Bundesvorstand

Siegfried Maier

Feuerwehr München

1. Bundesvorsitzender

Daniel Dahlke

Feuerwehr Hamburg

stellv. Bundesvorsitzender

Lars Wieg

Feuerwehr Berlin

Fach-Ressorleiter Tarif /
stellv. Bundesvorsitzender

Steffen Demuth

Feuerwehr München

Schriftführer

Bernhard Antl

Feuerwehr Regensburg

Fach-Ressortleiter Recht / Datenschutzkoordinator

Tobias Thiele

Feuerwehr Wiesbaden

Pressesprecher

Udo Bingemann

Bundeswehrfeuerwehr

Kommissarischer Schatzmeister

Andreas Kacsur

Feuerwehr Mühlhausen

Fach-Ressortleiter Arbeitsgruppen

Chronik

Seit Ende der 90er entwickelte sich eine starke Unzufriedenheit bei den Feuerwehrleuten. Die Gründe waren zahlreich: Beförderungsstopp, Gehaltskürzungen, mehr Arbeit ohne entsprechende Entlohnung und vieles mehr. Die Einsatzkräfte fühlten sich nicht adäquat vertreten. Die etablierten Gewerkschaften berücksichtigten die Feuerwehrleute nicht ausreichend, ihre Interessen und die Besonderheiten der Berufsgruppen gingen bei Verhandlungen unter. Der Fürsprecher für die Feuerwehr fehlte. Deswegen begannen Feuerwehrleute sich ab 2003 unter anderem in Oberhausen, Hemer, Mühlheim, Wuppertal und Solingen zu organisieren. Noch unabhängig voneinander – bis vier Kollegen diese Initiativen bündelten.

Grundsteinlegung für die DFeuG: Am 26. Oktober 2008 wird die Interessenvertretung der Feuerwehr (IdFw) in Solingen gegründet. Die erste Bewährungsprobe für die junge Interessenvertretung: AZVO Feu Umsetzung von 54 auf 48 Stunden. Die IdFw ist beteiligt an der Beratung der Politik, Personalräte und der Kollegen*innen. Während die Kommunen Druck auf die Feuerwehrleute machen, erarbeitet die IdFw gemeinsam mit der Politik individuelle Übergangslösungen und erwirkt die Einstellung von mehr Einsatzkräften. IdFw ist ein Erfolgsprojekt: 2008 und 2009 folgen Landesgruppen in Rheinland- Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Baden-Württemberg. Ein Bundesvorstand wird gegründet, in vier Städten schafft es die IdFw in den Personalrat.

Mai 2011: Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) wird gegründet. Weitere Landesgruppen folgten.
2018 verschmelzen der in Hamburg gegründete Berufsverband Feuerwehr und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. In der Hansestadt hatten sich 13 Beamte aus dem mittleren und gehobenen Dienst zusammengetan, um Missstände bei der Feuerwehr Hamburg anzugehen. Durch die Zusammenarbeit mit der DFeuG wird der Weg zur größten Interessenvertretung der hauptamtlichen Feuerwehrleute in Deutschland geebnet. Mittlerweile ist die DFeuG in 14 Bundesländern vertreten.

Aufgrund der vielschichtigen Tätigkeitsfelder, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen von Berufs- und Werkfeuerwehren tätig sind, wächst auch der Aufgabenbereich, den die DFeuG für und mit ihren Mitgliedern betreut. Seit kurzem zählen hier auch die Bereiche des Rettungsdienstes, sowie der Brand- und Katastrophenschutz zu, worunter auch die vielen hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte der Freiwilligen Feuerwehren zählen. Nicht zu vergessen: die ca. 2.500 Leitstellendisponenten in den Rettungsleitstellen deutschlandweit.

NewsArchiv

Hilfe für die Feuerwehren in der Ukraine

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht unvermindert weiter.

Leider sind auch weiterhin die Kolleginnen und Kollegen, die Kameradinnen und Kameraden der ukrainischen Feuerwehren, Rettungsdienste und des Katastrophenschutzes Ziele der Angriffe. Sie versuchen unter Einsatz ihres Lebens, die Hilfe für die notleidende Bevölkerung in den betroffenen Landesteilen der Ukraine, ins Land zu schaffen.

Auf Initiative des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg wurde im Auftrag des Deutschen Feuerwehrverbandes die Feuerwehr-Hilfsbrücke Ukraine gestartet. Bisher wurden bereits über 50 Fahrzeuge und viele Hundert Paletten an Hilfsgütern zur Verfügung gestellt. Auch die wenigen Restbestände der Fluthilfe der DFeuG wurden an diese Aktion überstellt und werden dem staatlichen polnischen Katastrophenschutz zur Linderung der Not der Geflüchteten eine Hilfe sein.

Im Oktober, genauer vom 21. bis zum 23.10.2022, steht der nächste Hilfskonvoi an. Hierfür werden von den Organisatoren gerne noch gebrauchte Ausrüstungsgegenstände, PSA und Fahrzeugspenden angenommen. Auch werden weiter Geldspenden benötigt. Wir stellen gerne den Kontakt zu den Organisatoren her, weitere Informationen finden sich unter:

sowie in den angehängten Flyern der Aktion. Geldspenden bitte direkt an unseren Partner:

SPENDENKONTO
Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.
Deutsche Kreditbank AG
IBAN: DE87 1203 0000 1020 1084 76
Verwendungszweck: Spende Feuerwehr Ukraine Hilfe


Kontakt der DFeuG, Robert Pohl
Vorsitzender Regionalverband Küste
DFeuG Landesverbandsvorsitzender Schleswig-Holstein

Bestands-Wohnwagen im Angebot

Wer gerade einen Wohnwagen sucht, kann im Norden Deutschlands von 1.000 € CASH-BACK profitieren.
Für Bestands-Wohnwagen in einem Aktionszeitraum vom 01.10.2022 bis 30.11.2022
Ruft dort bei Interesse einfach an und sagt, dass ihr euch als DFeuG Mitglied erkundigt.


Hauptstraße 78, 25497 Prisdorf
Telefon: 04101/3981990
E-Mail: info@heruth-reisemobile.de
www.heruth-reisemobile.de

Ergebnis der Rettungsdienstumfrage in NRW

Die Ergebnisse der Rettungsdienstumfrage liegen vor und stehen hier als Druckversion (PDF) zum Download bereit.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern*innen der Umfrage, außerdem geht ein besonderer Dank an Dominic Philipp von der AG Rettungsdienst NRW.

Der Vorstand NRW

Start AG Werkfeuerwehr

Arbeitsgruppe Werkfeuerwehr nimmt die Arbeit auf

Am 12.09.2022 trafen sich in Solingen mehrere Werkfeuerwehrleute aus dem gesamten Bundesgebiet zur Gründung der Arbeitsgruppe Werkfeuerwehr. Für unsere DFeuG ist das ein Meilenstein, so der Bundesvorsitzende der DFeuG Siegfried Maier, neben den bereits bestehenden Arbeitsgruppen, haben wir nun auch einen direkten Draht zur Basis bei den Werkfeuerwehren. Damit die Mitglieder der DFeuG, die bei einer Werkfeuerwehr arbeiten, jetzt auch einen Ansprechpartner für Ihre Belange und Probleme haben.
In diesem ersten Zusammentreffen wurde aus den Reihen der Anwesenden der Leiter der AG-Werkfeuerwehr Patrick Boos (Werkfeuerwehr Merck KGaA Darmstadt) und der Stellvertreter Carsten Sonnenschein (Werkfeuerwehr Outokumpu Krefeld) ernannt.

Die Arbeitsgruppe hat erste Themen erarbeitet, die vielen Werkfeuerwehrleuten unter den Nägeln brennen.
  • Rente mit 67, muss das sein?
  • Keine G 26.3 mehr, was jetzt?
  • Einhaltung der Arbeitszeit und volle Bezahlung der Arbeitszeit
  • Werkfeuerwehr attraktiver machen

Nun wird sich die Arbeitsgruppe mit diesen Themen auseinandersetzten, um Möglichkeiten und Lösungen zu finden, um diese auch den anderen Gewerkschaften, die bei den Werkfeuerwehren vertreten sind, nah zu bringen. Die DFeuG hat als Fachgewerkschaft die Belange der Werkfeuerwehrleute besser im Blick. Nach unserem Motto: „Immer an der Basis“

Verstärkung gesucht!

Da noch nicht alle Landesverbände in der AG vertreten sind, seid Ihr gefragt. Wir freuen uns auf Eure Unterstützung. Wenn Ihr neugierig geworden seid, dann schreibt uns gerne über folgende Mailadresse.

info-ag-werkfeuerwehr@dfeug.de

Visp
René Hill
Öffentlichkeitsarbeit AG Werkfeuerwehr

Strategiepapier Rettungsdienst

Im Hinblick auf den Rettungsdienst und den steigenden Einsatzzahlen in unserer Rettungsleitstelle ¬warnen wir seit Monaten vor dem Kollaps und der Überlastung unserer Kolleginnen und Kollegen.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft hat auf Bundesebene die Kampagne „RETTET DEN RETTUNGSDIENST“ gestartet, um bundesweit das Problem in den Fokus zu rücken.

In Hamburg wurde diese Kampagne genutzt, um ein entsprechendes Strategiepapier zu entwerfen.

Dort sind neben Ursachen für die zu hohe Belastung des Rettungsdienstes allgemein, aber auch für die Belastung der einzelnen Kolleginnen und Kollegen Lösungsvorschläge erarbeitet worden. Einige sind kurzfristig umzusetzen, andere benötigen Zeit und Absprachen mit anderen Ämtern & Behörden.

Am 12.09.2022 fand ein Treffen zu diesem Thema zwischen Vertretern der DFeuG Hamburg, sowie Innensenator Andy Grote und Staatsrat Krösser statt, in dem das Strukturpapier übergeben und erste Themen angesprochen wurden.


Visp
Landesverbandsvorstand Hamburg

Hauptamtliche Wachabteilung für Itzehoe

Die Feuerwehr der Stadt Itzehoe soll eine hauptamtliche Wachabteilung einrichten

Die Fraktion der SPD im Hauptausschuss der Stadt Itzehoe hat bei den Beratungen zur Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes für die Feuerwehr Itzehoe den Antrag gestellt, eine hauptamtliche Wachabteilung bei der Feuerwehr einzurichten.

Diesem Antrag haben sich die Fraktionen der Grünen und der FDP angeschlossen und der Antrag wurde im Hauptausschuss beschlossen und an die Verwaltung und die Ratsversammlung überstellt.

Aus Sicht der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft ist eine hauptamtliche Wachabteilung die einzige rechtssichere Möglichkeit zur Beschäftigung von Einsatzkräften bei öffentlichen Feuerwehren unterhalb der Berufsfeuerwehr. Wie auch in Itzehoe werden bei vielen Feuerwehren in Schleswig-Holstein hauptamtliche Gerätewarte beschäftigt.

Diese sind vom Aufgabenspektrum aber keine Kräfte für den Einsatzdienst. Auch in der tariflichen Eingruppierung sind die Gerätewarte den feuerwehrtechnischen Beschäftigten schlechter gestellt. Das Problem des Hauptamtes in den Feuerwehren des Landes manifestiert sich immer wieder.

Weder das Brandschutzgesetz noch der „Organisationserlass Feuerwehr“ des Innenministeriums lassen andere Lösungen für die Beschäftigung von Einsatzkräften zu. Durch die eingeschränkte Tagesverfügbarkeit ist die Politik und die Verwaltung hier in der Pflicht, Haftungsfolgen oder gar ein Organisationsverschulden zu verhindern. Und aus Sicht der DFeuG sind die Kolleginnen und Kollegen, die als Gerätewarte bei den Feuerwehren beschäftigt sind, auch nur für dieses Aufgabengebiet entlohnt. Darum begrüßen wir den Schritt der Politik in Itzehoe vollumfänglich.

„Die Beschäftigung von Feuerwehreinsatzkräften in einer hauptamtlichen Wachabteilung ist keine Absage an das Ehrenamt in den Feuerwehren! Dieses ist für den Brandschutz und die weiteren Aufgaben der Kameradinnen und Kameraden in unserem Land unerlässlich. Weder bei den hauptamtlichen Wachabteilungen noch bei den Berufsfeuerwehren in Deutschland kann der eine ohne den anderen. Feuerwehr ist eine Teamleistung.“ Stellt Robert Pohl, Landesverbandsvorsitzender der DFeuG in Schleswig-Holstein, klar. „Die Gemeinde ist verpflichtet, eine leistungsfähige Feuerwehr vorzuhalten. Leider haben die Veränderungen im Arbeits- und Sozialleben hier in den letzten Jahren auch Veränderungen für die Feuerwehren mit sich gebracht. Auf diese müssen die Kommunen jetzt rechtssicher reagieren.“

Auch die Frage der entstehenden Kosten wird die Kommunen in Schleswig-Holstein beschäftigen. Hier sehen wir, als Fachgewerkschaft, auch die Landesregierung in der Pflicht, Entlastung für die Kommunen zu schaffen. Feuerwehr ist eine hoheitliche Aufgabe. Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf eine funktionierende Feuerwehr.

Für weitere Fragen stehen wir jederzeit unter presse@dfeug.de zur Verfügung.


Visp
Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein

Kampagne: Rettet den Rettungsdienst

Neue Kampagne gestartet!

Seit Monaten warnen wir vor dem Kollaps, der Überlastung unserer Rettungsdienste, warnen vor den steigenden Einsatzzahlen in unseren Rettungsleitstellen.

Tagtäglich können derzeit Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst bundesweit nicht besetzt werden, bleiben Fahrzeuge im Status 6. Die Konsequenz, eine noch höhere Einsatzfrequenz und somit größere Belastung für die verbleibenden Rettungsmittel.

In den Rettungsleitstellen steigt der Druck, die Erwartungshaltung der Anrufer hat überwiegend nichts mehr mit „Notfallrettung“ zu tun. Die unzureichende Rechtsgrundlage bringt unsere Einsatzsachbearbeiter täglich in einen Konflikt, der dringend einer rechtlichen Absicherung bedarf, wenn der „Notruf“ nichts für die Notfallrettung ist, hier müssen dringend Lösungen her!

Optimierungsbedürftig ist auch die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Bisher wurden unsere Warnungen, seitens der Politik ignoriert, von uns geforderte Lösungen ausgesessen. Das muss sich ändern!

Lasst uns gemeinsam an Lösungen arbeiten, unterstützt diese Kampagne. Informiert Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Notfallrettung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Zentralen Notaufnahmen der Krankenhäuser!

Pressereaktion

Tagesschau 11.09.2022 15:14 Uhr

Petition für den Rettungsdienst

Der Rettungsdienst in Deutschland ist am Limit. Steigende Notrufzahlen und sinkende Resilienz der Bevölkerung sind für eine Überlastung des Rettungswesens verantwortlich.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leitstellen und auf den Rettungswagen stehen kurz vorm Burnout. Die Krankheitsrate steigt. Die Frustration auch. Eine Abwärtsspirale.

WIR WOLLEN VERÄNDERUNGEN!

Auf der change.org Seite sammeln wir Unterschriften, die zu einer Veränderung in unserem Sinne führen soll:

1. RECHTSICHERHEIT FÜR EINSATZKRÄFTE

  • Mitarbeitende in den Leitstellen stellen die Weichen für die Bearbeitung der Hilfeersuchen der Anrufenden. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen rechtssichere Handlungsmöglichkeiten, um die Hilfeersuchen bedarfsorientiert zu steuern.
  • Rettungsfachpersonal wie Notfallsanitäterinnen sind hoch spezialisierte medizinische Fachkräfte. Ihre Behandlungsalgorithmen orientieren sich an aktuellen Ständen der Wissenschaft und Forschung. Standesdebatten über einzelne Maßnahmen sind hier wenig sinnvoll. Sie brauchen die Rückendeckung des Gesetzgebers für die lebensrettende Arbeit an den Patientinnen.
  • Das Sozialgesetzbuch sieht den Rettungsdienst auch im Jahr 2022 immer noch als Transportdienstleistung, welche in einem Krankenhaus endet. Das sorgt für Überlastung an nachgeordneten Stellen. Hier müssen sich die Gesetze den geänderten Bedürfnissen anpassen und die Durchführenden im Rettungsdienst brauchen die Finanzierung von Alternativen zum Transport ins Krankenhaus.

2. ANPASSUNG DER ARBEITSZEITMODELLE AN AKTUELLE BEDÜRFNISSE UND BELASTUNGEN

  • Die Arbeit im Rettungsdienst ist, nach wie vor, flächendeckend auf „faktorisierte Bereitschaftszeiten“ ausgelegt. Diese müssen durch die Arbeitgeber nicht nachgewiesen werden. Einsatzfreie Zeiten werden als „nicht-Arbeit“ angenommen. Das entspricht meist nicht mehr den Realitäten und ist nie angefasst worden. Ein Hauptkritikpunkt der Kolleginnen und Kollegen im Einsatzdienst.
  • Wochenarbeitszeiten von 48 Stunden oder mehr sind keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Die Formulierung „bis zu…“ wird durch Kostenträger als Argument angesehen, die Arbeitszeiten regelhaft auszuweiten. Das machen die Mitarbeitenden nicht mit – Personalnotstand weitet sich aus.

3. ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN SCHAFFEN

  • Die Arbeit im Einsatzdienst ist körperlich und psychisch belastend. Mitarbeitenden muss auch die Perspektive gegeben werden, das Rentenalter zu erreichen. Für Mitarbeitende im Einsatzdienst, egal ob Feuerwehr, Rettungsdienst oder Leitstelle, muss ein Höchstalter von 60 Jahren gelten. Unabhängig davon, ob verbeamtet oder tariflich beschäftigt.
  • Damit die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeitsfähigkeit erhalten können, müssen Erholungs-/Präventivkuren angeboten und ausgebaut werden. Auch Supervisionsangebote müssen geschaffen werden. Positive Beispiele gibt es schon.
  • Die Karriereleiter im Rettungsdienst ist schnell zu Ende. Hier müssen Motivatoren wie Laufbahnverläufe und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wir verlieren sonst gut ausgebildetes und erfahrenes Personal in andere Branchen und verlieren die Möglichkeit, qualitativ gut auszubilden.

4. SCHNITTSTELLENPROBLEME ANGEHEN UND ABSCHAFFEN

  • Die Leitstellen sind bundesweit die Netzwerkknotenpunkte und erste Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger sowie die angeschlossenen Systeme und Leistungserbringer. Dennoch gibt es keine bundeseinheitlichen Standards oder Kooperationen oberhalb der Kreisebenen. Hier besteht viel Verbesserungspotential, gerade zu den Organisationen wie dem Kassenärztlichen. Bereitschaftsdienst oder Länderübergreifenden Organisationen.

5. SELBSTHILFEFÄHIGKEIT DER BEVÖLKERUNG WIEDER STÄRKEN

  • Die Bevölkerung ist in medizinischen Fragen oft überfordert. Das führt zu der Annahme, dass „der Bürger“ sich nicht zu helfen weis. Diesem Problem kann durch gezielte Aufklärung und Information, im Kindergarten beginnend, begegnet werden. In vergangenen Zeiten wurde viel Arbeit in die zivile Verteidigung gesteckt, die die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung stärken sollte. Mit neuen Ideen und neuen Medien kann dieses Konzept schnell wieder Früchte tragen. Wir brauchen unkomplizierte und barrierearme Wissenstransfers in die Allgemeinheit.

6. AUFKLÄRUNG VON VERSORGUNGSSTRUKTUREN

  • Neuen Herausforderungen wird oft mit alten Lösungen begegnet. Die Gesellschaft verändert sich, also sollte das Schutzkonzept sich anpassen. Vorbeugender Rettungsdienst kann hier ein Thema sein, ambulante Konzepte wie Gemeindenotfallsanitäter oder Gutachten, die die Zukunft betrachten und nicht die Vergangenheit. Die Forschung im Themenfeld Rettungsdienst muss gestärkt werden und Konzepte, die sich anderswo bewährt haben, sollten auch endlich umgesetzt werden, anstatt sie nur zu diskutieren.

7. DAS GESUNDHEITSSYSTEM ALS GANZES BETRACHTEN

  • Es wird im Gesundheitssystem, bei dem der Rettungsdienst nur ein Rad im Getriebe ist, keine Verbesserungen geben, wenn nicht das Gesamte betrachtet wird. Ohne Stärkung der ambulanten Versorgung vor Ort wird es keine Entlastung im Rettungsdienst geben. Ohne Entlastung im Rettungsdienst wird es in den Notaufnahmen keine Entlastung geben. Und ohne Entlastung in den Notaufnahmen werden weiter Patientengruppen mit anbehandelten Problemen zurück in die Häuslichkeit oder außerklinische Pflege entlassen, wo sie wieder auf einen Fachkräftemangel stoßen. Dieser Mangel wird das Rad von neuem drehen…

8. ABKEHR VON GEWINNORIENTIERUNG IN DER NOTFALLVERSORGUNG

  • Die Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge, eine hoheitliche Aufgabe des Staates. Öffentliche Sicherheit und Ordnung lässt sich nicht an wirtschaftlichen Faktoren messen, denn der beste Notfall ist der, der gar nicht erst passiert. Durch Haushaltsplanung und Kosten-Leistungs-Nachweise ist der unnötigen Ausgabe von Fremdmitteln bereits begegnet. Gewinnerzielungsabsichten führen in diesem System aber immer zu Missständen, die den Bürgerinnen und Bürgern – den letztendlichen Kostenträgern – schaden. Überlastetes Personal gibt keine Sicherheit, überlastete Systeme haben keine Reserven.

Stellungnahme der DFeuG im Abgeordnetenhaus von Berlin

Hiermit veröffentlichen wir die Stellungnahme des Vorsitzenden der DFeuG Berlin-Brandenburg, Lars Wieg.

Im Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Abgeordnetenhauses von Berlin wird das schwergewichtige Thema „Permanenter Ausnahmezustand Rettungsdienst“ mit großem Interesse am 05.09.2022 verfolgt werden.

Im Anschluss ergänzen wir unser Positionspapier mit der Ausführung der aus unserer Sicht notwendigen Maßnahmen für einen zukünftig funktionierenden Rettungsdienst und einer funktionierenden Gefahrenabwehr im Segment der Brandbekämpfung und der technischen Hilfe.

Die nachfolgenden Worte in der Presseerklärung sprechen für sich selbst.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

Pressereaktion

Der Tagesspiegel vom 05.09.22, 18:35 Uhr

Der Tagesspiegel vom 06.09.22, 16:11 Uhr

Sehr geehrte Vorsitzende,
sehr geehrte Frau Senatorin,
sehr geehrte Abgeordnete.

Sicherheit ist nicht die Abwesenheit von Gefahr, sondern die Verfügbarkeit von Menschen und Technik, die einer eintretenden Gefahr entgegenwirken können. Dazu gehören unstrittig unsere Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr.

Wir sind in Gefahr.

Wir erleben tagtäglich den Ausnahmezustand im Rettungsdienst und dass eingehende Notrufe nicht beantwortet werden können. Ich rede hier nicht von kleinen Störungen im Ablauf, sondern von einer dramatischen Nichtverfügbarkeit und dem Zusammenbrechen der Notfallrettung.

Der Grundschutz im Rettungsdienst und der Brandbekämpfung in Berlin ist schon lange nicht mehr gegeben, so die Beschreibung der Behördenleitung der Berliner Feuerwehr.

Aus dem gegenwärtigen Zustand ergeben sich extreme Belastungssituationen für die Beschäftigten.

Diese Belastung und die Tatsache, dass auch die Attraktivität des Berufsbildes enorm gelitten hat, bringen uns in immer weiter steigende Ausfallzeiten und fehlende Bewerber. Die Ausbildungsoffensive 500 bleibt hinter ihren Erwartungen zurück. Im Durchschnitt ist jeder Beschäftigte im Einsatzdienst 55 Tage im Jahr erkrankt, die derzeitige Quote beträgt im Mittel 15%. Aktuell haben wir in der Berliner Feuerwehr 700 Dienstkräfte, die aus gesundheitlichen Gründen nur bedingt einsatzfähig sind und somit dem Einsatzdienst nicht zur Verfügung stehen.

Es gibt aus meiner Sicht zwei Möglichkeiten.

Entweder man steht dazu, dass der Grundschutz nicht mehr gegeben ist und sollte dies den Menschen in Berlin klar mitteilen oder man will dem Problem ernsthaft begegnen. Dazu braucht es allerdings mehr als nur eine politische Willenserklärung.

Die bisher kurzfristig eingeleiteten Maßnahmen werden auch nur kurzfristig wirken. Eine Überarbeitung des RDG ist zwingend erforderlich, um auf akute Mangelsituationen zukünftig schneller reagieren zu können.

Fragen wie „Wie besetze ich ein Rettungsmittel?“ gehören aus unserer Sicht in eine Rechtsverordnung, die sich leichter anpassen lässt. Diese Beweglichkeit ist Bedingung, um schneller auf katastrophale Personalsituationen oder Mängel anderer Art reagieren zu können. Das sollte uns die Pandemie gelehrt haben.

Die Abhängigkeit von anderen Organisationen der Daseinsvorsorge und des Gemeinwohls kann nur durch klare Erwähnung und Regelung im RDG aufgelöst werden.
Wir sehen hier beispielhaft die KV mit ihrem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, die sich einer gemeinsamen Erneuerung der Notfallversorgung mit der Bemerkung, sie würde nicht den Regelungen des RDG unterliegen, entzieht.

Die Berliner Feuerwehr existiert derzeit in einer zerstückelten Organisation. In den einzelnen Bereichen ist zum einen der Entscheidungsumfang nicht klar und zum zweiten scheint es oftmals der Behördenleitung am Willen zu fehlen, klare und schnelle Entscheidungen zu treffen.

Wäre es anders, hätte es den Hilfeschrei aus der Belegschaft über die Gewerkschaften nicht bedurft.

Ich glaube nicht, dass die vor uns liegenden Aufgaben allein von innen heraus gelöst werden können. Wir sehen, dass es durchaus warnende Instrumente, z.B. einen immer noch nicht veröffentlichten Rechnungshofbericht oder auch das Rettungsdienstgutachten aus 2016, gab. Doch diese wurden und werden ignoriert.

Auch wenn es die Bereitschaft dazu gibt sich und die Struktur zu verändern, hätten wir es mit dem gleichen analytischen Blick zu tun, der bereits jetzt die Situation zu verantworten hat.

Die medizinischen Hilfeersuchen in Berlin richten sich überwiegend an den Notruf 112. In den jährlich gut 1 Mio. Anrufen sind unglaublich viele Schilderungen enthalten, die nicht in die akute Notfallrettung eingeordnet werden können, sondern beispielsweise in die Gesundheits- und Sozialvorsorge gehören.

Die Anzahl der Anrufe, die bei der KV eingehen, sind mit jährlich ca. 360 000 deutlich geringer als die Notrufe unter der 112.
Warum gibt es vermeintlich mehr Notfälle als normale Erkrankungen oder kleine Verletzungen?

Nicht nur auf eigene Erfahrung begründet, müssen wir immer wieder feststellen, dass Menschen allein an der Wartezeit am Telefon beim 116/117 verzweifeln und sich dann für die 112 entscheiden.
Wie viele es wirklich sind, kann Ihnen niemand sagen. Diese Antwort kann ihnen niemand geben.

Dennoch ist es beispielsweise für eine geplante Kampagne entscheidend, ob es darum geht, dass die 116/117 nur zu wenig bekannt ist oder ob sie „jeder“ kennt, aber nur die Wenigsten durchkommen. Dieses Problem kann keine Kampagne lösen.

Die Notrufnummer 112 ist für den akuten und lebensbedrohlichen Notfall gedacht. In der nachvollziehbaren Vermutung, dass ein Anrufer der 112 ein akuter Notfall ist, geht man in der Notrufabfrage entsprechend zielgerichtet mit Fragen vor, die in erster Linie den Grad des Notfalls einordnen sollen. Dabei ignoriert man die Möglichkeit der Bagatelle zunehmend. Man geht allein durch die Wahl des Anrufers, der sich für die 112 entschieden hat, davon aus, dass es sich um einen akuten Notfall handeln muss.

Dies ist nur ein Beispiel für die Wechselwirkung des Verhaltens verschiedener Leistungserbringer untereinander.

Langfristig kann die Strategie daher nur lauten, gemeinsam an diesen Stellen zu wirken und zu organisieren. Es muss jedem Player klar werden, welche Aufgabe er in diesem System der Daseinsvorsorge und des Gemeinwohls hat.
Unsere Aufgabe ist es, die akute Gesundheitsversorgung in Berlin interdisziplinärer zu begreifen und entsprechend breiter aufzustellen. Zur Auflösung der Betriebsblindheit brauchen wir die Einrichtung eines Expertenrates mit Mitgliedern aus den verschiedensten Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge, aber auch Gesundheitsökonomen, Datenanalysten, Sozialarbeiter etc.

Wir benötigen dazu Fachwissen direkt von der Basis, mit der Perspektive und Erfahrung aus der ersten Reihe.

Es ist erforderlich ein gemeinsames zentrales Leitstellensystem zu etablieren, von der Abklärung des Notfalls bis hin zur Beratung in einem mehrstufigen Versorgungsnetz. Beginnend bei der allgemein-medizinischen Praxis über den niedergelassenen Unfallchirurgen bis hin zu den Rettungsstellen und der Fachklinik müssen Notfallressourcen digital zentral erfasst sein und dem System „Daseinsvorsorge“ angezeigt werden. Hierzu gibt es bereits interessante Pilotprojekte, beispielsweise die Sektorenübergreifende ambulante Notfallversorgung in Hessen.

Dem Mangel an Fachkräften könnte man mit neuen Modellen begegnen, wir schlagen die Einführung eines „NosiS“ – dem Notfallsanitäter in Sonderfunktion – vor, der ähnlich einem heute schon existierenden NEF-System zu einem Einsatz hinzufährt oder nachalarmiert wird. Ein durch weiterqualifizierte Rettungssanitäter/innen besetzter Rettungswagen (Basic RTW) wird bei schwereren Einsatzlagen durch diese getrennte Einheit unterstützt.

Um die Attraktivität des Rettungsdienstes zu steigern, sollte der Berufseinstieg für NotSan im gehobenen Dienst mit A9/E9 beginnen und die Schaffung von eigenen Laufbahnstrukturen inklusive der entsprechenden Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Notfallmedizin zwingend notwendig sein.

Momentan sehen wir alle einen völlig überforderten Rettungsdienst, der sich allein aus den Ressourcen des Grundschutzes in der Brandbekämpfung bedient und eine Berliner Feuerwehr, die insgesamt ihre Wirkkraft verloren hat.

Bitte lassen Sie uns gemeinsam an der Reanimation des Rettungsdienstes in Berlin arbeiten und lassen Sie uns gemeinsam neue Wege gehen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf Ihre weiteren Fragen.

Positionspapier zur Rede im Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung im Abgeordnetenhaus von Berlin am 05.09.2022

Die DFeuG Berlin-Brandenburg möchte folgende Vorschläge unterbreiten.

Eine lange Liste, die nicht abschließend sein kann und muss. Denn aus vorliegenden Ideen lassen sich Maßnahmen entwickeln, die hier noch nicht erdacht sind. Lassen Sie uns ohne Denkverbote ergebnisoffen diskutieren und uns klar bewusst werden, welche Aufgabe das Gesundheitssystem hat und wem es zugutekommt.

Struktur / Leitstelle

Anpassung und Änderung des Rettungsdienstgesetzes (RDG) unter anderem in folgenden Punkten:

  • Errichtung einer Leistungsplattform für den Krankentransport
  • Kompetenz und Festlegung der Einsatzcodes und der Anbindung liegt nicht mehr in der alleinigen Hand des ÄLRD, sondern wird durch ein Gremium verfügt. Bei der Besetzung des Gremiums muss sichergestellt sein, dass ein objektiver Austausch auf Augenhöhe möglich ist.
  • Überführung der Definition der Fahrzeugbesetzung in eine Rechtsverordnung
  • Festlegung der Mindestqualifikation und Fortbildung eines Leitstellendisponenten in einer Rechtsverordnung
  • Jährliche Bedarfsplanung im RDG verankern
  • Hilfsfristen und Erreichungsgrad definieren und festlegen
  • Fachliche Aufsicht des ÄLRD
  • Klare Aufgabenübertragung an die KV. Diese wird Teil der notfallmedizinischen Grundversorgung
  • Fachliche Aufsicht des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst sollte bei der Senatsverwaltung angesiedelt sein, die für medizinische Versorgung zuständig ist
Eine gemeinsam agierende Leitstelle als Ansprechpartner für medizinische Hilfeersuchen.

Aktuell geht man davon aus, dass der Anrufer bereits bei der Wahl der richtigen Nummer dem Grunde nach die erste Triageentscheidung getroffen hat. Die Entscheidung ist sehr oft nicht die Richtige und sorgt zum einen zur Verzögerung im lebensbedrohlichen Notfall und zum anderen zu Ressourcenknappheit bei der Versorgung minderschwerer Fälle durch den Notfallrettungsdienst.

Eine gemeinsam agierende Leitstelle als Ansprechpartner für medizinische Hilfeersuchen

Aktuell geht man davon aus, dass der Anrufer bereits bei der Wahl der richtigen Nummer dem Grunde nach die erste Triageentscheidung getroffen hat. Die Entscheidung ist sehr oft nicht die Richtige und sorgt zum einen zur Verzögerung im lebensbedrohlichen Notfall und zum anderen zu Ressourcenknappheit bei der Versorgung minderschwerer Fälle durch den Notfallrettungsdienst.

Ein mehrstufiges Versorgungsnetz,

beginnend bei der Leitstelle, die in die Lage gebracht werden muss, auf mehrere Mittel der Gesundheitsversorgung und der Notfallrettung zurückzugreifen. Beginnend bei allgemeinmedizinischen Praxen über den niedergelassenen Unfallchirurgen, zu Rettungsstellen und der Fachklinik müssen Notfallressourcen zentral erfasst sein und dem System „Daseinsvorsorge“ angezeigt werden. Hierzu gibt es interessante Pilotprojekte, beispielsweise SaN im MTK, Hessen.

Codeevaluierung durch ein Gremium

Unter Beteiligung von Disponenten, ärztlichem und nichtärztlichem Rettungsdienstpersonal. Ziel muss es sein, optimal und nicht maximal zu versorgen.

Digitalisierung der Auswertung

Aktuell werden Einsatzcodes, Meldebild und Lagebild immer noch „händisch“ analysiert. Entsprechende Analysetools müssen etabliert werden, die auch ein Echtzeitmonitoring zulassen. Derzeit werden auffällige Einsatzcodes eher durch Zufall entdeckt. Geeignete Software gibt es und muss beschafft werden. Die Hinzuziehung einer KI könnte Hinweise geben, wenn ein Einsatzcode/Notfalleinsatz beispielsweise überproportional häufig ohne Transport in eine Versorgungseinrichtung endet.

Telemedizin

Zur Unterstützung der Einsatzkräfte. Was wir jetzt bereits in den Anfängen sehen, gehört schnell und barrierefrei ausgestaltet.

Einführung einer KI gesteuerten Notrufabfrage

Einsatzdienst Rettungsdienst

Errichtung eines mehrstufigen Notfallrettungssystems

Unterschiedliche Meldebilder rechtfertigen den Einsatz unterschiedlicher Rettungsmittel, so wie ein Facharzt auch nicht die erste Wahl bei einer Erkältung ist. Für medizinisch komplexere Notlagen und schwere Erkrankungen oder Unfallereignisse benötigen wir den “Advanced RTW”, der durch eine/n Notfallsanitäter/in geführt wird. Diese hohe Anforderung an die Ausbildung sehen wir aber beispielsweise nicht bei kleineren Verletzungen oder Hilfeersuchen. Hier würde es genügen auf den “Basic RTW” zurückzugreifen, auf dem sich weiterqualifizierte Rettungssanitäter/innen befinden und die medizinische Verantwortung tragen.

Einrichtung eines „NosiS“

Dem Notfallsanitäter in Sonderfunktion, der ähnlich eines heute schon existierenden NEF Systems zu einem Einsatz dazu fährt oder beispielsweise durch einen Basic RTW nachalarmiert werden kann.

Einführung des NotSan Erkunders

Dieses Einsatzmittel kann auch durch Kolleginnen und Kollegen besetzt werden, die beispielsweise nicht mehr vollumfänglich einsatzdiensttauglich sind. Diese Einheit kann, wie im Namen enthalten, zu unklareren Situationen entsendet werden, um vor Ort aufzuklären. Im Bedarfsfall kann eine Transportkomponente nachgefordert werden (RTW Basic). Im ersten Pandemiejahr gab es ein derartiges Konzept, was nicht weiterverfolgt wurde. Viele Patienten konnten nach ambulanter Beratung oder Versorgung am Wohnort verbleiben. Großer side effect ist, dass auch teildienstfähige Beschäftigte in eine wertvolle Funktion kommen und den Einsatzdienst unterstützen.

Strukturierte Regeneration und Pausenzeiten

Beides gibt es in aktueller Form nicht. Eine Ursache für die hohen Ausfallzeiten und auch für Personalabwanderung sind Dauerbelastungen, wie das „durcharbeiten müssen“ – Pausenzeiten müssen als Investition verstanden werden und nicht nur als Kosten.

Eine einheitliche 42-Stunden-Woche für Einsatzkräfte

Nicht alle Beschäftigten im Rettungsdienst arbeiten in der 42-Stunden-Woche, sondern vielfach in der 44-Stunden-Woche. Eine einheitliche 42-Stunden-Woche für Einsatzkräfte, die Fahrzeuge in der hochfrequentierten Notfallrettung besetzen, ist unumwunden der richtige Schritt.

Verlegungstransporte,

die in den vergangene Jahren durch die Ökonomisierung der Krankenhäuser zugenommen haben, müssen zukünftig auch durch diese, dem Grunde nach als Wirtschaftsunternehmen fungierende, Einrichtungen organisiert und getragen werden. Krankenhausgesellschaften haben sich spezialisiert und halten nicht jede Fachabteilung in jedem Haus vor. So werden „hausinterne“ Transporte regelhaft durch die Primärrettung durchgeführt. Was für eine Krankenhausgesellschaft günstiger und effektiver ist, schadet der Verfügbarkeit der Primärrettung und geht zulasten des Versicherungsnehmers. Eine genauere Prüfung, ob und warum die meisten Verlegungen innerhalb einer Krankenhausgesellschaft durchgeführt werden, könnte hierzu Aufschluss geben.

Einsatzdienst Brandbekämpfung und Technische Hilfe

Bildung einer strategischen Brandschutzreserve

Fahrzeuge und Besatzung, die keine andere Funktion übernehmen, als den Brandschutz sicherzustellen. Derzeit besetzen jeden Tag viele Beschäftigte mehrere Funktionen. Bis zu fünf Positionen müssen im Bedarf abbildbar sein. Das hat großen Einfluss auf die Qualität und die Anpassungsfähigkeit. Eine Multifunktionalität ist aus strategischen Gesichtspunkten begrüßenswert, um fehlende Funktionen ausgleichen zu können. Wir müssen jedoch den Grundschutz wiederherstellen und dazu gehört, dass man ein Mindestmaß an Brandbekämpfer/innen vorhält, die keine anderen Funktionen ausüben.

Entsprechende Spezialisierung mit den notwendigen Fortbildungen sicherstellen

Ob CBRN (ehemals ABC), ANTS (Rettung betroffener in einem Atemschutznotfall) oder auch die Höhenrettung. Alle Beteiligten dieser Sonderfunktionen werden auch im Rettungsdienst eingesetzt. Entsprechend notwendige Fortbildungen finden derzeit nicht statt. Aktuelle ist die Berliner Höhenrettung aufgrund von Fortbildungsdefiziten außer Dienst. Es muss eine Sicherstellung der Verfügbarkeit gegeben sein.

Zentralisierte Weiterbildung für alle Einheiten

Derzeit erfolgt die Fortbildung dezentral. Unterschiedliches oder auch falsch vermitteltes Wissen ist die Folge. Die Wachabteilungen der Feuerwachen in ganz Berlin kämpfen mit unterschiedlichem Wissensstand. Besonders in großen Einsatzlagen, in denen Kolleginnen und Kollegen vieler verschiedener Dienststellen zusammenarbeiten müssen, stellt das ein großes Problem dar. Fortbildung schafft nicht nur Sicherheit für den einzelnen, sondern ist Grundlage der Gefahrenabwehr, in der es auch um Schadensminderung geht.

Personal

Laufbahnzweige anpassen und ändern

Derzeit gibt es für den Einsatzdienst nur eine einzige Laufbahn. Wir benötigen die Möglichkeit der Abtrennung für die Bereiche Medizin, Brandbekämpfung/Technische Hilfe und auch Leitstelle. Der heutige Mitarbeiter im Rettungsdienst ist gezwungen den Teilbereich „Rettungsdienst“ zu verlassen, wenn er oder sie sich beruflich entwickeln will. Ob es der Aufstieg in den gehobenen oder auch höheren Dienst ist, geht das nur, wenn man sich dem aktiven Rettungsdienst entzieht. Das identifizieren wir unter anderem als einen der Hauptgründe der mangelnden Attraktivität des Berufsbildes „112 Medic“. Ein weiterer Grund ist, dass der „reine NotSan“ aktuell keine Möglichkeit hat, in die Beamtenlaufbahn zu gelangen, wenn er oder sie keine Feuerwehrgrundausbildung absolviert.

Medizinische Laufbahn für NotSan beginnend mit E9/A9 gD

Verantwortung muss entlohnt werden. Im Sinne des Akademisierens des Berufsbildes „Notfallsanitäter“ kann und muss das der nächste Schritt sein. Bisher identifiziert der KGST Vergleich die Arbeit des NotSan in der A9. Aktuell stellt dem Grunde nach das Einstiegsamt das Endamt dar. Die aktuellen Entwicklungsmöglichkeiten liegen darin, sich wieder aus dem Rettungsdienst zu entfernen und in die technische Sparte zu wechseln.

Erarbeitung einer Personalentwicklung

Im Bereich der Notfallmedizin führt den vorherigen Gedanken fort. Vom Bereichsleiter bis hin zum Medizinpädagogen ist es absurd, dass hinter den Funktionen bisher eine Ausbildung nach Feuerwehrlaufbahnverordnung stehen muss. Die neuen Anforderungen finden keinerlei Antworten in den bestehenden alten Strukturen.

Anschlussverwendungskonzept

Ob es der/die Beschäftigte im Rettungsdienst oder der Feuerwehr ist, haben wir es mit einem Tätigkeitsfeld zu tun, das aus vielen Gründen hoch belastend ist. Die gegenwärtigen Zahlen zeigen ganz deutlich, dass schon heute die wenigsten ihr Pensionsalter in einem vollständig feuerdiensttauglichen Zustand erreichen. Dramatischer stellt sich das bei Tarifbeschäftigten dar, von denen man die Berufsausübung bis zum 67. Lebensjahr erwartet. Schon frühzeitig gehört es in die Personalplanung, diese Tatsache zu berücksichtigen und entsprechend ein Anschlussverwendungskonzept zu erarbeiten. Alternativ befinden sich Kolleginnen und Kollegen aktuell auf der Abschussliste zur vorzeitigen Ruhestandsversetzung. Dazu gehören auch Beschäftigte, die eigentlich noch 20 Dienstjahre versehen müssten, aber durch einen Unfall oder eine Erkrankung keine vollständige Dienstfähigkeit mehr aufweisen können. Diese Unsicherheit in einem Beruf, der besondere Anforderung an Körper und Geist stellt und somit auch deutlich gefährlicher in den Folgen sein kann, trägt zum Absenken der Attraktivität des Berufsbildes bei.

Feuerwehrmann/frau auf Zeit,

ist eine weitere Variante der Belastung im Alter und dem damit einhergehenden Personalausfall entgegenzuwirken. Dazu gehört es, ähnlich der Bundeswehr zu denken. Die Beschäftigung von Interessenten direkt weg von der Schulbank für z.B. 25 Jahre, mit einer geplanten Anschlussverwendung im Land Berlin ist ein denkbares Modell. Innerhalb dieser Dienstzeit besteht die Möglichkeit, sich für eine Weiterbildung zu entscheiden und z.B. geplant in den Bereich der Verwaltung zu wechseln.

Ruhegehaltsfähigkeit der Feuerwehrzulage – Sie kommt. Irgendwann…

Am Freitag, den 02.09.2022 wurden im Schleswig-Holsteinischem Landtag drei Anträge behandelt und
besprochen. Drei Anträge, die für die verbeamteten Kolleginnen und Kollegen bei den Feuerwehren im Land von großem Interesse sind. Alle drei Anträge behandelten die Wiedereinführung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizei-, Justiz- und auch der Feuerwehrzulage.

Die Oppositionsparteien im Landtag (FDP, SPD und SSW) haben den Antrag gestellt, die Wiedereinführung zum 01.01.2023 zu verabschieden. Die Regierungskoalition aus CDU und Bündnis 90/die Grünen haben einen Antrag mit dem Titel „die Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage kommt“ nachgereicht.

Mit den Stimmen der Regierungskoalition wurden die Anträge der Opposition abgelehnt und der eigene Antrag verabschiedet.

Für viele Kolleginnen und Kollegen ist das, verständlicherweise, ein Ärgernis. Heißt es doch im Klartext: Die Ruhegehaltsfähigkeit kommt – nur wann? Die Antwort darauf lieferte die Landesregierung durch die Finanzministerin Frau Heinold. Sie werden sich bei der Verabschiedung nicht „hetzen lassen“ und erst die Haushaltsplanung angehen. Dabei sollen die finanziellen Mittel für dieses Vorhaben erkundet und eingeplant werden. Die einzige Zusage war die, dass die Wiedereinführung, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, in dieser Legislaturperiode kommen soll. Diese läuft bis 2027…

Wir als Landesverband Schleswig-Holstein, wir als Kolleginnen und Kollegen zeigen uns natürlich enttäuscht. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Schleswig-Holstein ließ bereits ihren Unmut über die Nichteinhaltung von Wahlversprechen in den sozialen Medien verkünden.

Dennoch sehen wir keinen Grund für die, leider schnell übliche Schelte in den sozialen Netzwerken nach dem Motto „die Politiker machen nichts für die Feuerwehr“. Denn das ist nicht richtig.

Die Gespräche gestern, und in den letzten Wochen und Monaten, haben gezeigt, dass die DFeuG als Gesprächspartner wahr- und ernstgenommen wird. Und wir werden diesen konstruktiven Weg weitergehen. Auch wenn wir die gestrige Entscheidung nicht so abfeiern mögen wie die Fachgruppe Feuerwehr der Dienstleistungsgewerkschaft.

Wir appellieren an die Verantwortlichen in der Landespolitik: Setzen Sie dieses Versprechen schnellstmöglich um!

Auch den Pensionärinnen und Pensionären stehen schwerere Zeiten bevor. So haben auch diese Kolleginnen und Kollegen es verdient, dass die Erschwernisse ihres vergangenen Berufsalltages entsprechend gewürdigt werden. Wir als Fachgewerkschaft sind weiterhin bereit uns an der Ausarbeitung der Regeln zu beteiligen. Probleme zum Besprechen gibt es genug.

Wir repräsentieren die Basis – im Landtag wie im Alltag!

Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft