Bundesvorstand

Siegfried Maier

Feuerwehr München

1. Bundesvorsitzender

Daniel Dahlke

Feuerwehr Hamburg

stellv. Bundesvorsitzender

Lars Wieg

Feuerwehr Berlin

Fach-Ressorleiter Tarif /
stellv. Bundesvorsitzender

Steffen Demuth

Feuerwehr München

Schriftführer

Bernhard Antl

Feuerwehr Regensburg

Fach-Ressortleiter Recht / Datenschutzkoordinator

Tobias Thiele

Feuerwehr Wiesbaden

Pressesprecher

Udo Bingemann

Bundeswehrfeuerwehr

Kommissarischer Schatzmeister

Andreas Kacsur

Feuerwehr Mühlhausen

Fach-Ressortleiter Arbeitsgruppen

Chronik

Seit Ende der 90er entwickelte sich eine starke Unzufriedenheit bei den Feuerwehrleuten. Die Gründe waren zahlreich: Beförderungsstopp, Gehaltskürzungen, mehr Arbeit ohne entsprechende Entlohnung und vieles mehr. Die Einsatzkräfte fühlten sich nicht adäquat vertreten. Die etablierten Gewerkschaften berücksichtigten die Feuerwehrleute nicht ausreichend, ihre Interessen und die Besonderheiten der Berufsgruppen gingen bei Verhandlungen unter. Der Fürsprecher für die Feuerwehr fehlte. Deswegen begannen Feuerwehrleute sich ab 2003 unter anderem in Oberhausen, Hemer, Mühlheim, Wuppertal und Solingen zu organisieren. Noch unabhängig voneinander – bis vier Kollegen diese Initiativen bündelten.

Grundsteinlegung für die DFeuG: Am 26. Oktober 2008 wird die Interessenvertretung der Feuerwehr (IdFw) in Solingen gegründet. Die erste Bewährungsprobe für die junge Interessenvertretung: AZVO Feu Umsetzung von 54 auf 48 Stunden. Die IdFw ist beteiligt an der Beratung der Politik, Personalräte und der Kollegen*innen. Während die Kommunen Druck auf die Feuerwehrleute machen, erarbeitet die IdFw gemeinsam mit der Politik individuelle Übergangslösungen und erwirkt die Einstellung von mehr Einsatzkräften. IdFw ist ein Erfolgsprojekt: 2008 und 2009 folgen Landesgruppen in Rheinland- Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Baden-Württemberg. Ein Bundesvorstand wird gegründet, in vier Städten schafft es die IdFw in den Personalrat.

Mai 2011: Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) wird gegründet. Weitere Landesgruppen folgten.
2018 verschmelzen der in Hamburg gegründete Berufsverband Feuerwehr und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. In der Hansestadt hatten sich 13 Beamte aus dem mittleren und gehobenen Dienst zusammengetan, um Missstände bei der Feuerwehr Hamburg anzugehen. Durch die Zusammenarbeit mit der DFeuG wird der Weg zur größten Interessenvertretung der hauptamtlichen Feuerwehrleute in Deutschland geebnet. Mittlerweile ist die DFeuG in 14 Bundesländern vertreten.

Aufgrund der vielschichtigen Tätigkeitsfelder, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen von Berufs- und Werkfeuerwehren tätig sind, wächst auch der Aufgabenbereich, den die DFeuG für und mit ihren Mitgliedern betreut. Seit kurzem zählen hier auch die Bereiche des Rettungsdienstes, sowie der Brand- und Katastrophenschutz zu, worunter auch die vielen hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte der Freiwilligen Feuerwehren zählen. Nicht zu vergessen: die ca. 2.500 Leitstellendisponenten in den Rettungsleitstellen deutschlandweit.

NewsArchiv

Glückwünsche zur Gründung der Berufsfeuerwehr Norderstedt

Liebe Kollegin,
Lieber Kollege,

Der Vorstand des Landesverbandes Schleswig-Holstein gratuliert herzlich zur Gründung der 112. Berufsfeuerwehr in Deutschland und 5. BF in Schleswig-Holstein – der Berufsfeuerwehr Norderstedt. Wir wünschen euch auch weiterhin alles gute und immer eine glückliche Hand bei eurem wichtigen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger in eurer Stadt. Wir gratulieren ebenfalls im Namen des Bundesvorstandes der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft zu diesem wichtigen Schritt für die Allgemeinheit.

Das Thema Hauptamtlichkeit in der Feuerwehr nimmt landesweit an Bedeutung zu. Längst sind nicht mehr alle Einsätze in allen Gemeinden rein ehrenamtlich zu leisten. Die DFeuG, als die Fachgewerkschaft für die Feuerwehr und die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr, fordert schon lange die die Schaffung von mehr hauptamtlichen Strukturen um das Ehrenamt als wichtige Säule der deutschen Gefahrenabwehr zu entlasten. Daher freut es uns sehr, dass die Stadt Norderstedt diesen Schritt gemacht hat.

Gerne stehen wir euch, und natürlich auch eurem Dienstherren, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und sind immer bereit weiter auf dem Weg zu unterstützen.
Kommt bitte immer gesund von allen Einsätzen zurück!

Mit gewerkschaftlichen Grüßen,
Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein

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Der Rettungsdienst in Schleswig-Holstein – Berlin ist nicht weit

Der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehren Berlin und Hamburg ist momentan dauerhaft in den Schlagzeilen und unter dem Hashtag #nurnoch1RTW in den sozialen Medien. Grund dafür ist ein massiver Personalmangel und stetig ansteigende Einsatzzahlen. Auch das System des Rettungsdienstes in Deutschland kommt an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Eine Veränderung der Inanspruchnahme des Rettungsdienstes ist schon länger zu beobachten. Und dann kam die Pandemie. Die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst leisten seit mehr als zwei Jahren großes. Krankheitsbedingte Personalausfälle wurden durch Umgestaltung der Dienstplanmodelle kompensiert. Vielerorts auch durch Mehrarbeit der Kolleginnen und Kollegen. Doch dieses System kollabiert jetzt. In ganz Schleswig-Holstein sind tagtäglich Rettungsmittel nicht besetzt. Die Leistungserbringer im Rettungsdienst haben keine Wahl mehr als das Personal umzuplanen und nach Priorität Fahrzeuge zu besetzen oder eben außer Dienst zu lassen.

„Das kann so nicht mehr weitergehen“ meint Robert Pohl, Landesverbandsvorsitzender der DFeuG in Schleswig-Holstein, „das System Rettungsdienst muss neu gedacht werden. Die Konzepte dazu gibt es seit Jahren. Die Kostenträger verzögern diese nur. Aus Sicht der DFeuG ist es nicht mehr Zielführend, bei hoher Auslastung einfach mehr Rettungswagen an die Wachen zu stellen. Dafür fehlen einfach die Fachkräfte. Die Bundespolitik ist gefordert den Rettungsdienst und die gesamte Versorgungskette vor dem Krankenhaus zu reformieren. Dazu muss der Beruf des Notfallsanitäters deutlich an Attraktivität gewinnen. Die Kolleginnen und Kollegen verlieren sich nach der Ausbildung schnell in anderen Berufen. Mangel ist überall.“

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft ist die Fachgewerkschaft in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Sie vertritt Beamte und tariflich beschäftige bei Feuerwehren, Werkfeuerwehren, Leitstellen und Mitarbeitende öffentlichen Rettungsdienst. Als Gewerkschaft der Basis nehmen wir die Probleme der Kolleginnen und Kollegen auf und tragen sie zu den Verantwortlichen.

Für weitere Fragen stehen wir jederzeit unter presse@dfeug.de zur Verfügung.

Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein
Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft

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13 Punkte, um den Notstand zu beseitigen

Wir möchten den Focus noch einmal auf die vergangenen Tage lenken.

Es eskalierte die Situation in der Weise, dass die Berliner Feuerwehr zeitweilig über keinerlei Rettungsmittel in der Notfallrettung mehr verfügte und dass über 30 Einsätze nicht beschickt werden konnten. Löschfahrzeuge (LHF) wurden außer Dienst genommen, um zu verstärken. Die verbliebenen LHF wurden zu Notfalleinsätzen geschickt, um noch irgendwie helfen zu können. Wer allerdings meint in diesem „Outback des Rettungsdienstes“ sei es eine Lösung den Brandschutz zu opfern, der hat die eigentlichen Herausforderungen und Veränderung nicht wahrgenommen. Gleichzeitig wurde der Grundschutzbedarf in der Brandbekämpfung derart geschwächt, dass es zu erheblichen Einschränkungen in der Brandbekämpfung kam, wobei wiederum das Leben von Menschen auf dem Spiel stand.

Wir schlagen folgende kurzfristige Lösungsansätze vor, zum einen um eine Entlastung für die Mitarbeitenden im Rettungsdienst in Berlin zu erreichen, andererseits auch die Verfügbarkeit von Rettungsmitteln zu steigern:

  • Derzeitig beginnt der Dienst auf allen Feuerwachen zur gleichen Zeit jeweils um 07:00 oder 19:00 Uhr. Um diese Situation zu entzerren, schlagen wir versetzte Ablösezeiten auf den Feuer- und Rettungswachen vor.
  • Wir müssen das Rettungssanitäter Potential nutzen. Hierzu muss RettSan als Fahrer für das NEF eingesetzt werden, das macht NotSan und RettAss für den RTW frei und sorgt für wichtige Ressourcen.
  • Zuverlässige Regenerationsphasen – Es geht nicht mehr, dass es Mitarbeitende gibt die, permanent 12 Stunden ohne Pause arbeiten. Das führt nur zu einem weiteren Ausfall von Personal.
  • Ausbau der Telemedizin– die Erreichbarkeit des Telenotarztes (TNA) in der Leitstelle muss vereinfacht werden, um die Mitarbeitenden vor Ort in ihrer Entscheidung, ob transportiert werden muss oder nicht zu unterstützen. Dazu ist es notwendig, die Arbeitsweise der TNA zu evaluieren und bestehende technische Barrieren zu beseitigen.
  • Einführung einer Beratung von Patienten durch den TNA per Video – was Hausärzte in der Pandemie können, sollte auch für uns als Rettungsdienst möglich sein. So könnte man bei schwierigen Fragen frühzeitig eine Entscheidung treffen. 
  • Es muss möglich sein, dass Verlegungstransporte entweder durch die Krankenhäuser selbst durchgeführt werden indem die KH den Arzt stellen und einen KT beauftragen, aber zumindest muss im Ausnahmezustand das Aufschieben von Verlegungstransporten möglich sein, um die Primärrettung nicht zu belasten.
  • Es muss ein Konzept für Folgeeinsätze erarbeitet werden und kurzfristig umgesetzt werden, um die niedrig priorisierten Einsätze, sogenannte „Notfalltransporte“ zeitverzögert – mit 4 Stunden Zeithorizont – in einer Reihenfolge abzuarbeiten. 
  • Analog des Oldenburger Gemeindenotfallsanitäter oder des bayrischen Rettungsdiensteinsatzfahrzeugs (Ref) muss die Einführung des NOTSAN Erkunder zeitnah umgesetzt werden.
  • Bei einer hohen Auslastung der Einsatzmittel muss eine Priorisierung der Einsätze erfolgen. Anrufer mit einer niedrigen Priorisierung werden alternative Hilfsangebote wie Hausarzt oder Apotheken angeboten.
  • Einbindung von Krankentransporten durch die Bereitstellung einer digitalen Plattform. Dort können sich die KT Unternehmen registrieren, um Einsätze zu erhalten. Die Vergabe erfolgt durch das Zufallsprinzip. 
  • Um Wertschätzung zu zeigen, muss eine Einsatzpauschale geschaffen werden. Diese sollte mindestens 10 € pro Einsatz und Mitarbeitenden betragen.
  • Bei der Inanspruchnahme des Rettungsdienstes ist pro Einsatz durch den Inanspruchnehmer eine Zuzahlung in Höhe von mindestens 10 € zu entrichten.
  • Die Zeit in der Warteschleife sollte mit sachdienlichen Hinweisen – momentan gibt es eine hohe Auslastung im Rettungsdienst, bei nicht lebensbedrohlichen Notfällen suchen sie den Hausarzt auf oder rufen die 116/117 an.

Mit freundlichen Grüßen
presse-bb@dfeug.de

Ein Notfallplan, der keiner ist…

„Mir fehlen die Worte“, sagt Lars Wieg, Vorsitzender der DFeuG Berlin-Brandenburg.

„Wenn das die Antwort der Verantwortlichen auf die katastrophale Situation im Rettungsdienst ist, dann wird das ein spannender Sommer“.

Das ist keine angemessene Reaktion auf die derzeitigen Probleme, die Mitarbeitenden haben mehr erwartet.

Die vermeintliche Indienstnahme von 5 zusätzlichen Rettungswagen (RTW) durch Hilfsorganisationen (HIO) ist eine Mogelpackung. Schon jetzt sind jene nicht in der Lage, ihr bisheriges Angebot zuverlässig zu decken. Ständig sind einige der Fahrzeuge der HIO aus Personal-mangel nicht im Dienst. Allein heute sind 5 RTW. Nur Hardware löst das Problem nicht. Es braucht 3 Jahre, um zum Notfallsanitäter (NOTSAN) ausgebildet zu sein. Man scheint diesen Umstand permanente zu leugnen und verzichtet weiterhin auf die vorhandene Ressource des Rettungssanitäters. Der Ausbildungsgrad ist deutlich niedriger, aber durchaus ausreichend, um niedrig priorisierte und leichte Fälle zu beurteilen und zu versorgen.

Abstimmung einer Kampagne mit der KV

„Bereits mit Beginn der Taskforce im Oktober 2021 war klar, dass Gespräche geführt wer-den mussten und sollten. Passiert ist aber nichts“, so Lars Wieg und setzt fort „Von der Behördenleitung wurde lediglich auf die gute Zusammenarbeit mit der KV verwiesen und ein Handlungsbedarf nicht erkannt“.

Eine Notrufkampagne, wie durch die Senatorin geplant, gab es im letzten Jahr. Der damalige Senator Geisel konnte sich augenscheinlich auch nicht mit dem zahnlosen Versuch der Aufklärung identifizieren, sodass er dem Start der Kampagne fernblieb. Es muss klarer kommuniziert werden. Eine weitere Werbeveranstaltung, die eher wie eine Nachwuchsgewinnung aussieht, brauchen wir an dieser Stelle nicht.

Prüfung der Einsatzmittelverfügbarkeit

Seit Monaten wird eine Anpassung der Ablösezeiten gefordert. Aktuell löst jede Dienststelle zur gleichen Zeit ab. Das sorgt naturgemäß für größere Löcher zu diesen Zeiten. Es wurde ein Probebetrieb mit einem strategischen Versatz der Ablösung um 30min durchgeführt. „Ein voller Erfolg, auch aus Sicht der Behörde. Und doch warten wir seit vielen Wochen auf eine Umsetzung. Die Verfahrensdauer ist an vielen Stellen ein Alptraum“, so Wieg.

Auch die Einführung bzw. das Angebot anderer Dienstplanmodelle, ist eine seit letztem Jahr vorliegende Forderung. Es hat über ein halbes Jahr gedauert, um hier wenigstens ein Interessenbekundungsverfahren zu initiieren. Wir sind auf weitere Ergebnisse gespannt.

„Überlegungen, die Reinigungszeiten zu verkürzen, um die Verfügbarkeit von RTW zu erhöhen ist ein Witz. Nicht nur, dass es suggeriert, die Kolleginnen und Kollegen sollen einfach schneller machen, stelle ich mir die Frage, ob wir nun Hygienestandards inmitten einer Pandemie abschaffen wollen. Aber dann soll man es offen sagen, wenn man nach 24 Einsätzen in 24 Stunden Rettungsmittel akzeptiert, die wie ein Bahnhofsklo aussehen“, ärgert sich Lars Wieg als Gewerkschafter und selbst Rettungsdienstler.

Personal aus der Verwaltung?

Um im Einsatzdienst tätig sein zu können, bedarf es einer Rezertifizierung der Fähigkeiten und einer ständigen Qualifikation. „Auch das haben wir im Zuge der Taskforce besprochen und vor dem Hintergrund der fehlenden Machbarkeit verworfen. Daher scheint der erneute Vorschlag befremdlich. Das ist nicht so kurzfristig umsetzbar, wie man es der Senatorin versprochen hat“, sagt Wieg.

„Den Stellenaufwuchs der letzten Jahre als eine Lösung für die jetzige Krise zu präsentieren, ist Augenwischerei. Die Besetzung der freien Stellen wird erst in einigen Jahren, wenn überhaupt, abgeschlossen sein. Man scheint blind vor aktuellen Abgängen, Pensionierungen und der Tatsache, dass auch 2026 viele Rettungsassistenten, dem Vorläufer des Notfallsanitäters, ihre Qualifikation aufgrund einer Neuordnung der Ausbildung und dem Ablauf der Übergangsfrist, verlieren.“, so Wieg.

Eine Entlastung für die Mitarbeitenden im Einsatzdienst wird damit nicht erreicht, darüber haben wir auch nichts lesen können, scheint augenscheinlich in die zweite Reihe gerückt zu sein. Die seit Monaten stattfindende Überlastung der Beschäftigten ist dennoch einer der Gründe für die aktuelle Situation. Die ständigen 120% fordern ihren Tribut in Krankheit und Ausfall.

Das Einführen von Regenerationszeiten ist nicht vorgesehen, beklagt Lars Wieg, oft bleibt den Kollegen keine Zeit zum Essen und für die einfachsten menschlichsten Bedürfnisse. Das muss ein Ende finden.

Lars Wieg,
Vorsitzender DFeuG Berlin-Brandenburg

Die Feuerwehr Hamburg brennt! „Löschversuche der Gewerkschaften scheitern“

Mehrfach haben wir, wie auch die anderen Gewerkschaften, in den vergangenen Jahren auf eine völlig aus dem Ruder gelaufene Situation in der Rettungsleitstelle sowie im Rettungsdienst hingewiesen.

Wiederholt wurden unsere Warnungen von der Politik
und Innensenator Andy Grote nicht ernst genommen.

Deutlich wurde es auch wieder am vergangenen Samstag!

Am Abend war im Hamburger Westen kein einziger freier Rettungswagen verfügbar. Daraufhin mussten im Süden stationierte Rettungswagen ihren Standort in den Westen der Stadt verlegen. Da auch dies augenscheinlich nicht ausreichte, wurde zusätzlich im Süden ein Löschfahrzeug außer Dienst genommen. Man hat dadurch weitere Rettungsdienstressourcen freigesetzt, um wenigstens den Innenstadtbereich absichern zu können! Somit waren die Bürger:innen im Süden dem überlasteten System hilflos und nichtsahnend ausgeliefert. War das AGBF-Schutzziel in Gefahr? Ja!

Der Rettungsdienstbereich in Eidelstedt ist seit Jahren das am schlechtesten abgedeckte Revier in Hamburg. Schon vor Jahren wurde festgestellt, dass dort zwei Fahrzeuge mehr stationiert werden müssten. Zuletzt wurde am 17.06.2022 in Stellingen ein Löschfahrzeug einen halben Tag lang außer Dienst genommen, um diesen Bereich mit zusätzlichen Rettungswagen abzudecken.

In der Rettungsleitstelle war die Situation ebenfalls katastrophal! Die sensibelste Schnittstelle der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr hatte mit über 1700 Notrufen zu kämpfen, aus denen über 1300 Einsätze resultierten. Mehr Einsätze als an hochfrequentierten Silvesternächten, an denen allerdings viele zusätzliche Rettungswagen und Löschfahrzeuge besetzt werden! Auch die Berufsfachschule für Notfallsanitäter und die Feuerwehrakademie sollen immer wieder Unterrichte ausfallen lassen um den Rettungsdienst zu retten, letztmalig am 27.06.2022. Tendenz steigend!

Dazu Jan Heinrich, Vorsitzender des Landesverbandes: „Noch hält der Teamgeist die Kolleg:innen an den Feuer- und Rettungswachen, der Rettungsleitstelle und den Ausbildungsstätten zusammen. Aber zu welchem Preis? Das Kollegium geht bereits auf blutigem Zahnfleisch und versucht sich in den verdienten Sommerurlaub zu retten. Das allerdings mit dem Wissen, dass die Erholung kurz nach dem Urlaub wieder dahin ist.

Die Politik sollte sich schnell entscheiden, ob sie endlich auf unsere Unterstützungsangebote eingehen oder die Feuerwehr mit dem dazugehörigen Rettungsdienst unkontrolliert abbrennen lassen möchte. Der Innensenator wird sich rechtfertigen müssen, warum er trotz aller Warnungen der Gewerkschaften, nicht auf die bekannten Missstände reagiert hat!

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Notfallrettung bundesweit am Limit: DFeuG fordert dringend Unterstützung der Politik

„Seit Monaten warnen wir vor dem Kollaps im Rettungsdienst, jetzt ist er da“, sagt
DFeuG-Bundesvorsitzender Siegfried Maier im Hinblick auf die Situation in Berlin. In
diesem Jahr wurden dort bisher mehr als 167 Tage gezählt, an denen zu wenige oder
keine Fahrzeuge für die Notfallrettung mehr frei waren. Die Bundeshauptstadt ist jedoch
kein Einzelfall.

„Die Situation ist bundesweit alarmierend und inakzeptabel“, so Maier weiter. Täglich
kämpfen Leitstellendisponenten mit dem Problem, dass zu wenig Einsatzfahrzeuge zur
Verfügung stehen. Die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst fahren in ihren
Schichten pausenlos Einsätze, oft weit über ihre Arbeitszeiten hinaus.

„Dieser Zustand ist nicht länger haltbar. Hier werden durch die Politik wissentlich
Menschenleben gefährdet und irreparable, medizinische Schäden unserer Bürgerinnen
und Bürger wissentlich in Kauf genommen“, so Maier. Es brauche dringend eine
ganzheitliche Neuausrichtung der Notfallrettung, vom Notruf bis zur Einsatzabwicklung
in den Kliniken.

Der Bundesvorsitzende weiter: „So intensiv wie sich die Politik momentan auf die
chaotischen Zuständen auf Flughäfen fokussiert, sollten die zuständigen Politiker und
Politikerinnen auch bei einem Konzept für die Notfallrettung vorgehen.“ Maier stehe für
lösungsorientierte Gespräche zur Verfügung.

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Bewegung im Thema Feuerwehrzulage

Die Deutsche Feuerwehr Gewerkschaft Hamburg begrüßt die Unterzeichnung der „Hannoveraner Erklärung“ der SPD durch den Innenpolitischen Sprecher der SPD Hamburg, Sören Schumacher.

Im 5 Abschnitt der Erklärung, dem Abschnitt Harmonisierung der Feuerwehrzulage, heißt es unter anderem: „Für eine höhere Wertschätzung streben wir eine Harmonisierung der Feuerwehrzulage an, um bundesweit ein Mindestniveau für Feuerwehrbeamtinnen und Beamte zu schaffen. Zulagen sollen in allen Ländern ruhegehaltsfähig sein.“

Wir haben in Gesprächen mit der Politik immer wieder betont wie wichtig es ist, den Kollegen für all Ihre Dienste eine entsprechende Wertschätzung auch in monetärer Form zu kommen zu lassen, über Schulterklopfen und Danksagung sind wir längst hinaus.

Wir haben immer wieder eine Erhöhung der Feuerwehrzulage und die Einführung der Ruhegehaltsfähigkeit für diese gefordert, nun scheint langsam Bewegung in die Angelegenheit zu kommen.

Es ist zwar weder beschlossen noch umgesetzt, jedoch gehen wir davon aus, dass die Umsetzung dieses Vorhabens, gerade im Hinblick auf einen von der SPD geführten Senat, nur noch eine reine Formsache ist?

„Gerade im Vergleich mit anderen Bundesländern steht Hamburg mit einigen anderen aus den neuen Bundesländern auf den letzten Plätzen. Wir hoffen, dass hier bundesweit an der Stellschraube gedreht wird.
Gerade im Hinblick auf die Inflation ist unsere Feuerwehrzulage sowieso nur noch halb so viel Wert, wie sie es bei der Einführung war.

Jetzt kann die Politik und gerade Innensenator Andy Grote seinem ausdrücklich großen Dank und Respekt, von dem er auf der Landespressekonferenz am 21.06.2022 sprach, noch einmal Nachdruck verleihen und sich für eine schnelle, sinnvolle und zielgerichtete Umsetzung stark machen.“ sagt Jan Heinrich, Vorsitzender des Landesverband Hamburg.

Für den Vorstand,
Heiko Runge

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Bundesgesundheitsminister Lauterbach

„Ihre (die der Ungeimpften) Arbeit hat keinen Beitrag geleistet.“

„Es ist nicht nur falsch, was der Gesundheitsminister da sagt, sondern auch ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehren und Rettungsdienste“, positioniert sich der Vorsitzende der DFeuG Berlin-Brandenburg, Lars Wieg.

„Alle, ganz unabhängig ihres Impfstatus, haben bis zum Umfallen gearbeitet. Sie taten das vor Corona und machen das auch jetzt. Ob in Krankenhäusern oder im Rettungsdienst. Wir erwarten keinen Kniefall, aber wir erwarten wenigstens Respekt für alle unsere Kolleginnen und Kollegen.“

Wie ist die einrichtungsbezogene Impfpflicht überhaupt noch haltbar?

In all den dynamischen Entwicklungen ist man jetzt statisch in den Maßnahmen gefangen und schert sich nicht viel um neue Erkenntnisse.

„Die Erkenntnis darüber, dass die Impfung aus heutiger Sicht einen Eigenschutz vor einem schweren Verlauf darstellen kann und von Prävention vor Übertragung keine Rede mehr ist, sollte sich durchgesetzt haben. Wir empfehlen eine Impfung, wie wir generell das Impfen empfehlen. Aber weder als Pflicht und schon gar nicht im indirekten Zwang!“

Die Erzählung der „nebenwirkungsfreien“ Impfung weicht dem Eingeständnis, dass es durchaus Risiken gibt. Überraschend ist das für uns nicht. Eine pauschale Risiko-Nutzen-Abwägung über alle Altersgruppen zu formulieren ist bestenfalls vage und die Vehemenz der damaligen und heutigen Kommunikation hierzu beschädigt das Vertrauen in die Zielsetzung und Maßnahmen.

„Einrichtung“ Berliner Feuerwehr

Die Sicht der Behördenleitung der Berliner Feuerwehr, die gesamte Behörde als „impfpflichtig“ zu identifizieren und die Verweigerungshaltung des Gesundheitsamtes, für Aufklärung zu sorgen, treibt ganz andere Stilblüten. Lars Wieg: „Diese Ausdehnung der Impfpflicht, ohne darauf einzugehen, was der Gesetzgeber gemeint haben könnte, führt dazu, dass wir keine KFZ Mechatroniker Azubis einstellen, die nicht wenigstens ab Oktober dreifach geimpft sind.“

Lars Wieg,
Vorsitzender DFeuG Berlin-Brandenburg

Pressereaktionen

Berliner Zeitung am 24.6.2022, 14:28 Uhr

Berliner-Kurier am 24.06.22, 15:44 Uhr

Jahresbericht der Feuerwehr Hamburg belegt die hohe Einsatzbelastung im Rettungsdienst

Bei der Feuerwehr Hamburg brennt es nicht nur in den Brandcontainern an der Feuerwehrakademie.
Ein kaum noch einzudämmender Flächenbrand ist im Bereich Rettungsdienst längst außer Kontrolle.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft hat die politischen Verantwortlichen in den letzten Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass der Rettungsdienst in Hamburg weit über seine Kapazitäten belastet wird. Die heute von der Feuerwehr Hamburg veröffentlichten Daten und Zahlen des Jahresberichtes 2021 belegen unsere Hinweise.

Es wurden über 309.000 Rettungsdiensteinsätze durch die Leitstelle der Feuerwehr Hamburg alarmiert, wovon 250.716 Rettungsdiensteinsätze durch die Feuerwehr geleistet wurden. Im Vergleich zu 2020 eine Steigerung um 24.361 Einsätzen.
Die weiteren Einsätze wurden durch externe Leistungserbringer, Bundeswehr und ADAC Rettungshubschrauber abgearbeitet. Wichtig ist von unserer Seite aber auch zu erwähnen, dass nicht alles regelhafte Rettungsdiensteinsätze sind. Beispielsweise wurden Hilfeleistungen, Beratungen oder auch Krankentransporte, Krankenhausentlassungen – teilweise bis nach Sylt- durch Feuerwehr-Rettungswagen durchgeführt.

Ein Rettungswagen, der für die Notfallrettung zuständig ist, fehlt so auch mal eben 6 Stunden lang in Hamburg.
Jedoch ist es wie immer… die Hamburger Feuerwehr springt „mal eben ein und richtet es… „
Wie lange noch bis der Kollaps eintritt?

Wenn man die Medien verfolgt, könnte man denken: „So schlimm kann es in Hamburg ja nicht sein, von Berlin liest man täglich, dass diese den Ausnahmezustand Rettungsdienst ausrufen, um zu versuchen zusätzliche Fahrzeuge in Dienst zu nehmen, das hört man von Hamburg nicht…“ Aber auch in Hamburg werden teilweise Löschfahrzeuge außer Dienstgenommen um RTW zu besetzten, wie z.B. am letzten Freitag, in Stellingen, von der Mittagszeit bis in die Abendstunden.

Stimmt auch man hört es nicht, das liegt jedoch nicht daran, dass der Rettungsdienst nicht ausgelastet ist, viel mehr daran, dass es in Hamburg weder eine festgelegte Größe gibt, wann dieser ausgerufen wird, noch gibt es in der Leitstelle ein entsprechendes Tool, um diese Liveauswertung durchzuführen. In Berlin wird dieser Zustand ausgerufen, wenn 80% der Rettungswagen ausgelastet sind und/oder die dortige Hilfsfrist von 10 min nicht eingehalten werden kann. Wie oft das in Hamburg der Fall ist, kann niemand mit Gewissheit sagen, jedoch kann man bei der gestiegenen Einsatzzahlen, und den täglichen Durchsagen der Leitstelle per Funk: „Wir benötigen dringend einen freien Rettungswagen im Bereich XXX“ davon ausgehen, dass auch in Hamburg dieser Zustand bereits eher zur Regel geworden ist.

„Wir fordern Innensenator Grote und alle weiteren politischen Verantwortlichen nochmals dazu auf, nun nach dem die belastbaren Zahlen des letzten Jahres vorliegen, dringend dafür zu sorgen, diesen Zustand abzuwenden ansonsten kollabiert das System Rettungsdienst in Hamburg. Es gibt verschiedene Stellschrauben an denen gedreht werden kann. Die Rechtssicherheit für Disponenten, bei eindeutigen Bagatelleinsätzen keinen RTW zu schicken oder eben ähnlich wie bei der Polizei zeitverzögert, beispielsweise innerhalb von 3h, dafür muss jedoch das Abfragesystem in der Leitstelle angepasst werden. Eine Rechtssicherheit, dass Krankentransporte, gerade Entlassungen aus dem Krankenhaus, nicht durch die Feuerwehr bedient werden und ggf. einige Stunden später durch die Krankentransportunternehmen, bei Fahrzeugverfügbarkeit durchgeführt werden können. Dies und viele andere kleine Veränderungen können eine große Veränderung bewirken. Gerne stehen wir hier auch beratend mit unserem Bundesweiten Netzwerk der AG Leitstelle und AG Rettungsdienst beratend zur Verfügung“

so Jan Heinrich, Landesverbandsvorsitzender der DFeuG Hamburg.

Für den Vorstand, Heiko Runge

 

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Steigender Personalausfall

In einer Pressemitteilung warnt unser Bundesvorsitzender vor steigendem Personalausfall bei Rettungsdienst, Feuerwehr und in den Rettungsleitstellen

Die Wetterprognose der kommenden Tage stellt unsere Einsatzkräfte erneut vor besondere Herausforderungen, warnt der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG), Siegfried Maier.

Aus den letzten Jahren wissen wir, dass solche Wärmebelastungen, steigende Rettungsdiensteinsätze mit sich bringen. Auch im abwehrenden Brandschutz steigen, aufgrund der Trockenheit, die Einsatzzahlen.

Nicht besser sieht es in den Rettungsleitstellen aus, so Maier weiter. Erfahrungsgemäß nimmt auch hier das Notrufaufkommen merklich zu, erreichen die Leitstellendisponenten neben dem „Alltag“ zusätzliche Notrufe.

All dies allein fordert unsere Kolleginnen und Kollegen zusätzlich und außergewöhnlich.

Bundesvorsitzender Siegfried Maier
Bundesvorsitzender Siegfried Maier

Besonders beunruhigt uns als Fachgewerkschaft derzeit die von der Gesellschaft kaum wahrgenommenen, steigenden Zahl an Covid-19 Erkrankungen, welche nun auch, aufgrund fehlender, gesellschaftlicher Schutzmaßnahmen für unsere Fachkräfte ein zunehmendes Problem darstellen.

Viele Feuer- und Rettungswachen kämpfen derzeit mit einem hohen Personalausfall, der in der Realität derzeit bis zur Nichtbesetzung wichtiger Einsatzfahrzeuge und Rettungsmittel führt.