Im August dieses Jahres wurde der neue Vorstand der Landesgruppe Sachsen gewählt. Als erste Maßnahme haben wir ein Positionspapier erarbeitet. Dies beinhaltet Themenkomplexe welche für Sachsen Relevant sind. Für Thüringen steht derzeit die Mitgliedergewinnung und der Strukturaufbau im Vordergrund.  Dieses Positionspapier soll uns als Arbeitsgrundlage für die kommende Zeit dienen. Es ist nicht in Stein gemeißelt.  Es kann und soll je nach Bedarf angepasst werden.

+++ Positionspapier+++

Der demographischen Wandel unserer Gesellschaft, wachsende Großstädte, eine sich verändernde Sicherheitslage und steigende Anforderungen seitens des Gesetzgebers an die Brandschutzbehörden und Leistungserbringer  stellen diese  vor erhebliche Herausforderungen bei der Aufgabenerfüllung.

Dies spiegelt sich bereits aktuell in den verschieden Organisationsebenen der mit den Aufgaben nach dem sächsischen Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetz betrauten Einheiten, und vor allem in der physischen und psychischen Belastung der sächsischen Feuerwehrleute wieder.

Wir, die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaft, setzen uns für zukunftsorientierte, moderne, gesundheitsorientierte und leistungsbezogene Rahmenbedingung unserer Feuerwehleute ein.

Bestehende rechtliche Vorgaben überdenken, anpassen oder ändern sind ein wichtiger Baustein, um sich diesen Veränderungen stellen zu können.

Wir, die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaft, möchten gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen finden und erarbeiten. Unsere Gedanken haben wir als Diskussionsgrundlage in einem Positionspapier zusammengefasst.

 

  •  Eine spezielle Verwaltungsordnung zur SächsAZVO für die Feuerwehr, mit einer eindeutigen Festschreibung der zulässigen Wochenarbeitszeit von bis zu 48 h. Mehrarbeit ist zulässig, wenn dies freiwillig erfolgt, und entsprechend als Mehrarbeit nach der Sächsische Erschwerniszulagen- und Mehrarbeitsvergütungsverordnung gewertet wird. Die Höchstgrenze der nach Rahmendienstplan festgelegten „Vollarbeitszeit“ in einem 24h Dienst darf 11 Stunden nicht überschreiten.
  • Eine spezielle Laufbahnverordnung für die Feuerwehr, welche qualifikationsgerecht Regelbeförderungen der Laufbahngruppe 1/2 des feuerwehrtechnischen Dienstes vorsieht.
  • Der prüfungsfreie Aufstieg von Laufbahngruppe 1/2 in die Laufbahngruppe 2/1 der Fachrichtung Feuerwehr, bei vorliegendem Abschluss B 3 und mindestens 15 Dienstjahren. Dieser wird in NRW bereits erfolgreich Praktiziert.
  • Angleichung der Anwärtergrundbeträge/Ausbildungsvergütung auf 90% des Einstiegamtes, jedoch mindestens 2100 EUR monatlich.
  • Die angemessene Besoldung/Eingruppierung des Qualifikationsmerkmals Notfallsanitäter mit Laufbahnbefähigung 1/2 Fachrichtung Feuerwehr in der Besoldungsgruppe A9. Für Notfallsanitäter mit Praxisanleiter sehen wir die A10.
  • Die Einführung der pensionswirksamen Feuerwehrzulage in Betracht der Qualifikationsanforderungen, der körperlichen Belastung und Gefährdung im Einsatzdienst der Feuerwehr und der Integrierten Regionalleitstelle.
  • Aufnahme der Präventionskur für hauptamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Integrierten Regionalleitstelle in das Leistungsverzeichnis der zuständigen Leistungsträger.
  • Für Tarifbeschäftigte des Feuerwehrdienstes der abschlagsfreie Renteneintritt mit dem Lebensjahr nach 25 Jahren im Einsatzdienst und/oder Leitstellentätigkeit und die Anrechnung der Feuerwehrzulage auf die Rente.
  • Finanzielle Unterstützung geeigneter Berufsfeuerwehren bei der Standortausbildung der Laufbahngruppe 1/2 durch den Freistaat Sachsen, mit dem Effekt der Entlastung der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutz Schule Sachen und Schaffung von Ausbildungskapazitäten für die Laufbahngruppe 2/1 Fachrichtung Feuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren des Freistaates Sachsen. Die Führungsausbildung der Laufbahngruppe 1/2 der Fachrichtung Feuerwehr ist weiterhin Kernkompetenz der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutz Schule Sachen. Die fünf redundanten Integrierten Regionalleitstellen (IRLS) in Sachsen haben sich zu Hochsicherheits-Organisationen (High Reliability Organisation - HRO) entwickelt. Aus Sicht der Deutschen Feuerwehr- Gewerkschaft sind auch in diesem Tätigkeitsbereich Veränderungen notwendig, um den Herausforderungen gewachsen zu bleiben:
  • Für die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaft ist, neben der bereits vorhandenen einheitlichen redundanten Technik in Sachsen, die Einführung eines standardisierten qualifizierten Notrufabfragesystems unerlässlich.
  • Die Personalbemessung in den IRLS muss durch ein einheitliches Schutzziel definiert werden. Der Fachverband Leitstellen e.V. spricht von 98% angenommener Notrufe innerhalb von 5 sec.
  • Die Streichung des Qualifikationsmerkmals Notfallsanitäter für diesen Aufgabenbereich.
    Die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaf vertritt die Meinung, dass zukünftig eine Laufbahnbefähigung der Laufbahngruppe 1/2 (mit B III Lehrgang) in Verbindung mit einem Ergänzungslehrgang für Rettungssanitäter, kurz Rettungssanitäter plus (Blockausbildung von 1060 Theoriestunden im Lernfeldkatalog der Notfallsanitäterausbildung), als zielführend erachtet wird.
  • Die Einführung des Berufsbildes Disponent/Einsatzbearbeiter in einer Integrierten Regionalleitstelle.
    Die derzeitigen Qualifikationsanforderungen gemäß Abschnitt 2 § 20 der sächsischen Landesrettungsdienstplanverordnung sind durch die Berufsfeuerwehren zukünftig nicht mehr vollumfänglich allein zu leisten.
    Im täglichen Einsatzgeschehen Arbeiten die Kollegeinen und Kollegen sehr intensiv mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren zusammen.  Mit Sorge beobachtet die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaft den fortwährenden Mitgliederrückgang bei den Freiwilligen Feuerwehren. Im Freistaat Thüringen wurde eine Altersversorgung für die ehrenamtlichen Angehörigen der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren Thüringens (kurz Feuerwehrrente) beschlossen. Die Deutsche Feuerwehr- Gewerkschaft würde eine selbige Einführung in Sachsen begrüßen.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Der Landesvorstand

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