Gaffer bei einer Auseinandersetzung mit mehreren Feuerwehrleuten und Polizisten. © dpa Picture Alliance Fotograf: Theo Bick

NDR 2 Spezial - Das Thema

Helfer in Not - woher kommt die Aggression gegen Einsatzkräfte?

Donnerstag, 04. Januar 2018, 19:00 bis 20:00 Uhr

 

Auch in der Silvesternacht sind Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten wieder beleidigt, bedroht und angegriffen worden. Eine Entwicklung, die Experten und Politiker mit Sorge sehen.

Woher kommt diese Aggression gegen Menschen, die nur helfen wollen? Was erleben Einsatzkräfte und wie werden sie damit fertig? Und was hilft gegen diese zunehmende Verrohung? Betroffene berichten, Experten und Politiker versuchen Antworten zu geben.

Quelle: NDR

www.ndr.de

 

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DFeuG RespektDie Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) verurteilt die deutschlandweiten Übergriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen von Feuerwehr und Rettungsdienst auf das Schärfste!
Solch ein Verhalten ist absolut nicht zu tolerieren, wir erwarten von der Justiz, diese gewalttätigen Personen mit der vollen Härte unserer Gesetze zu bestrafen.

Zu besonders schweren Übergriffen kam es in Berlin und Leipzig!

In Berlin wurden 8 x Einsatzkräfte angegriffen dabei 1 x mit Schusswaffen sowie 57 Einsatzfahrzeuge attackiert wobei erheblicher Sachschaden entstand. Auch in Leipzig Connewitz wurden Einsatzkräfte massiv angegriffen, die Feuerwehr konnte aus Sicherheitsgründen Brände nicht löschen, dies geschah dann mit Wasserwerfern der Polizei.

Unsere Rettungskräfte sind da um Menschen zu helfen, sie bei Ausübung ihres Jobs zu behindern oder gar zu bedrohen muss konsequent durch die Justiz verfolgt werden.

Von der Politik erwarten wir hierzu nicht mehr nur Lippenbekenntnisse, sondern endlich Taten. Nicht ein höherer Strafenkatalog muss hier das Ziel sein, sondern die geradlinige Strafverfolgung durch unsere Gerichte. Es schreckt keinen Straftäter ab, wenn sein Verhalten von überlasteten Gerichten anschließend als Bagatellfall abgehandelt wird. Solche Ergebnisse werden von unseren Rettungskräften immer wieder mit Unverständnis zur Kenntnis genommen und führt zu einer enormen Dunkelziffer, da viele Kolleginnen und Kollegen respektlose Handlungen im Einsatz, aus Resignation, gar nicht mehr melden.

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Die Vorsitzenden des Berufsverband Feuerwehr e.V. (BvFw), Landesverband Hamburg, Daniel Dahlke und der Personalratsvorsitzende der Feuerwehr Olaf Reichelt, haben sich heute mit dem Innensenator Andy Grote zum ersten Informations- und Meinungsaustausch in der Innenbehörde getroffen.

Ein Themenschwerpunkt des Treffens lag aufgrund der aktuellen Berichterstattung über Angriffe auf Rettungsdienstmitarbeiter bei den möglichen Maßnahmen, die seitens der Innenbehörde getroffen werden müssen, um die Situation zu entschärfen.

Der Landesvorsitzende des Berufsverband Feuerwehr, Daniel Dahlke, ergänzte seine grundsätzliche Forderung nach mehr Personal, damit eine dringend benötigte Aus- und Fortbildung im Bereich Deeskalation und Selbstverteidigung überhaupt adäquat durchgeführt werden kann. Weiter unterstrich Dahlke seine Forderung nach Stich- und Schlagschutzwesten. Flankiert werden müssen diese Maßnahmen von einer von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern akzeptierten Datenerfassung.
Der Einstellung von Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft bei Straftaten gegen Feuerwehrbedienstete aufgrund fehlender öffentlicher Interessen erteilte Dahlke eine klare Absage.

Weiterer Themenschwerpunkt war die Vertragssituation der Beschäftigten im Rettungsdienst. Immer wieder befristete Arbeitsverträge stellen keinen wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten im Rettungsdienst dar, die einen unverzichtbaren Beitrag im Rettungsdienst leisten. Hier unterstützt der BvFw die Forderung des Personalrats der Feuerwehr Hamburg, die Arbeitsverträge nach zwei Jahren zu entfristen. Die aktuell gelebte Praxis von „Kettenverträgen“ wird aus Sicht des Berufsverbandes einer SPD-geführten Innenbehörde nicht gerecht.

Die Qualifizierungsmaßnahmen der Kolleginnen und Kollegen mit anschließender staatlicher Prüfung für den neuen Beruf Notfallsanitäterin / Notfallsanitäter wurden als weiterer Punkt sehr intensiv besprochen. Der Berufsverband Feuerwehr unterstützt die Erwartung der Kolleginnen und Kollegen, dass es ein Mehr an Qualität, Verantwortung und Kompetenzen nicht zum Nulltarif gibt.

Eine Zulage von 200 Euro/Monat sieht der BvFw als angebracht und gerechtfertigt. Unabhängig von dieser Zulage ist die Vergütung von Nacht- und Wochenendarbeit, die momentan zwischen 77 Cent und 3,19 Euro liegt, auf 5 Euro anzuheben.

Der schlechten strukturellen Aufstellung der Feuerwehr Hamburg möchte der Senator durch die Erhöhung der Ausbildungsoffensive auf 100 Plus und den Bau der Portalwachen und der Feuerwache Schnelsen begegnen.
Diese Vorgehensweise begrüßt der BvFw, da sich hierdurch die Personalsituation und die Erfüllungsquote nach AGBF verbessern werden!

Die Thematik „Feuerkrebs“ sowie Maßnahmen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz werden ein Hauptthema für das nächste Treffen sein.

Zum Fazit des ersten Treffens sagt der Landesvorsitzende Daniel Dahlke:
„Für den Berufsverband Feuerwehr ist deutlich zu erkennen, dass Innensenator Andy Grote den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg weiter verfolgt, um die Feuerwehr Hamburg zu entwickeln“.

Der Landesvorstand

und Antwort des Senats

- Drucksache 21/2538 -

Betr.:    Qualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungen zum Notfallsanitäter

Die Feuerwehr Hamburg plant, bis zum Jahr 2021 insgesamt circa 1.060 Mitarbeiter zu Notfallsanitätern ausgebildet oder nachqualifiziert zu haben. Davon sollen circa 120 aus Absolventen der Vollausbildung gewonnen werden. Qualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungen nach § 32 NotSanG der Feuerwehr wurden und werden durchgeführt beziehungsweise sind geplant. Wer als Rettungsassistent zum 1. Januar 2014 mindestens fünf Jahre als Rettungsassistent tätig war, darf sofort die staatliche Prüfung machen. Wer als Rettungsassistent mindestens drei Jahre als Rettungsassistent tätig war, muss nach § 32 NotSanG an einer 480-stündigen Ausbildung teilnehmen, wer weniger als drei Jahre als Rettungsassistent gearbeitet hat, muss nach § 32 NotSanG einer Ausbildung im Umfang von 960 Stunden absolvieren.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1.    Wie viele Personen befinden sich jeweils seit wann in der Ausbildung zum Notfallsanitäter?

Seit dem 3. August 2015 befinden sich 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der ersten Ausbildungsklasse des ersten, dreijährigen Notfallsanitäterlehrgangs.


2.    Wie viele staatliche Prüfungen wurden auf der Grundlage des NotSanG bereits abgelegt und wie hoch war die jeweilige Bestehensquote?

Mit Stand 10. Dezember 2015 wurden 175 staatliche Ergänzungsprüfungen abgelegt. Die Bestehensquote betrug 90,29 %.


3.    Wie viele 960-stündige Ausbildungen mit jeweils wie vielen Teilnehmern wurden bislang durchgeführt?

Keine. Der erste entsprechende Ergänzungslehrgang mit 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird derzeit durchgeführt.


4.    Wie viele 480-stündige Ausbildungen mit jeweils wie vielen Teilnehmern wurden bislang durchgeführt?

Es wurden bis jetzt zwei entsprechende Ergänzungslehrgänge mit insgesamt 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt.


5.    Wie viele 160-stündige Vorbereitungslehrgänge mit jeweils wie vielen Teilnehmern wurden bislang durchgeführt?

Insgesamt wurden bisher fünf Vorbereitungslehrgänge mit insgesamt 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt, ein sechster mit 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern läuft derzeit.
6.    Handelt es sich bei den Ausbildungen nach § 32 NotSanG und bei den Vorbereitungslehrgängen mit 160 Stunden um eine Anpassungsfortbildung oder um eine weitere Ausbildung (Förderungsfort- bzw. Weiterbildung)? Bitte begründen.

Die Ausbildungsmaßnahmen nach § 32 NotSanG („Übergangsvorschriften“) dienen der Angleichung von Kenntnissen und Fertigkeiten an die Anforderungen des weiterentwickelten Berufsbildes Notfallsanitäter.


7.    Ist die Teilnahme an einer Ausbildung nach § 32 NotSanG und an einem Vorbereitungslehrgang mit 160 Stunden freiwillig? Wenn nein, warum nicht?

Die Teilnahme erfolgt bisher auf freiwilliger Basis. Zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit des Rettungsdienstes wäre auch eine Verpflichtung zur Teilnahme an notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen zulässig.


8.    Wird die Teilnahme an einer Ausbildung nach § 32 NotSanG und einem Vorbereitungslehrgang mit 160 Stunden vergütet? Wenn ja, wie, wenn nein, warum nicht?
9.    Wie werden die finanziellen Nachteile durch Wegfall des DuZ, Fahrtkosten, Betreuungskosten für Kinder usw. für die Dauer der bis zu sechsmonatigen Ausbildung kompensiert?

Die Qualifizierung der vorhandenen Beschäftigten erfolgt unter Fortzahlung der Bezüge bzw. des Gehaltes. Davon ausgenommen sind Erschwerniszulagen, wie z.B. die Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten. Diese dürfen ohne Vorliegen des entsprechenden Erschwernisses nicht gewährt werden.


10.    Welche monetären und anderen Anreize wurden für die Mitarbeiter geschaffen?

Die Teilnahme erfolgt für die Beschäftigten kostenfrei und während der Dienstzeit, siehe auch Antwort zu 9. Die damit verbundene Weiterqualifizierung ist erforderlich für die dienstliche Einsetzbarkeit und eröffnet die Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung, z.B zum Praxisanleiter. Zusätzliche monetäre Anreize sind rechtlich nicht vorgesehen.


11.    Zählen die o.g. Ausbildungen oder Vorbereitungslehrgänge in die Kontingente der zentralen Aus- und Fortbildung?

Nein.


12.    Welche Auswirkungen auf den Mitarbeiter haben ein zweimaliges Nichtbestehen oder die Nichtteilnahme beamtenrechtlich oder im Karriereverlauf? Bitte begründen.

Die zukünftigen Berufswege und Beförderungsverläufe werden noch entwickelt, so dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließenden Auswirkungen benannt werden können.

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