Wer eine private Berufs- bzw. Dienstunfähigkeits-Versicherung abgeschlossen hat, der sollte auch das klein gedruckte im Vertragstext beachten.

Viele Versicherer haben darin festgeschrieben, dass Leistungen bereits dann erbracht werden, wenn„nur“ eine längere Dienstunfähigkeit aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung vorliegt.

Auch bei vorzeitigem Ruhestand aufgrund krankheitsbedingter Berufs- bzw. Dienstunfähigkeit sollte man frühzeitig den Versicherer einschalten. Leistungen werden oftmals nicht erst dann erbracht, wenn das aktive Dienstverhältnis beendet ist, sondern bereits rückwirkend zum Zeitpunkt des Eintrittes der Erkrankung bzw. Verletzung.

In zwei konkreten Fällen konnten wir für Kollegen folgendes erreichen:

Weiterlesen: AG Gesundheit informiert! - BU / DU leistet bereits bei längerer Erkrankung

Im Rahmen einer Expertenrunde lud Innensenator Andreas Geisel (SPD) am 16.04.2018Personalräte und Gewerkschaftsvertreter in die Klosterstraße, um gemeinsam über eine Entlastung der Arbeitssituation bei der Berliner Feuerwehr zu beraten. Wenngleich es am Ende zu keiner unterschriebenen Regelung kam, gingen Geisel und Karsten Göwecke, der ständige Vertreter des Landesbranddirektors, auf die Forderungen von DFeuG, ver.di sowie der GdP ein und sicherten wesentliche Verbesserungen zu. Für weitere Schritte ist ein Gespräch mit dem Finanzsenator von Nöten.

Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 44 Stunden

„Wir haben die klare Zusage, dass wir die 44-Stunden-Arbeitswoche faktisch zum 1. Mai einführen, spätestens zum 1. Juni einen tragfähigen Entwurf zu einer Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 48 auf 44 Stunden vorgelegt bekommen und dies dann schnellstmöglich, aber spätestens zum 1. September umgesetzt werden soll. In der Übergangszeit werden die Kolleginnen und Kollegen dennoch 48 Stunden arbeiten, die vier geleisteten Überstunden aber rückwirkend zum 1. Mai ausgezahlt", so Michael Schombel, Feuerwehr-Bezirksgruppenvorsitzender der GdP. Alle drei beteiligten Gewerkschaften waren sich einig, dass eine Rückkehr zum alten 24-Stunden-Dienst beim Blick auf den Personalkörper nicht machbar ist und die Reduzierung auf 44 Stunden zur besseren Planung eines 12-Stunden-Dienstes, die nicht mehr tragbare Arbeitsbelastung sowie beim Blick auf den hohen Krankenstand von über 20 Prozent absolut notwendig sei.

Geisel zeigt Bereitschaft – Alle Überstunden sollen zu 100 % ausgezahlt werden

Ein zentraler Aspekt der heutigen Gespräche war auch die Auszahlung aller bis hierhin angehäuften Überstunden, die man ab 1. Mai angehen möchte. Streitpunkt war die Höhe der zu bezahlenden Beträge. „Der Innensenator hat uns zugesichert, dass er uns auf dem Weg zu einer einhundertprozentigen Auszahlung unterstützt und es nicht am Geld scheitern kann. Der Senat kann aus unserer Sicht einen entsprechenden Beschluss fassen, wenn sie durch die Kolleginnen und Kollegen nicht mit Freizeit abgegolten werden können", so Roland Tremper, kommissarischer Landesbezirksfachbereichsleiter bei ver.di. Geisel und die Vertreter der zuständigen Fachbereiche machten deutlich, dass diese Möglichkeit juristisch geprüft und dann dem Senat ein derartiger Beschluss vorgelegt wird.


Keine Einigung bei der Feuerwehrzulage und Eingruppierung der Notfallsanitäter
Bei der Forderung einer Erhöhung der Feuerwehrzulage auf 200 Euro sowie diese zu dynamisieren und ruhegehaltsfähig zu machen, bestand großer Dissens zwischen den Gesprächspartnern. Micha Quäker, Vorstandsmitglied der DFeuG: „Die vorgeschlagene Erhöhung um gut sechs Euro würden die Kolleginnen und Kollegen zu recht sofort in die brennende Tonne vorm Roten Rathaus werfen. Wir können gern über die Höhe sprechen. Die Ruhegehaltsfähigkeit aber ist eine Notwendigkeit, bei der uns ziemlich egal ist, ob der Finanzsenator davon überzeugt ist oder nicht." Ähnlich wie bei der geforderten tariflichen Eingruppierung der Notfallsanitäter verwies der Innensenator an den Finanzsenator. „Wir gehen mit zwei guten Zusagen aus diesem ersten Gespräch heraus. Der Innensenator aber sollte wissen, dass er bei seinem Parteigenossen im Finanzressort noch deutlicher Druck machen muss. Wir erwarten innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Gespräch mit Matthias Kollatz-Ahnen, um über die wesentlichen Punkte zu verhandeln. Berlins Kassen sind voll, die Bürgerinnen und Bürger verdienen es, dass ihre Steuern spürbar in die innere Sicherheit und nicht nur in Abgeordnetendiäten investiert werden", so die drei Gewerkschaftsvorstände abschließend. Die Gesprächspartner vereinbarten, zukünftig zweimal im Jahr zusammenzukommen.

Wieso halten die Kollegen der Berliner Feuerwehr in ihrer Freizeit eine Mahnwache ab? Wir möchten Ihnen kurz unsere Forderungen erklären:

Absenkung der Wochenarbeitszeit von derzeit 48 Stunden auf 44 Stunden

Der Senat von Berlin hat im Januar 2008 eine Arbeitszeitverordnung für die Feuerwehr erlassen. Dort wird geregelt, dass wir Feuerwehrleute bis zu 48 Stunden in der Wochen arbeiten dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass innerhalb der 48 Stunden mindestens 19 Stunden Bereitschaftszeit gewährt werden. Aufgrund der massiv gestiegenen Einsatzzahlen, können diese 19 Stunden nicht sichergestellt werden. Damit verstoßen die Verantwortlichen der Senatsverwaltung für Inneres und Sport täglich gegen die Verordnungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Wir fordern den Berliner Senat auf, sich an ihre eigenen Gesetze und Verordnungen zu halten und die Arbeitszeit entsprechend der Belastung auf 44-Stunden in der Woche abzusenken. Die erheblich gestiegene Belastung macht die Kollegen der Berliner Feuerwehr krank. Eine Absenkung der Wochenarbeitszeit würde eine spürbare Entlastung herbeiführen! Ein müder Feuerwehrmann kann der Berliner Bevölkerung nicht adäquat helfen.

Auszahlung der geleisteten Überstunden 1:1

In den letzten Jahren haben alle Kollegen der Berliner Feuerwehr erhebliche Überstunden geleistet. Bis zu 200.000 Überstunden wurden jedes Jahr erbracht. Wenn sich die Kollegen die Überstunden auszahlen lassen wollen, so erhalten Sie diese nicht zu 100% vergütet. So werden z.B. 12 Stunden vom Überstundenkonto abgezogen, aber nur 9,625 Stunden dafür gezahlt. Diese Ungerechtigkeit muss aufhören.

Wir fordern: Volle Arbeitszeit = Volles Geld

Bessere Eingruppierungen der Tarifbeschäftigten

Sowohl im Rettungsdienst als auch in der Feuerwehrleitstelle haben wir unbesetzte Stellen. Diese könnten mit tarifbeschäftigte Kollegen besetzt werden. Leider kommt die Berliner Feuerwehr dabei in einen massiven Konkurrenzkampf mit dem Berliner Umland. Das liegt daran, dass Berlin zum Tarifgebiet des TV-L gehört, und fast der gesamte Rest von Deutschland zum Gebiet des TV öD. In beiden Tarifgebieten werden z.B. die dringend benötigten Notfallsanitäter unterschiedlich bezahlt. In Berlin verdient ein Notfallsanitäter ca. 2.500 EUR brutto. Geht dieser in das Berliner Umland verdient er dann 2.900 EUR brutto. In der Leitstelle ist der Unterschied noch größer. Dort beträgt der Unterschied zwischen Berlin und Umland knapp 800 EUR im Monat.

Wir fordern den Finanzsenator auf hier eine außertarifliche Regelung zu treffen, damit die Berliner Feuerwehr die offenen Stellen besetzen kann. Aktuell können wir mit dem Umland nicht mithalten. Auf unsere letzten Stellenausschreibungen für frei und besetzbare Stellen gab es keine Bewerber.

Zügige Erneuerung des Fuhrparks

Über die Hälfte der Löschfahrzeuge haben ihre Nutzungsdauer überschritten und sind älter als 14 Jahre. Von über 60% der Einsatzahrzeuge gehen erhebliche Gesundheitsgefahren für die Einsatzkräfte aus, da sie nicht dem neuesten Stand der Abgasrichtlinien entsprechen. Das gilt natürlich auch für die Bürger dieser Stadt, da die Fahrzeuge oftmals stundenlang mit laufendem Motor an den Einsatzstellen stehen. Ein Großteil der Fahrzeuge würde offiziell nicht mal die „Grüne Plakette" erhalten.

Um die Mangelwirtschaft der letzten Jahre umzukehren, sind jährlich Gesamtinvestitionen (für eine Zeitdauer von 5 Jahren) von ca. 50 Mio. € nötig. Wir fordern den Berliner Senat auf, hier entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Anpassung der Besoldung an den Bundesdurchschnitt

Über viele Jahre hinweg haben die Berliner Beamten zur Konsolidierung der maroden Finanzen Berlins beigetragen. Seitens der Politik gibt es einen Maßnahmenplan, um die Besoldung auf Bundesniveau anzuheben. Allerdings ist dieser Plan zu langfristig. Genau wie im Tarifbereich können wir mit anderen Bundesländern im Bereich der Besoldung nicht mithalten. Das macht es für viele uninteressant in Berlin zu arbeiten. Unter diesen Voraussetzungen ist es der Berliner Feuerwehr schier unmöglich, die offenen Stellen zu besetzen.

Wir fordern den Berliner Senat auf, hier zügig Abhilfe zu schaffen. Zum einen sind es die Beamten Berlins wert und zum anderen steigert es die Attraktivität Berlins als Arbeitgeber.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,


ab Montag, den 26.03.18 wird es für eine Woche eine Mahnwache „Feuertonne“ geben!

Direkt vor dem Roten Rathaus unter dem Motto

„BERLIN BRENNT“

Die Veranstaltung wurde durch Ver.di initiiert und die DFeuG beteiligt sich wie vorgeschlagen. Unsere Forderungen lauten wie folgt:

  1. 1. Absenkung der Wochenarbeitszeit
  2. 2. Auszahlung der geleisteten Überstunden 1:1
  3. 3. Beförderungssituation verbessern
  4. 4. Bessere Eingruppierungen der Tarifbeschäftigten

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft

V.i.S.d.P. Öffentlichkeitsarbeit - Berlin/Brandenburg - Berlin, den 23.03.2018

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Kriminologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben im Jahr 2017 Rettungskräfte in NRW zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Der Abschlussbericht zu der Studie wurde jetzt vorgestellt.
Der Studie zufolge wurden 92 Prozent der Rettungskräfte wie Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten im zurückliegenden Jahr im Dienst angepöbelt, 26 Prozent wurden Opfer körperlicher Übergriffe. Die Forscher plädieren dafür, die Rettungskräfte in Aus- und Fortbildung besser auf kritische Konfliktsituationen vorzubereiten.

Prof. Dr. Thomas Feltes und Marvin Weigert vom Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft der RUB hatten 4.500 Rettungskräfte aus Nordrhein-Westfalen befragt.

Weiterlesen: AG Gesundheit informiert! - Studie in NRW Gewalt gegen Rettungskräfte

Gruendung LG SHNeue Landesgruppe Schleswig – Holstein gegründet!

Mit der Gründung einer Landesgruppe der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft in Schleswig-Holstein am 30. Januar 2018, hat die DFeuG einen weiteren Baustein auf dem Weg zur mitgliederstärksten Gewerkschaft für die hauptamtlich Beschäftigten bei den deutschen Feuerwehren gelegt.

„So fügt sich ein Puzzleteil zum Nächsten“ beschreibt der Bundesvorsitzende Ingo Schäfer diese Entwicklung, und „begrüßt die Kollegen aus Schleswig-Holstein auf das Herzlichste in unserer Gemeinschaft“. Mit der Keimzelle in Brunsbüttel sind nun auch die Weichen für die Verschmelzung mit dem Berufsverband Feuerwehr derart gestellt, dass sich die Kollegen im Norden durchaus wieder finden können.

Wir wünschen dem neu gewählten Vorstand in Schleswig-Holstein viel Erfolg und eine glückliche Hand!

 

Foto: Neuer LG Vorstand J. Möllmann, F. Seide in Abwesenheit, C. Gaulke, D, Lüttge, S. Stoltenberg, H. Mehlig, mit Vertretern des geschäftsführenden Vorstandes D. Dahlke und D. Schütz

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