchen wir an dieser Stelle nicht.

Prüfung der Einsatzmittelverfügbarkeit

Seit Monaten wird eine Anpassung der Ablösezeiten gefordert. Aktuell löst jede Dienststelle zur gleichen Zeit ab. Das sorgt naturgemäß für größere Löcher zu diesen Zeiten. Es wurde ein Probebetrieb mit einem strategischen Versatz der Ablösung um 30min durchgeführt. „Ein voller Erfolg, auch aus Sicht der Behörde. Und doch warten wir seit vielen Wochen auf eine Umsetzung. Die Verfahrensdauer ist an vielen Stellen ein Alptraum“, so Wieg.

Auch die Einführung bzw. das Angebot anderer Dienstplanmodelle, ist eine seit letztem Jahr vorliegende Forderung. Es hat über ein halbes Jahr gedauert, um hier wenigstens ein Interessenbekundungsverfahren zu initiieren. Wir sind auf weitere Ergebnisse gespannt.

„Überlegungen, die Reinigungszeiten zu verkürzen, um die Verfügbarkeit von RTW zu erhöhen ist ein Witz. Nicht nur, dass es suggeriert, die Kolleginnen und Kollegen sollen einfach schneller machen, stelle ich mir die Frage, ob wir nun Hygienestandards inmitten einer Pandemie abschaffen wollen. Aber dann soll man es offen sagen, wenn man nach 24 Einsätzen in 24 Stunden Rettungsmittel akzeptiert, die wie ein Bahnhofsklo aussehen“, ärgert sich Lars Wieg als Gewerkschafter und selbst Rettungsdienstler.

Personal aus der Verwaltung?

Um im Einsatzdienst tätig sein zu können, bedarf es einer Rezertifizierung der Fähigkeiten und einer ständigen Qualifikation. „Auch das haben wir im Zuge der Taskforce besprochen und vor dem Hintergrund der fehlenden Machbarkeit verworfen. Daher scheint der erneute Vorschlag befremdlich. Das ist nicht so kurzfristig umsetzbar, wie man es der Senatorin versprochen hat“, sagt Wieg.

„Den Stellenaufwuchs der letzten Jahre als eine Lösung für die jetzige Krise zu präsentieren, ist Augenwischerei. Die Besetzung der freien Stellen wird erst in einigen Jahren, wenn überhaupt, abgeschlossen sein. Man scheint blind vor aktuellen Abgängen, Pensionierungen und der Tatsache, dass auch 2026 viele Rettungsassistenten, dem Vorläufer des Notfallsanitäters, ihre Qualifikation aufgrund einer Neuordnung der Ausbildung und dem Ablauf der Übergangsfrist, verlieren.“, so Wieg.

Eine Entlastung für die Mitarbeitenden im Einsatzdienst wird damit nicht erreicht, darüber haben wir auch nichts lesen können, scheint augenscheinlich in die zweite Reihe gerückt zu sein. Die seit Monaten stattfindende Überlastung der Beschäftigten ist dennoch einer der Gründe für die aktuelle Situation. Die ständigen 120% fordern ihren Tribut in Krankheit und Ausfall.

Das Einführen von Regenerationszeiten ist nicht vorgesehen, beklagt Lars Wieg, oft bleibt den Kollegen keine Zeit zum Essen und für die einfachsten menschlichsten Bedürfnisse. Das muss ein Ende finden.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

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