Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 14.12.2015 fand die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Hamburg statt. Diesmal   musste auch der Landesvorstand neu gewählt werden. Dieser wurde durch die Wahlen wie folgt besetzt:
•    Landesvorsitzender: Daniel Dahlke
•    Stellv. Vorsitzender: Ulf Grapentien
•    Schriftführer: Marcus Bätge
•    Beisitzer: Jörg Woosmann, John Iburg, Oliver Peth und Dan Junginger

Das Hauptaugenmerk lag wieder auf den Themen, die Euch bewegen und an denen wir für uns alle arbeiten wollen und müssen.

Die größten Themenbereiche waren natürlich der „Feuerkrebs“ und die Erkenntnisse, die wir diesmal mit Wissenschaftlern, Arbeitgebern (AGBF/DST), Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Feuerwehrleuten und Versicherern gewonnen haben. Hier ist klar, dass das Thema schnell, aber auch durchdacht und zielorientiert angegangen werden muss. Die Amtsleitung ist gehalten, eine klare und mit uns abgestimmte Vorgehensweise zu entwickeln.

Weiter wurde festgestellt, dass die momentane Beförderungssituation unerträglich ist. Abgesehen von den Klagen der Mitarbeiter, sind die handwerklichen Fehler, die seitens der Dienststelle begangen wurden, nach wie vor, wie vom Landesvorsitzenden während der Personalversammlung eingefordert, nicht geklärt. Hier steht die Frage von Ansprüchen auf Schadenersatz im Raum.

Neben der Leitstellenproblematik, der AGBF Erfüllungsquote, der Außerdienstnahme des           23HLF2 für die Nachtdienste, der Beschäftigten im Rettungsdienst und einigem mehr, war das Notfallsanitätergesetz ein wichtiges Thema. Hier ganz klar die Aussage: Eine Teilnahme an den Lehrgängen kann momentan nur freiwillig stattfinden und muss monetär vergütet werden.


Der Vorstand

30.11.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bezugnehmend auf Nachfragen von Kolleginnen und Kollegen zur bisher gelebten Verfahrensweise der Feuerwehr in der Betrachtung der Verpflichtung zur Teilnahme an den Ergänzungslehrgängen zum NotSan vertritt der Berufsverband Feuerwehr folgende Meinungen:

1.    Die Feuerwehrbeamtin und der Feuerwehrbeamte sind zu einer Fortbildung (Anpassungsfortbildung) gemäß § 34 und § 35 BeamtStG verpflichtet. Diese Verpflichtung zu einer Fortbildung  beinhaltet Maßnahmen, die für den Erhalt bzw. Verbesserung der Befähigung für den ausgeübten Dienstposten notwendig sind.

2.    Dem gegenüber steht eine zusätzliche Ausbildung (Förderungsfortbildung  bzw. Weiterbildung) in den Ergänzungslehrgängen gemäß § 32 NotSanG mit anschließender staatlicher Prüfung. Diese Ausbildung geht über die Anforderungen des gegenwärtigen Dienstpostens hinaus.
Des Weiteren haben die Feuerwehrbeamtinnen und Feuerwehrbeamten bisher nicht die Möglichkeit, sich durch das zusätzlich erworbene Fachwissen und die erlangten Fachkenntnisse sowie den daraus resultierenden zusätzlichen Kompetenzen auf einem höheren Dienstposten zu bewähren.
Für den Berufsverband Feuerwehr ergibt sich folgendes Fazit:
 
•    Eine zusätzliche Ausbildung kann nicht verpflichtend sein, sondern nur auf freiwilliger Basis stattfinden.
•    Eine zusätzliche Ausbildung (Förderungsfortbildung  bzw. Weiterbildung)  muss vom Dienstherren honoriert werden.


Mit freundlichen Grüßen
Daniel Dahlke  

OVG- Beschluss im Eilverfahren zum Thema: Weisung zur Teilnahme an der Ausbildung zum Notfallsanitäterin bzw. Notfallsanitäter, sowie der Beantragung- und Annahme der Urkunde zum Führen der Berufsbezeichnung der Notfallsanitäterin bzw. des Notfallsanitäters


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir möchten Euch über den aktuellen Sachstand bezüglich der von uns unterstützten gerichtlichen Überprüfung der Rechtmäßigkeit der dienstlichen Weisung, zur Teilnahme an der Ausbildung zum Notfallsanitäter sowie der Beantragung- und Annahme der Urkunde zum Führen der Berufsbezeichnung der Notfallsanitäterin bzw. des Notfallsanitäters, informieren.

Um eine zeitnahe Entscheidung durch das Gericht zu erhalten, wurde ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Hamburg eingereicht, der negativ beschieden wurde. Hiergegen richtete sich eine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg. Mit Beschluss vom 12.04.2018 sah das Gericht hier die Eilbedürftigkeit gegen die Weisung ebenfalls als nicht gegeben an. Eine abschließende Klärung der Angelegenheit ist damit allerdings nicht verbunden, weil im Rahmen eines Eilverfahrens keine tiefergehende Prüfung durch das Gericht erfolgt. Hierzu wäre die gerichtliche Entscheidung in einem Klageverfahren (Hauptsacheverfahren) abzuwarten.

Das Gericht meint, dass der Dienstherr wegen der Änderungen des Hamburgischen Rettungsdiestgesetzes ein überwiegendes und außerdem dringliches Interesse daran habe, die Rettungsassistenten bis zum 01.01.2021 auszubilden, um den Rettungsdienst über diesen Stichtag hinaus ordnungsgemäß erbringen zu können.

Dagegen sei die Teilnahme an den EG1 durch die Fortbildungspflicht der Beamten gedeckt. Dabei solle die Ausbildung nach Auffassung des Gerichts dem Fortkommen innerhalb der eingeschlagenen Laufbahn dienen. Dies erscheint uns durchaus zweifelhaft, da es bis zum jetzigen Zeitpunkt keine solche Möglichkeit gibt!

Offen lässt das Gericht die wesentliche Frage, ob es sich beim Rettungsassistenten im Vergleich zum Notfallsanitäter noch um den gleichen Beruf handelt. Offen bleibt im Übrigen auch, ob diejenigen Rettungssanitäter, die „nur“ aufgrund einer gesetzlichen Übergangsbestimmung zu Rettungsassistenten ernannt wurden, ohne die zweijährige Ausbildung absolviert zu haben, für die
Sicherung eines ordnungsgemäßen Rettungsdienstes mit den gehobenen Anforderungen an den Notfallsanitäter genügen.

Eine Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht zur grundsätzlichen Überprüfung der aktuellen Verfahrensweise wird gerade vorbereitet. Diese könnte nach unserer Auffassung neben den individuellen Verfahren gegen die Weisungen eine Klärung auf übergeordneter Ebene herbeiführen.

Um die Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde aber zu erhöhen, ist es vorteilhaft, möglichst unterschiedliche Konstellationen zu Gericht zu bringen. Insofern wären wir dankbar, wenn sich Kolleginnen und Kollegen bei uns melden, die an einer entsprechenden Klage teilnehmen würden.

Fazit: Beim dem eingereichten und abgelehnten Eilantrag wurde die Eilbedürftigkeit durch das Gericht nicht gesehen. Sprich in der Hauptsache und somit inhaltlich, hat das Gericht NICHT abschließend entschieden, sodass dieses noch abzuwarten sein wird.

Für die Beamten ist es insofern weiter angezeigt, möglichst schnell gegen die Weisungen gem. § 36 Abs. 2 Satz 1 Beamtenstatusgesetz zu remonstrieren, zu widersprechen und gegebenenfalls gerichtlichen Rechtsschutz, ggf. auch noch nach Abschluss der Lehrgänge, einzuholen.

Für den Vorstand

Daniel Dahlke

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