Bundesvorstand

Siegfried Maier

Feuerwehr München

1. Bundesvorsitzender

Daniel Dahlke

Feuerwehr Hamburg

stellv. Bundesvorsitzender

Lars Wieg

Feuerwehr Berlin

Fach-Ressorleiter Tarif /
stellv. Bundesvorsitzender

Steffen Demuth

Feuerwehr München

Schriftführer

Bernhard Antl

Feuerwehr Regensburg

Fach-Ressortleiter Recht / Datenschutzkoordinator

Tobias Thiele

Feuerwehr Wiesbaden

Pressesprecher

Udo Bingemann

Bundeswehrfeuerwehr

Schatzmeister

Sabine Kohlmeyer

Feuerwehr Bremen Vorsitzende P-Rat

Beisitzerin

Simon Ruser

Feuerwehr Saarbrücken

Beisitzer

Andreas Kacsur

Feuerwehr Mühlhausen

Fach-Ressortleiter Arbeitsgruppen

Chronik

Seit Ende der 90er entwickelte sich eine starke Unzufriedenheit bei den Feuerwehrleuten. Die Gründe waren zahlreich: Beförderungsstopp, Gehaltskürzungen, mehr Arbeit ohne entsprechende Entlohnung und vieles mehr. Die Einsatzkräfte fühlten sich nicht adäquat vertreten. Die etablierten Gewerkschaften berücksichtigten die Feuerwehrleute nicht ausreichend, ihre Interessen und die Besonderheiten der Berufsgruppen gingen bei Verhandlungen unter. Der Fürsprecher für die Feuerwehr fehlte. Deswegen begannen Feuerwehrleute sich ab 2003 unter anderem in Oberhausen, Hemer, Mühlheim, Wuppertal und Solingen zu organisieren. Noch unabhängig voneinander – bis vier Kollegen diese Initiativen bündelten.

Grundsteinlegung für die DFeuG: Am 26. Oktober 2008 wird die Interessenvertretung der Feuerwehr (IdFw) in Solingen gegründet. Die erste Bewährungsprobe für die junge Interessenvertretung: AZVO Feu Umsetzung von 54 auf 48 Stunden. Die IdFw ist beteiligt an der Beratung der Politik, Personalräte und der Kollegen*innen. Während die Kommunen Druck auf die Feuerwehrleute machen, erarbeitet die IdFw gemeinsam mit der Politik individuelle Übergangslösungen und erwirkt die Einstellung von mehr Einsatzkräften. IdFw ist ein Erfolgsprojekt: 2008 und 2009 folgen Landesgruppen in Rheinland- Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Baden-Württemberg. Ein Bundesvorstand wird gegründet, in vier Städten schafft es die IdFw in den Personalrat.

Mai 2011: Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) wird gegründet. Weitere Landesgruppen folgten.
2018 verschmelzen der in Hamburg gegründete Berufsverband Feuerwehr und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. In der Hansestadt hatten sich 13 Beamte aus dem mittleren und gehobenen Dienst zusammengetan, um Missstände bei der Feuerwehr Hamburg anzugehen. Durch die Zusammenarbeit mit der DFeuG wird der Weg zur größten Interessenvertretung der hauptamtlichen Feuerwehrleute in Deutschland geebnet. Mittlerweile ist die DFeuG in 14 Bundesländern vertreten.

Aufgrund der vielschichtigen Tätigkeitsfelder, in denen unsere Kolleginnen und Kollegen von Berufs- und Werkfeuerwehren tätig sind, wächst auch der Aufgabenbereich, den die DFeuG für und mit ihren Mitgliedern betreut. Seit kurzem zählen hier auch die Bereiche des Rettungsdienstes, sowie der Brand- und Katastrophenschutz zu, worunter auch die vielen hauptamtlichen Feuerwehrgerätewarte der Freiwilligen Feuerwehren zählen. Nicht zu vergessen: die ca. 2.500 Leitstellendisponenten in den Rettungsleitstellen deutschlandweit.

NewsArchiv

Ein notwendiger und guter Schritt, den man nicht über Gebühr feiern sollte.

Anlässlich der dramatischen Entwicklung im Notfallrettungsdienst der Berliner Feuerwehr wurden die ersten von hunderten suspekten Codeanbindungen geprüft und angepasst. Das Ergebnis ist die Weiterleitung an die KV (Kassenärztliche Vereinigung, 116117). Dieses Thema der „CodeReview“ mit Priorität zu bearbeiten ist eine bekannte Forderung der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, der wir auch in der Task Force 2021 eine hohe Bedeutung zuschrieben.

In der Nichtbeachtung sehen wir einen der Gründe für die aktuelle Überlastung des Rettungsdienstes. Erst ein hartes Eingreifen der Senatsinnenverwaltung und medialer Druck erzeugte auch beim ÄLRD die notwendige Aufmerksamkeit zu diesem Thema.

Es ist ein erster guter Schritt auf einem langen Weg….nicht weniger, aber auch nicht mehr.

„Netzwerke zu bilden bedeutet nicht, alle Hilfeersuchen außerhalb der Notfallrettung ausschließlich an die KV weiterzugeben. Weder die Berliner Feuerwehr noch SenInnDS haben Einfluss auf die strategische Ausrichtung oder den Personalkörper der KV. Ich bezweifle, dass die KV das leisten kann, wenn man jetzt alles in ihre Richtung abwälzt. Jeder Ausfall an der Stelle geht unumwunden zulasten der Notfallrettung“, gibt Lars Wieg zu bedenken und wundert sich über den in den Medien geweckten Eindruck, alles sei jetzt getan.

Bereits das in Vergessenheit geratene Rettungsdienstgutachten aus dem Jahr 2016 beurteilte die Situation und die notwendigen Veränderungen unmissverständlich. Neben der Notwendigkeit der Priorisierung der Einsätze gehört nicht nur die Leitstelle der KV, sondern auch der Krankentransport organisatorisch mit der Leitstelle der Berliner Feuerwehr verbunden.

Von Akutpflegediensten, Notdienstpraxen etc. ist schon wieder keine Rede mehr.

„Selbst wenn wir jetzt plötzlich 99 % der Einsätze als wenig dringlich identifizieren würden, hätten wir niemanden, der das zuverlässig übernehmen könnte. Das kann man doch keinem Menschen erklären. Und so springt wieder die Rettung ein und wird daran zerbrechen“, so Wieg. Die Presseerklärung der Berliner Feuerwehr weckt bei uns jedoch noch einen weiteren Eindruck. „Auch wenn man es gut verpackt hat, kann man die Versäumnisse der Verantwortlichen rauslesen, erst recht, wenn man um die Vorarbeit der Beschäftigtenvertretungen weiß. Verantwortung zu tragen bedeutet für mich auch zu erkennen, dass die eigenen Maßnahmen oder eben auch ein Unterlassen notwendiger Maßnahmen, Auswirkungen auf (viele) andere haben. Wenn Fehler gemacht werden, bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone, wenn man sich bei denen entschuldigt, die das ausbaden müssen. Doch meine Erwartungshaltung an die selbstkritischen Fähigkeiten in der Führungsetage der Berliner Feuerwehr scheint wohl überzogen“, so Lars Wieg, der Vorsitzende der DFeuG Berlin-Brandenburg.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

„Die Sicht auf das Gemeinwohl hat zuletzt zu wenig eine Rolle gespielt“

Dies waren die Worte des Staatssekretärs Torsten Akmann gegenüber der Presse am gestrigen Mittwoch. Für diese Aussage sind wir ihm dankbar.

Bei einem gemeinsamen Gespräch in einem vertrauensvollen Rahmen diskutierten wir mit Herrn Akmann klar und ungeschminkt und freuen uns über die ebenso klar an uns gerichteten Fragen des Staatssekretärs.

„So kommen wir zu Lösungen. Weg von Euphemismen, hin zu einer klaren Sprache. Erst, wenn man das Problem verstanden hat, lassen sich Lösungen entwickeln. Es darf auf keinen Fall wieder passieren, dass die Behördenleitung angibt, vom Ausmaß des Desasters überrascht worden zu sein“, kommentiert Lars Wieg den positiven Gesprächsverlauf in der Klosterstraße.

Wir als DFeuG Berlin-Brandenburg, unterstützen die Senatorin Spranger in ihrer Entscheidung sich hinter die Feuerwehrführung zu stellen.

„Es muss jedoch klar sein, wer in der Behördenleitung die Richtlinienkompetenz hat. Einer muss das letzte Wort haben, das erkennen und diese Karte auch spielen“, spielt Wieg auf die Verschleppung der Probleme an.

Die Gemeinwohlfrage ist es, die hier im Raum steht. Fast jeder Bagatelle mit annähernd maximalen Mitteln zu begegnen, führt in die systemische Selbstzerstörung. Nicht nur vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen stellt sich auch die Frage nach Sinn und Unsinn, wenn man zu einem geschwollenen Mückenstich einen Rettungswagen mit Blaulicht entsendet.

Lars Wieg erklärt abschließend: „Unser Fokus liegt unverändert auf dem Ziel, weiterhin Lösungen zu erarbeiten und gemachte Lösungsansätze umzusetzen. Zum Wohle der Beschäftigten der Berliner Feuerwehr und im Interesse der rettungsdienstlichen Versorgung Berlins.“

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

Eine Woche der Aufklärung

„Dass das Thema Ausnahmezustand und Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr nun endlich zur Chefsache erklärt wird, ist höchste Zeit und wir freuen uns darüber, dass in der Hinsicht unsere Erwartung endlich erfüllt wurde“, fasst Lars Wieg diese Aufklärungswoche zusammen.

Aber noch sind wir weit davon entfernt, Lösungsansätze und Maßnahmen zu erkennen, die nicht nur gegen den Ausnahmezustand wirken, sondern auch die Belastung für die Kolleginnen und Kollegen entscheidend auf ein erträgliches Maß bringen.

Der offensichtlich interpretierte Umstand, dass es auch in der Führungsetage zu einem Vertrauensverlust gekommen sei, rechtfertigt aus unserer Sicht die vorhaltende Skepsis.
Kolleginnen und Kollegen sind der schönen Worte und Bilder leid. Absichtserklärungen reichen definitiv nicht mehr aus.

„Gerne würden wir in Jubel ausbrechen und die Entwicklungen loben wollen. Doch die durch den Landesbranddirektor geschilderten Erfahrungen und Erkenntnisse, hätte die Behördenleitung bereits seit Monaten haben können, denn diese sind dem LBD und seinem ständigen Vertreter bereits seit spätestens September 2021 gebetsmühlenartig nahegebracht worden“, so Wieg.

Wenn die Stimmen der Beschäftigten weniger glaubhaft waren und es die eigene Erfahrung brauchte, dann soll es so sein. Entscheidend ist, dass diese Erfahrungen dazu beitragen, den Lösungen näherzukommen.

Der Weg für einen anlassorientierten Rettungsdienst, mit all seinen Netzwerken, gehört endlich konsequent begangen. Dazu gehören sicher auch mehr RTW und mehr Personal. Aber wenn man immer noch glaubt, dies sei „die Lösung“, begeht man die gleichen Fehler der letzten zwei Jahrzehnte. Wird dieser Weg erneut eindimensional begangen, dann hat man immer noch nicht verstanden, wie sich all die Faktoren, die zu den dauerhaften Engpässen in der Notfallversorgung führen, gegenseitig bedingen und verschiebt das Problem erneut in die Zukunft.

Unsere Ziele können nur die Gleichen sein, daher wird die DFeuG Berlin-Brandenburg die Berliner Feuerwehr tatkräftig bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützen, die nicht einzig zulasten der Beschäftigten gehen.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

DFeuG fordert kostenfreie Getränke für diensthabende Einsatzkräfte

Die Wetterprognosen versprechen auch für die kommenden Tage deutschlandweit Temperaturen, von weit über 30 Grad.

„Wärmebelastung ist für unsere Einsatzkräfte nicht neu, das sind wir von Berufswegen her gewohnt“, so der Bundesvorsitzende der Deutschen Feuer-wehr-Gewerkschaft, Siegfried Maier. „Trotzdem appellieren wir an die Dienststellenleitungen und Geschäftsführungen, allen Kolleginnen und Kollegen ausreichend kostenlose Einsatzgetränke zur Verfügung zu stellen“, so Maier weiter.

Die Beurteilung der Wettersituation ist Teil der Führungsaufgabe, im Rahmen des Gesundheitsschutzes gilt hier der Grundsatz, allen Einsatzkräften auf den Feuer- und Rettungswachen entsprechend kostenlose Einsatzgetränke, ausreichend, zu versorgen.

Gerade mit Blick auf die, durch Covid-19, derzeit sehr angespannte Situation im Rettungsdienst sollten alle Bereichsleitungen, alle Dienststellen sich der Verantwortung bewusst sein, alles zu tun, um die Gesundheit des noch zur Verfügung stehenden Einsatzpersonals zu erhalten.

Dies gilt neben dem Rettungsdienst und der Feuerwehr auch für den Bereich der Rettungsleitstellen, sowie der vielen hauptamtlichen Gerätewarte in den Freiwilligen Feuerwehren.

Pressemitteilung als PDF

PDF zur Erfassung der Einsätze in Bezug auf die Erschwerniszulage NotSan NRW

Hier eine eine PDF zur Erfassung der Einsätze in Bezug auf die Erschwerniszulage für Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen in NRW als Download.

Wir sind weiter der Auffassung, dass diese Zulage ein Desaster ist und vor allem noch mehr Ungerechtigkeit, Neid und einen großen Verwaltungsakt hervorgerufen hat. Bereits im Frühjahr, bevor diese Zulage eingeführt wurde haben wir vor diesen Problemen gewarnt ( Schreiben vom 22.03.2022).
Dennoch sollte jeder Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen die Einsätze erfassen und die Zeiten dokumentieren.

Gesetzgeber und Kommunen haben bis jetzt keine Regelung zur praktischen Umsetzung präsentiert, dies sollte aber nachher nicht zum Nachteil der Kollegen und Kolleginnen sein.

Wir werden uns weiter für eine Überarbeitung dieser Erschwerniszulage und die Anpassung des DUZ auf das Bundesniveau einsetzen.

Der Vorstand NRW

Formular NotSan Zulage als PDF

+++Es brennt bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst in NRW+++

Nicht nur in Berlin und Hamburg brennt es an allen Ecken bei der Feuerwehr/Rettungsdienst, auch in NRW ist es schon lange fünf vor zwölf.

Als gewerkschaftliche Vertretung unserer Kolleginnen und Kollegen bei Feuerwehr und kommunalem Rettungsdienst warnen wir seit Jahren vor Missständen, die aktuell offen sichtbar werden. Dauerhaft steigende Einsatzzahlen, ausbleibende personelle Verstärkung in den Feuer- und Rettungswachen sowie den Leitstellen, Pensionierungswellen und Krankenstände sind nur einige der gravierenden Probleme, die das Rettungswesen in NRW weit über das erträgliche Maß belasten.
Nur durch permanentes Improvisieren, Lückenstopfen und „Augen-zudrücken“ werden Schutzziele erreicht und auch das regelmäßig nur noch ansatzweise. Rettungswagen müssen teilweise abgemeldet werden oder werden durch die entsprechend rettungsdienstlich ausgebildeten Kolleg*innen des Löschzuges besetzt, wodurch gleichzeitig die Komponenten Brandschutz und technische Hilfe geschwächt werden.

Die stetig steigenden Anforderungen unseres vielfältigen Berufsfeldes und im Kontrast dazu fehlende Attraktivitätssteigerungen für den öffentlichen Dienst seitens der Politik, führen seit Jahren dazu, dass es immer weniger geeignete und qualifizierte Bewerber*innen gibt.
Der demografische Wandel und daraus resultierender, allgemeiner Fachkräftemangel tun ihr Übriges dazu und waren ebenfalls absehbar.

In der öffentlichen Verwaltung, im Handwerk oder vielen anderen Bereichen bleibt Arbeit aufgrund von Personalmangel einfach liegen oder wird zu einem späteren Zeitpunkt erledigt. Doch was passiert, wenn ein Rettungsfahrzeug nicht mehr ausrückt? Ein Wohnungsbrand, ein schwerer Verkehrsunfall, ein Herzinfarkt oder ein kindlicher Fieberkrampfanfall dulden keinerlei Zeitverzug!!

Hierbei geht es landesweit tagein, tagaus um Menschenleben. Nicht zu vergessen seien die resultierenden massiven Schäden durch Großschadenslagen infolge von Unwettern, Überschwemmungen, Ausfall von Infrastrukturen etc..

Weitere gravierende Missstände:
Bedarfspläne, die die Leistungsfähigkeit von Feuerwehr und Rettungsdienst definieren, sind veraltet, existieren nicht oder werden praktisch nicht umgesetzt.
Ein Organ, welches dieses effektiv kontrollieren könnte? Fehlanzeige!

Die Besoldung der verbeamteten Kolleg*innen inklusive der Zulagen für Wochenend-, Feiertags- und Nachtdienste liegen seit Jahren unter Bundesniveau und sind im Land NRW durch Urteil vom Bundesverfassungsgericht obendrein NICHT einmal verfassungskonform.

Anstelle diese Missstände endlich zu beseitigen und somit Brandschutz, Hilfeleistung und Rettungsdienst auf einem von der Bevölkerung zurecht erwarteten, leistungsfähigen Niveau zu etablieren, wird diskutiert, geprüft und auf die lange Bank geschoben.

Es wird endlich Zeit zu handeln! Die vollwertige Ausbildung eines*r Kollegen*in inklusive des Notfallsanitäters dauert etwa 4,5 Jahre – dazu kommt noch die vorausgesetzte 3-jährige Vorausbildung, die überhaupt erst die Tür in die Feuerwehrlaufbahn öffnet.
Um auch zukünftig professionelles Personal für die hochwertige und anspruchsvolle Arbeit zu finden und zu halten, bedarf es unverzüglicher Verbesserungen der Berufslaufbahn sowie einer verfassungskonformen, zeitgemäßen Besoldung seitens der Politik

Die Innere Sicherheit in NRW ist in Gefahr – wer kommt, wenn Feuerwehr und Rettungsdienst nicht mehr können? Wieviel ist die innere Sicherheit den politischen Vertretern unseres Bundeslandes wert.

Wir stehen der Landesregierung jederzeit als Fachgewerkschaft mit Rat und Tat zur Seite.

Der DFeuG-Landesvorstand NRW

Pressemitteilung als PDF

Glückwünsche zur Gründung der Berufsfeuerwehr Norderstedt

Liebe Kollegin,
Lieber Kollege,

Der Vorstand des Landesverbandes Schleswig-Holstein gratuliert herzlich zur Gründung der 112. Berufsfeuerwehr in Deutschland und 5. BF in Schleswig-Holstein – der Berufsfeuerwehr Norderstedt. Wir wünschen euch auch weiterhin alles gute und immer eine glückliche Hand bei eurem wichtigen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger in eurer Stadt. Wir gratulieren ebenfalls im Namen des Bundesvorstandes der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft zu diesem wichtigen Schritt für die Allgemeinheit.

Das Thema Hauptamtlichkeit in der Feuerwehr nimmt landesweit an Bedeutung zu. Längst sind nicht mehr alle Einsätze in allen Gemeinden rein ehrenamtlich zu leisten. Die DFeuG, als die Fachgewerkschaft für die Feuerwehr und die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr, fordert schon lange die die Schaffung von mehr hauptamtlichen Strukturen um das Ehrenamt als wichtige Säule der deutschen Gefahrenabwehr zu entlasten. Daher freut es uns sehr, dass die Stadt Norderstedt diesen Schritt gemacht hat.

Gerne stehen wir euch, und natürlich auch eurem Dienstherren, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und sind immer bereit weiter auf dem Weg zu unterstützen.
Kommt bitte immer gesund von allen Einsätzen zurück!

Mit gewerkschaftlichen Grüßen,
Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein

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Der Rettungsdienst in Schleswig-Holstein – Berlin ist nicht weit

Der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehren Berlin und Hamburg ist momentan dauerhaft in den Schlagzeilen und unter dem Hashtag #nurnoch1RTW in den sozialen Medien. Grund dafür ist ein massiver Personalmangel und stetig ansteigende Einsatzzahlen. Auch das System des Rettungsdienstes in Deutschland kommt an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Eine Veränderung der Inanspruchnahme des Rettungsdienstes ist schon länger zu beobachten. Und dann kam die Pandemie. Die Kolleginnen und Kollegen im Rettungsdienst leisten seit mehr als zwei Jahren großes. Krankheitsbedingte Personalausfälle wurden durch Umgestaltung der Dienstplanmodelle kompensiert. Vielerorts auch durch Mehrarbeit der Kolleginnen und Kollegen. Doch dieses System kollabiert jetzt. In ganz Schleswig-Holstein sind tagtäglich Rettungsmittel nicht besetzt. Die Leistungserbringer im Rettungsdienst haben keine Wahl mehr als das Personal umzuplanen und nach Priorität Fahrzeuge zu besetzen oder eben außer Dienst zu lassen.

„Das kann so nicht mehr weitergehen“ meint Robert Pohl, Landesverbandsvorsitzender der DFeuG in Schleswig-Holstein, „das System Rettungsdienst muss neu gedacht werden. Die Konzepte dazu gibt es seit Jahren. Die Kostenträger verzögern diese nur. Aus Sicht der DFeuG ist es nicht mehr Zielführend, bei hoher Auslastung einfach mehr Rettungswagen an die Wachen zu stellen. Dafür fehlen einfach die Fachkräfte. Die Bundespolitik ist gefordert den Rettungsdienst und die gesamte Versorgungskette vor dem Krankenhaus zu reformieren. Dazu muss der Beruf des Notfallsanitäters deutlich an Attraktivität gewinnen. Die Kolleginnen und Kollegen verlieren sich nach der Ausbildung schnell in anderen Berufen. Mangel ist überall.“

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft ist die Fachgewerkschaft in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Sie vertritt Beamte und tariflich beschäftige bei Feuerwehren, Werkfeuerwehren, Leitstellen und Mitarbeitende öffentlichen Rettungsdienst. Als Gewerkschaft der Basis nehmen wir die Probleme der Kolleginnen und Kollegen auf und tragen sie zu den Verantwortlichen.

Für weitere Fragen stehen wir jederzeit unter presse@dfeug.de zur Verfügung.

Landesverbandsvorstand Schleswig-Holstein
Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft

Pressemitteilung als PDF

13 Punkte, um den Notstand zu beseitigen

Wir möchten den Focus noch einmal auf die vergangenen Tage lenken.

Es eskalierte die Situation in der Weise, dass die Berliner Feuerwehr zeitweilig über keinerlei Rettungsmittel in der Notfallrettung mehr verfügte und dass über 30 Einsätze nicht beschickt werden konnten. Löschfahrzeuge (LHF) wurden außer Dienst genommen, um zu verstärken. Die verbliebenen LHF wurden zu Notfalleinsätzen geschickt, um noch irgendwie helfen zu können. Wer allerdings meint in diesem „Outback des Rettungsdienstes“ sei es eine Lösung den Brandschutz zu opfern, der hat die eigentlichen Herausforderungen und Veränderung nicht wahrgenommen. Gleichzeitig wurde der Grundschutzbedarf in der Brandbekämpfung derart geschwächt, dass es zu erheblichen Einschränkungen in der Brandbekämpfung kam, wobei wiederum das Leben von Menschen auf dem Spiel stand.

Wir schlagen folgende kurzfristige Lösungsansätze vor, zum einen um eine Entlastung für die Mitarbeitenden im Rettungsdienst in Berlin zu erreichen, andererseits auch die Verfügbarkeit von Rettungsmitteln zu steigern:

  • Derzeitig beginnt der Dienst auf allen Feuerwachen zur gleichen Zeit jeweils um 07:00 oder 19:00 Uhr. Um diese Situation zu entzerren, schlagen wir versetzte Ablösezeiten auf den Feuer- und Rettungswachen vor.
  • Wir müssen das Rettungssanitäter Potential nutzen. Hierzu muss RettSan als Fahrer für das NEF eingesetzt werden, das macht NotSan und RettAss für den RTW frei und sorgt für wichtige Ressourcen.
  • Zuverlässige Regenerationsphasen – Es geht nicht mehr, dass es Mitarbeitende gibt die, permanent 12 Stunden ohne Pause arbeiten. Das führt nur zu einem weiteren Ausfall von Personal.
  • Ausbau der Telemedizin– die Erreichbarkeit des Telenotarztes (TNA) in der Leitstelle muss vereinfacht werden, um die Mitarbeitenden vor Ort in ihrer Entscheidung, ob transportiert werden muss oder nicht zu unterstützen. Dazu ist es notwendig, die Arbeitsweise der TNA zu evaluieren und bestehende technische Barrieren zu beseitigen.
  • Einführung einer Beratung von Patienten durch den TNA per Video – was Hausärzte in der Pandemie können, sollte auch für uns als Rettungsdienst möglich sein. So könnte man bei schwierigen Fragen frühzeitig eine Entscheidung treffen. 
  • Es muss möglich sein, dass Verlegungstransporte entweder durch die Krankenhäuser selbst durchgeführt werden indem die KH den Arzt stellen und einen KT beauftragen, aber zumindest muss im Ausnahmezustand das Aufschieben von Verlegungstransporten möglich sein, um die Primärrettung nicht zu belasten.
  • Es muss ein Konzept für Folgeeinsätze erarbeitet werden und kurzfristig umgesetzt werden, um die niedrig priorisierten Einsätze, sogenannte „Notfalltransporte“ zeitverzögert – mit 4 Stunden Zeithorizont – in einer Reihenfolge abzuarbeiten. 
  • Analog des Oldenburger Gemeindenotfallsanitäter oder des bayrischen Rettungsdiensteinsatzfahrzeugs (Ref) muss die Einführung des NOTSAN Erkunder zeitnah umgesetzt werden.
  • Bei einer hohen Auslastung der Einsatzmittel muss eine Priorisierung der Einsätze erfolgen. Anrufer mit einer niedrigen Priorisierung werden alternative Hilfsangebote wie Hausarzt oder Apotheken angeboten.
  • Einbindung von Krankentransporten durch die Bereitstellung einer digitalen Plattform. Dort können sich die KT Unternehmen registrieren, um Einsätze zu erhalten. Die Vergabe erfolgt durch das Zufallsprinzip. 
  • Um Wertschätzung zu zeigen, muss eine Einsatzpauschale geschaffen werden. Diese sollte mindestens 10 € pro Einsatz und Mitarbeitenden betragen.
  • Bei der Inanspruchnahme des Rettungsdienstes ist pro Einsatz durch den Inanspruchnehmer eine Zuzahlung in Höhe von mindestens 10 € zu entrichten.
  • Die Zeit in der Warteschleife sollte mit sachdienlichen Hinweisen – momentan gibt es eine hohe Auslastung im Rettungsdienst, bei nicht lebensbedrohlichen Notfällen suchen sie den Hausarzt auf oder rufen die 116/117 an.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg

Ein Notfallplan, der keiner ist…

„Mir fehlen die Worte“, sagt Lars Wieg, Vorsitzender der DFeuG Berlin-Brandenburg.

„Wenn das die Antwort der Verantwortlichen auf die katastrophale Situation im Rettungsdienst ist, dann wird das ein spannender Sommer“.

Das ist keine angemessene Reaktion auf die derzeitigen Probleme, die Mitarbeitenden haben mehr erwartet.

Die vermeintliche Indienstnahme von 5 zusätzlichen Rettungswagen (RTW) durch Hilfsorganisationen (HIO) ist eine Mogelpackung. Schon jetzt sind jene nicht in der Lage, ihr bisheriges Angebot zuverlässig zu decken. Ständig sind einige der Fahrzeuge der HIO aus Personal-mangel nicht im Dienst. Allein heute sind 5 RTW. Nur Hardware löst das Problem nicht. Es braucht 3 Jahre, um zum Notfallsanitäter (NOTSAN) ausgebildet zu sein. Man scheint diesen Umstand permanente zu leugnen und verzichtet weiterhin auf die vorhandene Ressource des Rettungssanitäters. Der Ausbildungsgrad ist deutlich niedriger, aber durchaus ausreichend, um niedrig priorisierte und leichte Fälle zu beurteilen und zu versorgen.

Abstimmung einer Kampagne mit der KV

„Bereits mit Beginn der Taskforce im Oktober 2021 war klar, dass Gespräche geführt wer-den mussten und sollten. Passiert ist aber nichts“, so Lars Wieg und setzt fort „Von der Behördenleitung wurde lediglich auf die gute Zusammenarbeit mit der KV verwiesen und ein Handlungsbedarf nicht erkannt“.

Eine Notrufkampagne, wie durch die Senatorin geplant, gab es im letzten Jahr. Der damalige Senator Geisel konnte sich augenscheinlich auch nicht mit dem zahnlosen Versuch der Aufklärung identifizieren, sodass er dem Start der Kampagne fernblieb. Es muss klarer kommuniziert werden. Eine weitere Werbeveranstaltung, die eher wie eine Nachwuchsgewinnung aussieht, brauchen wir an dieser Stelle nicht.

Prüfung der Einsatzmittelverfügbarkeit

Seit Monaten wird eine Anpassung der Ablösezeiten gefordert. Aktuell löst jede Dienststelle zur gleichen Zeit ab. Das sorgt naturgemäß für größere Löcher zu diesen Zeiten. Es wurde ein Probebetrieb mit einem strategischen Versatz der Ablösung um 30min durchgeführt. „Ein voller Erfolg, auch aus Sicht der Behörde. Und doch warten wir seit vielen Wochen auf eine Umsetzung. Die Verfahrensdauer ist an vielen Stellen ein Alptraum“, so Wieg.

Auch die Einführung bzw. das Angebot anderer Dienstplanmodelle, ist eine seit letztem Jahr vorliegende Forderung. Es hat über ein halbes Jahr gedauert, um hier wenigstens ein Interessenbekundungsverfahren zu initiieren. Wir sind auf weitere Ergebnisse gespannt.

„Überlegungen, die Reinigungszeiten zu verkürzen, um die Verfügbarkeit von RTW zu erhöhen ist ein Witz. Nicht nur, dass es suggeriert, die Kolleginnen und Kollegen sollen einfach schneller machen, stelle ich mir die Frage, ob wir nun Hygienestandards inmitten einer Pandemie abschaffen wollen. Aber dann soll man es offen sagen, wenn man nach 24 Einsätzen in 24 Stunden Rettungsmittel akzeptiert, die wie ein Bahnhofsklo aussehen“, ärgert sich Lars Wieg als Gewerkschafter und selbst Rettungsdienstler.

Personal aus der Verwaltung?

Um im Einsatzdienst tätig sein zu können, bedarf es einer Rezertifizierung der Fähigkeiten und einer ständigen Qualifikation. „Auch das haben wir im Zuge der Taskforce besprochen und vor dem Hintergrund der fehlenden Machbarkeit verworfen. Daher scheint der erneute Vorschlag befremdlich. Das ist nicht so kurzfristig umsetzbar, wie man es der Senatorin versprochen hat“, sagt Wieg.

„Den Stellenaufwuchs der letzten Jahre als eine Lösung für die jetzige Krise zu präsentieren, ist Augenwischerei. Die Besetzung der freien Stellen wird erst in einigen Jahren, wenn überhaupt, abgeschlossen sein. Man scheint blind vor aktuellen Abgängen, Pensionierungen und der Tatsache, dass auch 2026 viele Rettungsassistenten, dem Vorläufer des Notfallsanitäters, ihre Qualifikation aufgrund einer Neuordnung der Ausbildung und dem Ablauf der Übergangsfrist, verlieren.“, so Wieg.

Eine Entlastung für die Mitarbeitenden im Einsatzdienst wird damit nicht erreicht, darüber haben wir auch nichts lesen können, scheint augenscheinlich in die zweite Reihe gerückt zu sein. Die seit Monaten stattfindende Überlastung der Beschäftigten ist dennoch einer der Gründe für die aktuelle Situation. Die ständigen 120% fordern ihren Tribut in Krankheit und Ausfall.

Das Einführen von Regenerationszeiten ist nicht vorgesehen, beklagt Lars Wieg, oft bleibt den Kollegen keine Zeit zum Essen und für die einfachsten menschlichsten Bedürfnisse. Das muss ein Ende finden.

Manuel Barth
Pressesprecher DFeuG Berlin-Brandenburg
Visp DFeuG Berlin-Brandenburg