Am 01.Januar 2014 ist das Notfallsanitätergesetz bundesweit in Kraft getreten. In Nordrhein-Westfalen haben mittlerweile viele Kommunen und Rettungsdienstträger auf verschiedene Art und Weise dieses Gesetz umgesetzt. Die ersten fünf Jahre des NotSanG sind somit fast um und daher ist es an der Zeit, einige Aspekte (wie Personal, Ausbildung, Weiterbildung, Besoldung uvm.) aus gewerkschaftlicher Sicht, etwas näher zu betrachten und zu bewerten.

Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen braucht aktuell bis zum 31.Dezember 2026 ca. 9000 Notfallsanitäter. Geht man von stetig steigenden Einsatzzahlen aus und betrachtet den demographischen Wandel der Bevölkerung, wird man diesen Bedarf noch nach oben anpassen müssen. Bei der letzten Jahreserhebung durch das Land NRW, konnten bisher jedoch nur knapp 34% (kommunale Spannen von 3-90%) der angestrebten Ziele an vorhandenen Notfallsanitäter erreicht werden. Vor dem Hintergrund der auslaufenden Möglichkeit von Ergänzungsprüfung Ende 2020 sehen wir in einigen Kommunen und Kreisen erheblichen Handlungsbedarf.

Die verspätete Verabschiedung der Ausführungsbestimmungen vom November 2015 hat hierbei sicherlich einen negativen Einfluss gehabt, wie auch die verspätete Anerkennung der Ausbildungskosten durch die Krankenkassen. Ebenfalls erheblichen Einfluss genommen hat die hohe Dichte an Berufsfeuerwehren in NRW und die verschiedenen Zuständigkeiten der Regierungsbezirke und der verschiedenen Träger der Rettungsdienste. Einige Kommunen setzten ebenfalls zu lange auf die noch zulässige Ausbildung zum Rettungsassistenten und ließen somit kostbare Zeit verstreichen. Somit läuft es aktuell mit der Ausbildung der benötigten Notfallsanitätern in einigen Kreisen, Kommunen oder Städten nach Plan und andere haben mit erheblichen Problemen zu kämpfen.

Die Fachschulen für Rettungsdienst müssen ab dem 01.Januar 2019 durch eine hauptberufliche Fachkraft mit abgeschlossener Hochschulausbildung oder vergleichbarer Qualifikation geleitet werden. Nicht klar geregelt sind jedoch die Qualifikationen der Klassenlehrer. Hierzu gibt es noch keine Einigung, ob ein Master- oder ein Bachelorabschluss verlangt wird.

Wir fordern dies im Sinne der Fachschulen für Rettungsdienst zügig zu klären.

Die Ausweitung der pädagogischen Ausbildung auf 200h für Praxisanleiter begrüßen wir ausdrücklich, ebenso wie die Benennung eines zuständigen Praxisanleiters als Ausbilder für die angehenden Auszubildenden sowohl auf den Feuer- und Rettungswachen als auch in den Leitstellen. Denn ab dem 01.Januar 2019 müssen die Auszubildenden von diesen Praxisanleitern begleitet werden. Dieses hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen erst im September 2018 erneut bestätigt.

Gleichzeitig vermissen wir jedoch eine korrekte tarifrechtliche Eingruppierung, da der Praxisanleiter im Tarifbereich bisher nicht abgebildet ist.

Im Bereich der Altersstruktur der Mitarbeiter im Rettungsdienst zeigen sich ebenfalls Defizite.

Aktuell sind über 600 Mitarbeiter 55 Jahre alt oder älter. Diese gehen somit bis 2026 in den verdienten Ruhestand. Besonders bei den Mitarbeitern der Hilfsorganisationen zeigt sich oft eine hohe Altersstruktur. Berufsfeuerwehren entgegnen dieser Problematik meist mit internen dienstlichen Regelungen, so dass wenige Kollegen noch über dem 50. Lebensjahr hinaus im Rettungsdienst eingesetzt werden.

Dafür haben die Feuerwehren andere Problematiken zu lösen. Einige verbeamtete Rettungsassistenten wollen nicht die Weiterbildung zum Notfallsanitäter machen und begründen dies meist mit einer nicht absehbaren Kompetenzerweiterung und daraus resultierende Verpflichtungen. Die Berechtigung für Rettungsassistenten als Transportführer auf dem Rettungswagen eingesetzt zu werden endet im Jahr 2026.

Andere Kollegen stehen dem Rettungsdienst gar nicht oder nur teilweise zur Verfügung, da sie aufgrund von anderen Qualifikationen in anderen feuerwehrtechnischen Bereichen eingebunden sind. Daher setzten einige Träger vermehrt auf die Einbindung privater Anbieter oder stellen tariflich beschäftigte Mitarbeiter im Rettungsdienst ein. Diese beschriebenen Zustände lassen eine personelle Unterdeckung befürchten.

Hinzu spielen Faktoren wie steigende Digitalisierungsmaßnahmen, Gewalt gegen Einsatzkräfte, hohe Abwanderungen im Angestelltenbereich, unterschiedliche Dienstmodelle, Weiterbildungsangebote, generelle Arbeitsbedingungen und natürlich die Bezahlung für viele Kollegen eine große Rolle.

Aufgrund des akuten Personalbedarfs hat eine Welle des Abwerbens von Notfallsanitätern begonnen, mit grotesken Folgen. Es wird mit erheblichen Mehrverdienst und Bonuszahlungen bis hin zu Handprämien oder Wohnungszuschüssen gelockt. Aktuell gibt es bei den Gehältern monatliche Unterschiede von bis zu 415,03€ Brutto und beim Stundenlohn sogar Differenzen bis zu 5,57€.

Finanzstarke Bundesländer/Kommunen und finanzstarke private Träger verfügen hierbei somit über einen klaren Wettbewerbsvorteil bei der Anwerbung neuer Mitarbeiter.

Dies darf auf keinen Fall Auswirkungen auf das Versorgungsniveau im Rettungsdienst haben.

An dieser Stelle ist das Land NRW gefordert, dieser Entwicklung bestmöglich entgegen zu steuern. Es muss eine, der Qualifikation des Notfallsanitäters entsprechende und weitestgehend einheitliche Bezahlung geben. Hiermit bekräftigen wir daher nochmals unsere Forderungen aus dem Januar 2016.

Wir fordern flächendeckend für NRW:
Im Bereich der Beamten den Notfallsanitäter mit bestandener Prüfung umgehend nach A9, den Praxisanleiter nach A10, und den leitenden Praxisanleiter nach A11 zu besolden, sowie vergleichbare Entgeldgruppen bei den angestellten Tarifbeschäftigten auszuarbeiten.

Mit dem Notfallsanitäter ist eine höherqualifizierte Ausbildung etabliert, sowie Regelkompetenzen für den Notfallsanitäter als nicht-ärztliche Rettungsdienstpersonal eingeführt worden. Gewinner des Notfallsanitätergesetzes ist der Patient, denn die therapeutischen Maßnahmen werden noch schneller eingeleitet.

Einen großen Anteil an diesen positiven Auswirkungen für die Patienten haben die Fachschulen. Für die geleistete Arbeit und investierten Stunden sagen wir, Danke.

Jetzt ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für Notfallsanitäter, Praxisanleiter, Klassenlehrer und Schulleiter durch die Landespolitik angebracht.

Arbeitsgruppe Rettungsdienst NRW

Dominic Philipp und Christian Rosen

PDF zum Artikel

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft weist auf den 7.12. „Tag des brandverletzten Kindes” hin. 
Zum neunten Mal veranstaltet der Verein Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. den bundesweiten Aktionstag.
Der diesjährige „Tag des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember 2018 warnt unter dem Motto
„Noch ganz klein – schon brandverletzt“ vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen bei Säuglingen, Neugeborenen und Kleinkindern. 76 % aller thermisch verletzten Kinder sind jünger als 5 Jahre. „Die meisten dieser Unfälle passieren im häuslichen Bereich und nicht, wie von vielen Eltern vermutet, im Straßenverkehr“, weiß Dr. Kay Großer, Vorstandsvorsitzender des Arbeitskreises „Das schwerbrandverletzte Kind“. „Die Unfallzahlen in der Hochrisikogruppe – Kinder unter 5 Jahren – stagnieren seit Jahren auf hohem Niveau. Deshalb muss Prävention rechtzeitig ansetzen, bestenfalls schon in der Schwangerschaft, spätestens mit der Geburt.“ „Zu der Hauptunfallursache bei Kindern unter 5 Jahren zählt die Verbrühung durch beispielsweise eine Tasse mit heißem Tee“, betont Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. „Die Kinderhaut ist im Vergleich sehr viel dünner. Deshalb reicht bereits eine Tasse mit heißem Tee aus, um 30 % der Körperoberfläche eines Kleinkindes zu verbrühen“, weiß Adelheid Gottwald. Präventionsarbeit ist wesentlich, um Eltern, Verwandte und Angehörige auf Unfallgefahren hinzuweisen und zu zeigen, wie man kleine Kinder vor Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen schützen kann. 

So schützen Sie Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder Heiße Flüssigkeiten nicht am Tischrand abstellen 
Kabel (Wasserkocher) und Tischdecken nicht herunter hängen lassen 
Heiße Oberflächen wie Kaminöfen oder Herdplatten absichern 
Badewassertemperatur kontrollieren
Wärmflaschen fest verschließen
Streichhölzer und Feuerzeuge außer Reichweite von Kindern aufbewahren 
Speisen aus der Mikrowelle umrühren und probieren 
Steckdosen sichern 
Föhn und Heizdecken nicht in Babybettchen legen 
Vorsicht mit Rotlichtlampen 
Putzmittel sicher wegschließen

Wenden Sie sich im Notfall an den Notruf 112 und schildern Sie was passiert ist!Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. berät und begleitet Familien mit brandverletzten Kindern in jeder Phase nach dem Unfall. Ein großes Kompetenznetzwerk steht zur Verfügung, sodass keine Frage rund um die thermische Verletzung im Kindesalter offen bleibt. Ziel ist es, für jedes brandverletzte Kind individuell die bestmögliche Versorgung zu erreichen und präventiv auf Unfallursachen hinzuweisen.
Paulinchen Hotline
Sie erreichen uns unter der kostenlosen Hotline: 0800 0 112 123

   Ihre Spende hilft

Mithilfe Ihrer Spende können wir Familien mit brandverletzten Kindern bestmöglich zur Seite stehen und sie durch den langjährigen, schmerzhaften Prozess begleiten. Veranstaltungen wie das Paulinchen-Seminar oder das Paulinchen-Jugendwochenende sind ohne Ihre Unterstützung nicht durchführbar. 
Zusätzlich machen Sie sich durch Ihre Spende für unsere Präventionsarbeit stark: Gemeinsam Unfälle verhindern!

Bank für Sozialwirtschaft AG
IBAN: 
DE54 2512 0510 0008 4794 00  
BIC: 
BFSWDE33HAN

Feuerkrebs DokuIm Sommer  2018 hat die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), Teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Liste karzinogener Stoffe veröffentlicht. 
Darin werden den Brandrauchinhaltsstoffen bestimmte Krebsarten zu geordnet, die ein erhöhtes Risiko für Einsatzkräfte darstellen an bösartigen Krebs zu erkranken.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft mit dem Partner FeuerKrebs gUG setzen sich dafür ein, dass nachgewiesene Krebsarten als Berufskrankheit für Feuerwehreinsatzpersonal anerkannt werden.
Mit der Anerkennung erhoffen sich beide Organisationen eine Erleichterung für die Betroffenen, ihre Ansprüche ohne langwierige Auseinandersetzungen geltend machen zu können. 

Solange dies noch nicht geschehen ist, empfehlen wir jedem Einzelnen diese Lücke durch eine gewissenhafte Dokumentation zu schließen. 
Dafür stehen auf unserer Internetseite www.dfeug.de im Hauptmenü Download, Vordrucke für ein persönliches Expositionstagebuch zur Verfügung.

Das Arbeitsschutz-Gesetz (ArbSchG) gilt für Beamtinnen und Beamte bei der Feuerwehr 

Am 07. November trafen sich der Landesvorsitzende Dirk Viertelhaus und sein 1. Stellvertreter Andreas Jedamzik mit Herrn Dr. Werner Pfeil (Abgeordneter der FDP Fraktion). Nachdem wir im letzten Jahr unseren Forderungskatalog übergeben und erläutert haben, ging es im aktuellen Treffen um den Sachstand in den einzelnen Punkten und weitere Rückfragen wurden erläutert.

Im wesentlichen ging es um die Punkte:

- Anpassung der Zulage „Dienst zu ungünstigen Zeiten“
- Anpassung der Einmalzahlung gem. § 56a LBeamtVG NRW
- Freie Heilfürsorge Modell Baden-Württemberg statt der aktuellen Beihilfe
- Praktische Ausbildung von Notfallsanitätern ab 01.01.2019 nur noch durch Notfallsanitäter
- Gleichsetzung der Notfallsanitäterausbildung mit dem Gruppenführer BIII in der LVOFeu NRW §14
- Bedarfspläne bzw. Überwachung der Leistungsfähigkeit von öffentlichen Feuerwehren

Es war ein sehr angenehmes und Konstruktives Gespräch und wir werden weiter am Ball bleiben.
Für unseren Berufsstand, für unsere Mitglieder.

Immer an der Basis!

Genau wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sieht Oliver Koch, Leiter Arbeitsgruppe Rettungsdienst der DFeuG NRW den Tele-Notarzt als innovative Ergänzung im Rettungsdienst.

Dazu meint Oliver Koch: „Die Erfahrungen, die man bisher gesammelt hat, sind eine sinnvolle Unterstützung für unsere Kolleginnen und Kollegen beim Patienten, wenn der Notarzt nicht oder noch nicht vor Ort ist. Ferner muss geprüft werden, wie die Patientenversorgung in den Städten und Kreisen durch diese Technik optimiert werden kann.“Die Einführung des Tele-Notarztes darf von dem Kostenträger des Rettungsdienstes nicht dazu genutzt werden, Einsparungen von Stellen der Notfallversorgung vorzunehmen.
Die DFeuG befürchtet, dass dies schleichend in der Zukunft passieren könnte und dann zu wenig Notärzte verfügbar sind.

Vom NRW-Gesundheitsminister Herrn Karl-Josef Laumann wünscht sich die DFeuG, dass sein Ministerium verstärkt dem Kostenträger auf die Finger schaut und bei fehlenden Notärzten auf den Fahrzeugen sofort einschreitet.

An dem bewährten Rendezvous-System von Rettungswagen und Notarzt muss in Zukunft weiterhin festgehalten werden, zum Wohle der Notfallpatienten.

DFeuG NRW Arbeitsgruppe Rettungsdienst

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

ein Kamerad von uns benötigt unsere Unterstützung!!!

Sicherlich habt ihr von dem Vorfall in Thüringen gehört, bei dem ein Kollege der Feuerwehr Mühlhausen, im Einsatz, fast von einem LKW angefahren wurde. Gegen den LKW Fahrer wurde entsprechend Anzeige erstattet, das Verfahren wird am 04.10.2018 in Mühlhausen/Thüringen verhandelt.

Wir möchten vor Ort ein Zeichen setzen und der Politik zeigen, dass wir mehr als nur Lippenbekenntnisse zu unserem Schutz benötigen!

Unserer Kampagne „Respekt?Ja-Bitte!“ folgend möchten wir vor Ort auf die bestehende Problematik und den ständig abnehmenden Respekt gegenüber Einsatzkräften, publik machen.

Daher rufen wir alle Kolleginnen und Kollegen auf, unseren Kollegen und unsere Kampagne vor Ort zu unterstützen.

Treffpunkt ist am

04.10.2018 um 8:00 Uhr

vor dem Amtsgericht Mühlhausen/Thüringen (Untermarkt gegenüber Sparkasse).

Verhandlungsbeginn ist um 08:30 Uhr.

 

Landesgruppe NRW

Kalender

Keine Veranstaltungen gefunden

Partner NRW

Kontakt NRW

DFeuG
Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
Friedrichstraße 50
D-42655 Solingen

Geschäftszeiten:
Mo.-Fr. 8.30-12.30Uhr
+49 (0)212 - 64 56 48 56
+49 (0)212 - 64 56 48 57
geschaeftsstelle-nrw[at]dfeug.de