Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, DFeuG, distanziert sich ausdrücklich von den Äußerungen des Landesvorsitzenden der DFeuG in Hessen, Herrn Dirk Ruzika. Es muss mit größtem Bedauern und Entsetzen festgestellt werden, dass ein Einzelner seine Meinung abgegeben hat und dabei Bezug nimmt auf die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft. Es ist unerklärlich, warum er bei der Abgabe seiner Äußerung ohne Abstimmungsprozess die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft damit einbezieht.

Zu keiner Zeit war er hier ermächtigt, diese Erklärung im Namen der DFeuG abzugeben! Der Bundesvorstand der DFeuG steht in keiner Weise hinter dieser Aussage!

Diese Äußerungen finden nicht ansatzweise die Zustimmung der DFeuG, die ausdrücklich darauf hinweist, dass Herr Dirk Ruzika bei seiner Meinungsäußerung und der Nennung seines Mandats keinen Auftrag dazu hatte und zu keiner Zeit dazu ermächtigt wurde. Er vertritt nicht die Meinung der DFeuG.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft ist der festen Auffassung, dass der humanitäre Einsatz, der allen Flüchtlingen zugutekommen muss, ein in jeder Hinsicht erforderlicher ist.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft ist beschämt, dass ein Mitglied diesen Einsatz und die Hilfe mit solchen Äußerungen infrage stellt.

Ein gewerkschaftsinterner Prozess wurde heute Morgen sofort in Gang gesetzt, um hier Konsequenzen folgen zu lassen. Daraus ergab sich der sofortige Rücktritt von Dirk Ruzika als Vorsitzender der Landesgruppe Hessen.

Mit freundlichen Grüßen

Bundesvorsitzender Ingo Schäfer
1.stellv. Vorsitzender Micha Quäker
2.stellv.Vorsitzender Swen Kalowsky

Regelmäßig kommt es bei Rettungseinsätzen zu verbalen und physischen Übergriffen auf Rettungskräfte. Hiervon betroffen sind mittlerweile nicht nur Kräfte der Polizei, sondern auch Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienstes.

Bereits die Mitarbeiter in den Rettungsleitstellen berichten regelmäßig von verbalen Entgleisungen und Drohungen während der Notrufgespräche. Der richtige Umgang mit solch einem Fehlverhalten der Anrufer stellt grundsätzlich eine große psychische Belastung für unsere Mitarbeiter dar.

Leider bleibt es bei Rettungskräften an den Einsatzstellen nicht nur bei verbalen Angriffen. Beispielhaft hierfür sei auf den Einsatz unserer Kolleginnen und Kollegen vom 10.08.2015 in Bayreuth, wo eine Notärztin und drei Mitarbeiter des Rettungsdienstes teils lebensgefährlich verletzt wurden, hingewiesen.

Wir fordern sofortige Maßnahmen zum Schutz unserer Kräfte!

 

Unser Ziel: Verhinderung oder Verminderung von Gewalt am Arbeitsplatz  

-         regelmäßige Schulung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

-         Deeskalationstraining für Mitarbeiter/-innen im Rettungsdienst und abwehrenden Brandschutz

-         regelmäßige Schulungen für  unsere Leitstellendisponenten, für das Verhalten von psychisch extremen Situationen

-         sofortige Nutzung der Digitalfunkgeräte im Netzbetrieb

-         gemeinsame Schulungsseminare u.a. mit den Kollegen der Polizei

Die hohe Verfügbarkeit  des Digitalfunks der BOS in Hessen bietet Kolleginnen und Kollegen zusätzlichen Schutz. Technisch gibt es keine schnellere Alternative zur unmittelbaren Kontaktaufnahme mit der Rettungsleitstelle, beispielsweise bei drohenden Konflikten.  Es ist nicht nachvollziehbar, dass vorhandene technische Möglichkeiten zum aktuellen Zeitpunkt nicht genutzt wird. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss unser oberstes Ziel sein!

Daher fordern wir alle Brandschutzämter und Träger des Rettungsdienstes zur sofortigen Umsetzung dieser Maßnahmen auf!

BundesverfassungsgerichSolingen . Im Juli dieses Jahres hat die Bundesregierung das Tarifeinheitsgesetzt beschlossen.
Dieses, auch von den Arbeitgeberverbänden und dem DGB initiierte Tarifeinheitsgesetz, soll die Gewerkschaften gleichschalten, damit diese nicht mehr ihre individuellen Forderungen gegenüber Arbeitgebern durchsetzen können.

Tarifautonomie wird ausgehebelt
Zweck dieses Gesetzes ist es, gerade die fachspezifischen „Spartengewerkschaften“ zu schwächen und dadurch „wieder Ruhe und Frieden“ in die Betriebe zu bringen. 
Sicher, die Spartengewerkschaften vertreten oftmals die Arbeitnehmer an den Schlüsselstellen eines Betriebes, aber die Entstehung eben dieser „kleinen“ Gewerkschaften beruht auf einem hohen Maß an Unzufriedenheit unter den Arbeitnehmern.
Das Grundgesetzt sichert jedem Bürger die Vereinigungsfreiheit zu und so ist es nur logisch, dass sich Arbeitnehmer in anderen als den „großen“ Gewerkschaften organisieren.
Das stellt für die etablierten Gewerkschaften eine erhebliche Bedrohung dar: Mitgliederschwund und Verlust der Einflussnahme sind die Folge!
Ein Ausschluss der „Spartengewerkschaften“ durch das Tarifeinheitsgesetz wird die Tarifautonomie aushebeln.
Das sieht sogar der wissenschaftliche Dienst der Bundesregierung in seiner Stellungnahme aus dem März 2015 so.

Angriff auf die Säulen unseres Grundgesetzes

Weiterlesen: Feuerwehr-Gewerkschaft legt Verfassungsbeschwerde ein

In den vergangenen Jahren haben sich die Aufgaben und Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen in den Rettungsleitstellen sehr stark verändert.

Lag der Schwerpunkt einer Notrufannahme noch vor 20 Jahren auf der Entgegennahme des Hilfeersuchens, erfolgt heute eine umfassende Betreuung der Anrufer.

Die Zukunft sehen wir in einer strukturierten bzw. standardisierten Notrufabfrage, wobei von einem Disponenten eine frühzeitige Identifizierung des Krankheitsbildes erwartet wird, gleichzeitig in einem Notrufdialog Hilfestellungen zur möglichst intervallfreien Erstversorgung des Patienten,  durch den Anrufer gegeben werden. Hilfesuchende müssen, wenn notwendig, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte betreut werden. Dies gilt für den medizinischen aber auch feuerwehrtechnischen Bereich und ist somit ein wesentlicher Kernprozess der Leitstellen.

Für das Personal ergeben sich daher völlig neue Anforderungen. Im Bereich der Aus- und Fortbildung ist ein dringender Optimierungsbedarf geboten. Hier sind die Träger, nach Gesetzvorgabe der Länder gefordert, dem Wandel der Zeit gerecht zu werden. Erworbene Qualifikationen müssen regelmäßig den fortlaufenden Anforderungen angepasst werden.

Beispielhaft ist auch die seit Jahren stetige Erhöhung der Rettungsmittelvorhaltung. Jedoch wurde die damit nachweislich notwendigen und in kausaler Verbindung stehenden Erhöhungen des Personals in den Rettungsleitstellen kaum Beachtung geschenkt. Beispielhaft seien hier auf die vielen kleineren Zentralen Leitstellen verwiesen, wo pro Schicht lediglich 2 Leitstellendisponenten gemeinsam Dienst versehen.

Egal ob Herz-,  Kreislaufstillstand, Schlaganfall, eine beginnende Geburt oder eingeklemmten Personen nach Verkehrsunfall, Feuer in einem Gebäude-  bei allen Notfällen geben die Disponenten in der heutigen Zeit Hinweise und Tipps unterstützen die Anrufer, betreuen diese und leiten sie an, bis die Rettungskräfte vor Ort sind.

Das dies bei einer gesetzlichen Hilfsfrist, zum Beispiel in Hessen, mit 10 min  und einer Personaldecke von nur 2 Mann in einer Rettungsleitstelle unmöglich darstellbar  und nicht leistbar ist, müsste jedem einleuchten. Vorgaben einer Notrufannahme innerhalb von maximal 10 Sekunden völlig illusorisch.

Ein möglicher, kurzfristiger Lösungsansatz hierfür wäre beispielsweise die Vernetzung mit den Nachbarleitstellen.

Verdreifachung der Einsatzzahlen sind in den letzten 15 Jahren keine Seltenheit, hinzu kommt eine intensivierte Dokumentation und der Charakter einer Serviceleitstelle.

Die Kollegen in den Rettungsleitstellen begleiten jeden Einsatz mit Entgegennahme  des Notrufes, der Anleitung zur Ersten Hilfe, der Alarmierung und Disposition der Rettungskräfte-> bis zur Anmeldung in der Klinik  und Dokumentation des kompletten Einsatzes.

Hier muss sich dringend etwas ändern!  Die Gefahr, dass Hilfesuchende an der Notrufnummer lange warten müssen, ist keine Vision, sondern leider bereits vielerorts Realität, die gesetzlichen Vorgaben nicht haltbar. Dies muss sich zwingend ändern!

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vergütung des Personales in den zentralen Leistellen. Seit Jahren wird die Anforderung an die Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich als „High Reliability Organisations (HRO) bezeichnet. Beispiele zu den HRO sind u.a. der OP Bereich eines Krankenhauses, die Arbeit der Fluglotsen oder das Cockpit eines Flugzeuges.

Daraus resultierend müssen die „Tischzeiten“ der Disponenten überdacht werden. Es ist unverantwortlich, achtsames Handeln, bei einem gestellten hohen potentiellen Risiko für Menschen und Sachwerte besonders zuverlässig zu erwarten. Hier stehen Anspruch und Vorgabe in einem Widerspruch, der nicht länger auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden darf. Es gibt mittlerweile gute, funktionierende Schichtmodelle.  


 

Wir, die DFeuG fordern daher umgehend eine personelle Aufstockung aller Leistellen in den Zentralen Leitstellen, damit die Kollegen entlastet werden und gesetzliche Vorgaben realisierbar werden.

Jeder Anrufer hat das Recht adäquate Hilfe zu bekommen.

Wir fordern:

-       Anpassung des benötigten Personalschlüssels in den Leitstellen

-       Eine einheitliche Vergütung, angepasst an die notwendigen Qualifikationsvorgaben

-       Zulagenzahlung während der Tätigkeit am Arbeitsplatz (analog der Zulage eines Tauchers als Beispiel)

-       Die Qualifikation und Fortbildung der Mitarbeiter einer Integrierten Leitstelle muss sich an den wesentlichen Aufgaben aus den
        Leistungsbereichen orientieren(Bundeseinheitliche Regelung)

-       Schulungsmöglichkeiten einer fremdsprachigen Notrufabfrage

-       Möglichkeiten eines „Altersmanagements“ (ab 60 kein Schichtdienst mehr)

-       Deutschlandweite, einheitliche Notrufnummer in den Leitstellen (Vorwahl des Landkreises plus 19222) für die
        schnelle und unkomplizierte Weitergabe von Hilfeersuchen aus anderen Leitstellen

-       Anpassung der Arbeitszeiten an geltende Vorgaben, unter Berücksichtigung der Vorgaben Bildschirmarbeitsplatz

-       Bessere Schulungsangebote auf Länderebene

-       Gesundheitsfördernde Angebote als Ausgleich für die starke, psychische Beanspruchung

Seit nunmehr mehr als einem Jahr kämpft die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft für die Kampagne "Rettungsgasse rettet Leben". Bei all unseren Bemühungen geht es uns immer um die Aufklärung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, erklärt der Leiter der Kampagne Sven Janneck.
Wir haben immer gehofft dass ein Einsehen seitens der Verantwortlichen eintritt, bevor es zu einem Schadensereignis mit tödlichem Ausgang kommt.
Nun kam es bei einem Unfall auf der A2 und teilweise drei Lastkraftwagen nebeneinander zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang. Grund hierfür ist die fehlende Rettungsgasse.

Immer wieder werden höhere Strafen gefordert. Wir müssen uns auch über Strafen grundsätzlich unterhalten sagte Janneck. 20€ für die Nichteinhaltung ist nicht zeitgemäß. Dazu kommt noch dass es jemand kontrollieren und zur Anzeige bringen muss. Hier könnten sogenannte Dash-Cams dienen. Diese lehnen Datenschützer aber kategorisch ab.

Logo Rettungsgasse 400px

Um für Verständnis zu werben stellen Sie sich vor es wäre Ihre Angehörigen in dem verunfallten Fahrzeug und die Hilfe kommt nicht an. Mit u.a. diesem Beispiel konnte Sven Janneck Vertreter von Verkehrs-, Sozial- und Innenministerium davon überzeugen, die Kampagne offiziell zu übernehmen. Mit Beginn der Sommerferien 2015 hat das Land Hessen unter der Federführung des hessischen Innenministeriums die Kampagne der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft "Rettungsgasse rettet Leben" übernommen und wird sie fortführen.

Wir konzentrieren uns jetzt darauf die Kampagne in allen anderen Bundesländern zu platzieren erläutert Janneck abschließend. Das traurige Beispiel auf der A2 hat uns gezeigt dass es dringend erforderlich ist in diesem Bereich nach zu steuern.

Pressemitteilung als pdf

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