Bundesvorstand

Siegfried Maier

Feuerwehr München

1. Bundesvorsitzender

Daniel Dahlke

Feuerwehr Hamburg

stellv. Bundesvorsitzender

Lars Wieg

Feuerwehr Berlin

Fach-Ressorleiter Tarif /
stellv. Bundesvorsitzender

Steffen Demuth

Feuerwehr München

Schriftführer

Bernhard Antl

Feuerwehr Regensburg

Fach-Ressortleiter Recht / Datenschutzkoordinator

Tobias Thiele

Feuerwehr Wiesbaden

Pressesprecher

Udo Bingemann

Bundeswehrfeuerwehr

Schatzmeister

Sabine Kohlmeyer

Feuerwehr Bremen Vorsitzende P-Rat

Beisitzerin

Simon Ruser

Feuerwehr Saarbrücken

Beisitzer

Andreas Kacsur

Feuerwehr Mühlhausen

Fach-Ressortleiter Arbeitsgruppen

Chronik

Seit Ende der 90er entwickelte sich eine starke Unzufriedenheit bei den Feuerwehrleuten. Die Gründe waren zahlreich: Beförderungsstopp, Gehaltskürzungen, mehr Arbeit ohne entsprechende Entlohnung und vieles mehr. Die Einsatzkräfte fühlten sich nicht adäquat vertreten. Die etablierten Gewerkschaften berücksichtigten die Feuerwehrleute nicht ausreichend, ihre Interessen und die Besonderheiten der Berufsgruppen gingen bei Verhandlungen unter. Der Fürsprecher für die Feuerwehr fehlte. Deswegen begannen Feuerwehrleute sich ab 2003 unter anderem in Oberhausen, Hemer, Mühlheim, Wuppertal und Solingen zu organisieren. Noch unabhängig voneinander – bis vier Kollegen diese Initiativen bündelten.

Grundsteinlegung für die DFeuG: Am 26. Oktober 2008 wird die Interessenvertretung der Feuerwehr (IdFw) in Solingen gegründet. Die erste Bewährungsprobe für die junge Interessenvertretung: AZVO Feu Umsetzung von 54 auf 48 Stunden. Die IdFw ist beteiligt an der Beratung der Politik, Personalräte und der Kollegen*innen. Während die Kommunen Druck auf die Feuerwehrleute machen, erarbeitet die IdFw gemeinsam mit der Politik individuelle Übergangslösungen und erwirkt die Einstellung von mehr Einsatzkräften. IdFw ist ein Erfolgsprojekt: 2008 und 2009 folgen Landesgruppen in Rheinland- Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Baden-Württemberg. Ein Bundesvorstand wird gegründet, in vier Städten schafft es die IdFw in den Personalrat.

Mai 2011: Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) wird gegründet. Weitere Landesgruppen folgten.
2018 verschmelzen der in Hamburg gegründete Berufsverband Feuerwehr und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. In der Hansestadt hatten sich 13 Beamte aus dem mittleren und gehobenen Dienst zusammengetan, um Missstände bei der Feuerwehr Hamburg anzugehen. Durch die Zusammenarbeit mit der DFeuG wird der Weg zur größten Interessenvertretung der hauptamtlichen Feuerwehrleute in Deutschland geebnet. Mittlerweile ist die DFeuG in 14 Bundesländern vertreten.

Aufgrund der vielschichtigen Tätigkeitsfelder, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen von Berufs- und Werkfeuerwehren tätig sind, wächst auch der Aufgabenbereich, den die DFeuG für und mit ihren Mitgliedern betreut. Seit kurzem zählen hier auch die Bereiche des Rettungsdienstes, sowie der Brand- und Katastrophenschutz zu, worunter auch die vielen hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte der Freiwilligen Feuerwehren zählen. Nicht zu vergessen: die ca. 2.500 Leitstellendisponenten in den Rettungsleitstellen deutschlandweit.

NewsArchiv

Angriffe auf Feuerwehr und Rettungsdienst

Angriffe auf Feuerwehr und Rettungsdienst in der Silvesternacht: „Abstoßend und muss Konsequenzen haben“

Es klingt wie aus einem Film, doch bundesweit sah der Jahreswechsel für Einsatzkräfte genauso aus: Unsere Kolleginnen und Kollegen wurden attackiert, beschossen und teilweise gezielt in Hinterhalte gelockt. Nicht nur Ausrüstung wurde geklaut, zahlreiche Feuerwehrleute wurden im Dienst verletzt. Das ist eine neue Qualität von Gewalt gegen Einsatzkräfte.

Bundesvorsitzender Siegfried Maier
Bundesvorsitzender Siegfried Maier

„Wir kommen, um zu helfen – und werden selbst zu Opfern von extremer Gewalt. Dieses sinnlose und aggressive Verhalten ist abstoßend und muss Konsequenzen haben“, fordert DFeuG-Bundesvorsitzender Siegfried Maier. Es sei dringend notwendig, dass die Täter jetzt schnell identifiziert und verurteilt werden. Eine konsequente Strafverfolgung würde auch unseren Kollegen und Kolleginnen das wichtige Zeichen geben, dass sie nicht allein sind, so Maier. Außerdem zeigen die bedrohlichen Silvester-Szenen, dass wir als Gesellschaft umdenken müssen: Um das private Böllern zu reglementieren, müssen zukünftig Feuerwerk-freie Zonen bestimmt und als Alternative zentrale, öffentliche Feuerwerke umgesetzt werden.

Als Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft setzen wir uns seit Jahren gegen Gewalt gegen Rettungskräfte ein. Mit unserer Kampagne „Respekt? Ja – Bitte!“ kämpfen wir dafür, die Bevölkerung auf das Thema aufmerksam zu machen und dass Straftaten gegen Kollegen und Kolleginnen verfolgt und geahndet werden.

Unsere Unterstützer kommen auf der Landingpage der Kampagne zu Wort >> www.respekt-ja-bitte.de <<

Tobias Thiele
Pressesprecher DFeuG Bund
Visp DFeuG Bundesvorstand

Medienreaktion

Behördenspiegel vom 10.01.23 mit Interview unseres Bundesvorsitzenden Siegi Maier

Deutschlandfunk vom 05.01.23

Gefahr in der Silvesternacht

DFeuG warnt, appelliert an Vernunft der Bevölkerung, wirbt für Respekt gegenüber Einsatzkräften

Mit Sorge blickt die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) auf das bevorstehende Silvesterfest: Regelmäßig gab es in der Vergangenheit Übergriffe und Anfeindungen gegenüber unseren Einsatzkräften.

Die DFeuG hofft gerade in diesem Jahr auf die Vernunft der Bevölkerung.

Bundesvorsitzender Siegfried Maier
Bundesvorsitzender Siegfried Maier

„Der Rettungsdienst befindet sich derzeit im Ausnahmezustand, die Notfallrettung in Deutschland kann derzeit nur mit größter Mühe und viel Engagement aufrechterhalten werden, überall fehlt es an Personal für den Rettungsdienst“, so der Bundesvorsitzende, der DFeuG, Siegfried Maier und bittet darum, den Einsatzkräften mit Wertschätzung und Dankbarkeit zu begegnen.

Denn wir sind gern und jederzeit bereit, allen in Notlage geratenen Personen schnellstmöglich und hochprofessionell zu helfen.

Wir wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern einen guten Rutsch und vor allem: Bleiben Sie gesund!

Tobias Thiele
Pressesprecher DFeuG Bund
Visp DFeuG Bundesvorstand

Kaffee für die Politik zum Aufwachen

112 Päckchen Feuerwehrkaffee sollen der Politik helfen wach zu werden!

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) will und hat mit der Übergabe-Aktion dieser 112 Kaffee Päckchen an Politiker*innen auf die desaströse Situation im Rettungsdienst bei Feuerwehren und Hilfsorganisationen aufmerksam machen.

Exemplarische Kaffeepäckchen. Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)
Exemplarische Kaffeepäckchen. Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)

„Uns war es wichtig, vor Ort ein Zeichen zu setzen, die Politik aktiv auf unsere Probleme hinzuweisen“, so der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier.

„Leider wurden bisher unsere Warnungen, seitens der Politik ignoriert und von uns vorgeschlagene Lösungen ausgesessen. Das muss sich ändern“, so Maier weiter!

Gemeinsam mit dem „Bündnis pro Rettungsdienst“ und unserer Kampagne „Rettet-den-Rettungsdienst“ werden wir für Veränderungen in der Notfallrettung kämpfen.

Lasst uns gemeinsam an Lösungen arbeiten, unterstützt diese Kampagne.
Informiert Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Notfallrettung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Zentralen Notaufnahmen der Krankenhäuser!

Tobias Thiele
Pressesprecher & Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Visp DFeuG Bundesvorstand

Beiträge zu diesem Thema

Beitrag vom 13.12.22 > Petitionsübergabe im Bundestag

Beitrag vom 07.9.22 > Petition für den Rettungsdienst

Pressereaktion

Rettungsdienst Magazin vom 19.12.22

DFeuG übergibt Petition im Bundestag

Rettungsdienst in Gefahr – Feuerwehrgewerkschaft übergibt Petition im Bundestag

Bereits über 135.000 Unterschriften!

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) hat am Montag 135.000 Unterschriften an die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN, die LINKEN und an die FDP im Bundestag übergeben. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und für Heimat Johann Saathof (SPD) nahm die Petition stellvertretend für das Bundesinnenministerium entgegen. Mit der Petition will die Gewerkschaft auf die prekäre Situation des Rettungsdienstes in Deutschland aufmerksam machen.

Exemplarische Kaffeepäckchen. Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)
Exemplarische Kaffeepäckchen. Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)

Zusätzlich zur Petition wurden symbolisch 112 Kaffeepäckchen mit der Aufschrift „Solidaritätskaffee“ an die Gesprächspartner übergeben. „Vielleicht hilft der Kaffee beim Aufwachen“, sagte stellvertretende Vorsitzende der DFeuG Lars Wieg.

Der Rettungsdienst in Deutschland befindet sich in einer existenzbedrohenden Situation. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Einsätze deutlich gestiegen, während die Anpassung von Arbeitszeitmodellen und die Vergütung stagniert. Gerade durch die Coronapandemie war der Rettungsdienst in Deutschland immer im Fokus des Gesundheitssystems. Viele Kolleginnen und Kollegen verlassen schon kurz nach Ausbildungsende den Beruf. Die Folge ist ein massiver Personalmangel, der die Versorgung von Notfallpatienten gefährdet. „Wir fordern die Politik auf, die Situation des Rettungsdienstes endlich ernst zu nehmen und zu handeln. Es ist bereits fünf nach 12. Wir schätzen, dass in Deutschland rund 5.000 – 10.000 Kolleginnen und Kollegen fehlen!“, sagte DFeuG-Vorsitzender Siegfried Maier. „Der Rettungsdienst ist der erste Schritt einer funktionierenden Rettungskette, wenn nicht schnell gehandelt wird, wird es Menschenleben kosten.“

Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Ingo Schäfer (SPD), Staatssekretär Johann Saathof (SPD), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)
Lars Wieg (stv. Bundesvorsitzender DFeuG), Ingo Schäfer (SPD), Staatssekretär Johann Saathof (SPD), Siegfried Maier (Vorsitzender DFeuG)

Die Petition „Rettet den Rettungsdienst“ wurde innerhalb weniger Wochen von mehr als 135.000 Menschen unterzeichnet. Damit ist sie eine der erfolgreichsten Petitionen im Bereich Rettungsdienst, die jemals in Deutschland gestartet wurde. Es zeigt, nicht nur im Rettungsdienst wird die Not gesehen, auch viele andere Menschen haben schon gemerkt, dass hier gehandelt werden muss. Jetzt ist die Politik gefordert, sie muss, nachdem sie aufgewacht ist, schnell handeln.

Tobias Thiele
Pressesprecher & Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Visp DFeuG Bundesvorstand

Beitrag vom 7.9.22 > Petition für den Rettungsdienst

Pressereaktion

Rettungsdienst Magazin vom 19.12.22

DFeuG Shop ist online

Ho, Ho, Ho

Seit dem 6.12.22 online

Pünktlich zum Nikolaus freuen wir uns euch mitteilen zu können, dass wir einen eigenen Onlineshop für Mitglieder, aber auch für Interessenten der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, ins Netz gestellt haben. Eine große Produktvielfalt haben wir für euch zusammengestellt.

In den nächsten Monaten wird die Produktauswahl noch wachsen. Mit den Produkten könnt ihr euch nun noch mehr mit unserer Gewerkschaft identifizieren. Gerne könnt ihr uns auch noch weitere Wunschprodukte per E-Mail zukommen lassen. Eine Verlinkung zur separaten Shopseite findet ihr zukünftig im Hauptmenü > Service > Onlineshop

Viel Spaß beim Stöbern,
Eure DFeuG

Kampagne: Rettet den Rettungsdienst

Neue Kampagne gestartet!

Seit Monaten warnen wir vor dem Kollaps, der Überlastung unserer Rettungsdienste, warnen vor den steigenden Einsatzzahlen in unseren Rettungsleitstellen.

Tagtäglich können derzeit Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst bundesweit nicht besetzt werden, bleiben Fahrzeuge im Status 6. Die Konsequenz, eine noch höhere Einsatzfrequenz und somit größere Belastung für die verbleibenden Rettungsmittel.

In den Rettungsleitstellen steigt der Druck, die Erwartungshaltung der Anrufer hat überwiegend nichts mehr mit „Notfallrettung“ zu tun. Die unzureichende Rechtsgrundlage bringt unsere Einsatzsachbearbeiter täglich in einen Konflikt, der dringend einer rechtlichen Absicherung bedarf, wenn der „Notruf“ nichts für die Notfallrettung ist, hier müssen dringend Lösungen her!

Optimierungsbedürftig ist auch die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Bisher wurden unsere Warnungen, seitens der Politik ignoriert, von uns geforderte Lösungen ausgesessen. Das muss sich ändern!

Lasst uns gemeinsam an Lösungen arbeiten, unterstützt diese Kampagne. Informiert Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich der Notfallrettung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Zentralen Notaufnahmen der Krankenhäuser!

Pressereaktion

Tagesschau 11.09.2022 15:14 Uhr

Petition für den Rettungsdienst

Der Rettungsdienst in Deutschland ist am Limit. Steigende Notrufzahlen und sinkende Resilienz der Bevölkerung sind für eine Überlastung des Rettungswesens verantwortlich.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leitstellen und auf den Rettungswagen stehen kurz vorm Burnout. Die Krankheitsrate steigt. Die Frustration auch. Eine Abwärtsspirale.

WIR WOLLEN VERÄNDERUNGEN!

Auf der change.org Seite sammeln wir Unterschriften, die zu einer Veränderung in unserem Sinne führen soll:

1. RECHTSICHERHEIT FÜR EINSATZKRÄFTE

  • Mitarbeitende in den Leitstellen stellen die Weichen für die Bearbeitung der Hilfeersuchen der Anrufenden. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen rechtssichere Handlungsmöglichkeiten, um die Hilfeersuchen bedarfsorientiert zu steuern.
  • Rettungsfachpersonal wie Notfallsanitäterinnen sind hoch spezialisierte medizinische Fachkräfte. Ihre Behandlungsalgorithmen orientieren sich an aktuellen Ständen der Wissenschaft und Forschung. Standesdebatten über einzelne Maßnahmen sind hier wenig sinnvoll. Sie brauchen die Rückendeckung des Gesetzgebers für die lebensrettende Arbeit an den Patientinnen.
  • Das Sozialgesetzbuch sieht den Rettungsdienst auch im Jahr 2022 immer noch als Transportdienstleistung, welche in einem Krankenhaus endet. Das sorgt für Überlastung an nachgeordneten Stellen. Hier müssen sich die Gesetze den geänderten Bedürfnissen anpassen und die Durchführenden im Rettungsdienst brauchen die Finanzierung von Alternativen zum Transport ins Krankenhaus.

2. ANPASSUNG DER ARBEITSZEITMODELLE AN AKTUELLE BEDÜRFNISSE UND BELASTUNGEN

  • Die Arbeit im Rettungsdienst ist, nach wie vor, flächendeckend auf „faktorisierte Bereitschaftszeiten“ ausgelegt. Diese müssen durch die Arbeitgeber nicht nachgewiesen werden. Einsatzfreie Zeiten werden als „nicht-Arbeit“ angenommen. Das entspricht meist nicht mehr den Realitäten und ist nie angefasst worden. Ein Hauptkritikpunkt der Kolleginnen und Kollegen im Einsatzdienst.
  • Wochenarbeitszeiten von 48 Stunden oder mehr sind keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Die Formulierung „bis zu…“ wird durch Kostenträger als Argument angesehen, die Arbeitszeiten regelhaft auszuweiten. Das machen die Mitarbeitenden nicht mit – Personalnotstand weitet sich aus.

3. ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN SCHAFFEN

  • Die Arbeit im Einsatzdienst ist körperlich und psychisch belastend. Mitarbeitenden muss auch die Perspektive gegeben werden, das Rentenalter zu erreichen. Für Mitarbeitende im Einsatzdienst, egal ob Feuerwehr, Rettungsdienst oder Leitstelle, muss ein Höchstalter von 60 Jahren gelten. Unabhängig davon, ob verbeamtet oder tariflich beschäftigt.
  • Damit die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeitsfähigkeit erhalten können, müssen Erholungs-/Präventivkuren angeboten und ausgebaut werden. Auch Supervisionsangebote müssen geschaffen werden. Positive Beispiele gibt es schon.
  • Die Karriereleiter im Rettungsdienst ist schnell zu Ende. Hier müssen Motivatoren wie Laufbahnverläufe und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden. Wir verlieren sonst gut ausgebildetes und erfahrenes Personal in andere Branchen und verlieren die Möglichkeit, qualitativ gut auszubilden.

4. SCHNITTSTELLENPROBLEME ANGEHEN UND ABSCHAFFEN

  • Die Leitstellen sind bundesweit die Netzwerkknotenpunkte und erste Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger sowie die angeschlossenen Systeme und Leistungserbringer. Dennoch gibt es keine bundeseinheitlichen Standards oder Kooperationen oberhalb der Kreisebenen. Hier besteht viel Verbesserungspotential, gerade zu den Organisationen wie dem Kassenärztlichen. Bereitschaftsdienst oder Länderübergreifenden Organisationen.

5. SELBSTHILFEFÄHIGKEIT DER BEVÖLKERUNG WIEDER STÄRKEN

  • Die Bevölkerung ist in medizinischen Fragen oft überfordert. Das führt zu der Annahme, dass „der Bürger“ sich nicht zu helfen weis. Diesem Problem kann durch gezielte Aufklärung und Information, im Kindergarten beginnend, begegnet werden. In vergangenen Zeiten wurde viel Arbeit in die zivile Verteidigung gesteckt, die die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung stärken sollte. Mit neuen Ideen und neuen Medien kann dieses Konzept schnell wieder Früchte tragen. Wir brauchen unkomplizierte und barrierearme Wissenstransfers in die Allgemeinheit.

6. AUFKLÄRUNG VON VERSORGUNGSSTRUKTUREN

  • Neuen Herausforderungen wird oft mit alten Lösungen begegnet. Die Gesellschaft verändert sich, also sollte das Schutzkonzept sich anpassen. Vorbeugender Rettungsdienst kann hier ein Thema sein, ambulante Konzepte wie Gemeindenotfallsanitäter oder Gutachten, die die Zukunft betrachten und nicht die Vergangenheit. Die Forschung im Themenfeld Rettungsdienst muss gestärkt werden und Konzepte, die sich anderswo bewährt haben, sollten auch endlich umgesetzt werden, anstatt sie nur zu diskutieren.

7. DAS GESUNDHEITSSYSTEM ALS GANZES BETRACHTEN

  • Es wird im Gesundheitssystem, bei dem der Rettungsdienst nur ein Rad im Getriebe ist, keine Verbesserungen geben, wenn nicht das Gesamte betrachtet wird. Ohne Stärkung der ambulanten Versorgung vor Ort wird es keine Entlastung im Rettungsdienst geben. Ohne Entlastung im Rettungsdienst wird es in den Notaufnahmen keine Entlastung geben. Und ohne Entlastung in den Notaufnahmen werden weiter Patientengruppen mit anbehandelten Problemen zurück in die Häuslichkeit oder außerklinische Pflege entlassen, wo sie wieder auf einen Fachkräftemangel stoßen. Dieser Mangel wird das Rad von neuem drehen…

8. ABKEHR VON GEWINNORIENTIERUNG IN DER NOTFALLVERSORGUNG

  • Die Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge, eine hoheitliche Aufgabe des Staates. Öffentliche Sicherheit und Ordnung lässt sich nicht an wirtschaftlichen Faktoren messen, denn der beste Notfall ist der, der gar nicht erst passiert. Durch Haushaltsplanung und Kosten-Leistungs-Nachweise ist der unnötigen Ausgabe von Fremdmitteln bereits begegnet. Gewinnerzielungsabsichten führen in diesem System aber immer zu Missständen, die den Bürgerinnen und Bürgern – den letztendlichen Kostenträgern – schaden. Überlastetes Personal gibt keine Sicherheit, überlastete Systeme haben keine Reserven.

Früherer Renteneintritt – ja, bitte! Für alle Einsatzkräfte!

Die Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schlug auf einer Veranstaltungsreihe des „Reaktions-Netzwerks Deutschland“ einen früheren Renteneintritt, unter anderem für ehrenamtliche Einsatzkräfte bei Rettungsdiensten und Feuerwehren vor. Diese Forderung unterstützen wir als Fachgewerkschaft der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr ausdrücklich. Weiter möchten wir den Vorschlag von Frau Faeser noch ergänzen: Die Deutsche FeuerwehrGewerkschaft spricht sich für einen früheren Renteneintritt für alle Einsatzkräfte der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr aus. Unabhängig davon, ob sie ehrenamtlich tätig, verbeamtet oder tariflich beschäftigt sind. Für Einsatzkräfte ist ein Erreichen des Regelrentenalters kaum mit den gesundheitlichen Anforderungen der Berufe vereinbar. Rückwärtige Stellen für dienst eingeschränkte Kolleginnen und Kollegen sind kaum vorhanden und fallen oft als Erstes dem Rotstift zum Opfer. Hier trifft Frau Faeser teilweise genau den Ton der Kolleginnen und Kollegen, wenn sie davor warnt, dass diese Aufgaben in der Zukunft vielleicht nicht mehr so geleistet werden können, wie es jetzt noch der Fall ist.

„Die Mitarbeitenden bei Feuerwehren, den Rettungsdiensten und in den Leitstellen stehen im Dienst der Gesellschaft. Sie geben ihre Gesundheit, physisch und psychisch, damit wir alle in Sicherheit und Gesundheit leben können“ sagt Robert Pohl, Regionalverbandsvorsitzender Küste und Mitglied der Tarifkommission der DFeuG, „die Kolleginnen und Kollegen haben auch die Rückendeckung der Gesellschaft verdient. Unabhängig vom Beschäftigungsstatus. Hier darf es keine Klassengesellschaft geben.

Die DFeuG fordert die Politik hier zum Handeln auf. Vorschläge, die die Sicherheit der Bevölkerung verbessern, dürfen nicht im parteipolitischen Machtkämpfen untergehen. Die Altersversorgung ist ein großer Faktor für die Gewinnung von Mitarbeitenden in Zeiten des Fachkräftemangels.

„Politik hat nichts gelernt“: Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft fordert einheitliche Katastrophen-Einsatzkonzepte für Europa

Hochwasser, Waldbrände, Pandemie: Die Katastrophen hören nicht auf. „Ge-lernt hat man in der Regierung daraus bisher wenig bis gar nichts“, resümiert der stellvertretende Bundesvorsitzende der DFeuG, Lars Wieg. Bei diesen Lagen zeige sich immer wieder, dass die Einsatzstellen keinen Halt an Landes-grenzen bzw. den Grenzen der Bundesrepublik machen. Der Föderalismus der Länder behindere jedoch die Einsatztaktiken, so Wieg weiter.

So zahlreich die Beispiele für Katastrophen sind, so schwach scheint der Wille der Politik zu sein, schnelle und lösungsorientierte Strukturen umzu-setzen. Das beste Beispiel sind die derzeitigen Waldbrände in der Sächsischen Schweiz. Seit Wochen kämpfen überwiegend kommunale Freiwillige Feuerwehren gegen die Flammen in unzugänglichen Waldbereichen. „Diese Feuerwehrleute führen einen Kampf wie David gegen Goliat“, so Wieg weiter.

Dabei gibt es genügend Länder innerhalb der EU, die bereits Erfahrungen mit Waldbränden haben. Doch deren Löschflugzeuge und Hubschrauber dürfen Grenzen nicht überfliegen und somit nicht helfen. Deutschland braucht keine eigenen Löschflugzeuge, sondern ein EU-Netzwerk, um von der Expertise der Nachbarländer zu profitieren: Es muss möglich sein, diese Flugeinheiten bei Bedarf unkompliziert anzufordern und einzusetzen.

Als Fachgewerkschaft fordert die DFeuG deswegen von der Politik, sich end-lich mit den Experten von der Basis zusammenzusetzen und Konzepte zu schaffen, die unsere Nachbarn längst haben.

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft

Pressemitteilung als PDF