Sehr geehrte Damen und Herren, 

eine Schlagzeile aus Berlin lässt uns alle aufhorchen und stimmt uns traurig und zornig zugleich: 

„Angriffe auf Rettungskräfte! 

 

Silvester- Bilanz der Berliner Feuerwehr. Wir sind entsetzt!“ B.Z. vom 01.01.20 

Jedes Jahr stehen Menschen zum Helfen bereit, damit Silvester gefeiert werden kann und Schäden möglichst gering ausfallen. Kolleginnen und Kollegen der Rettungsdienste und Feuerwehren sind an diesem Tag im Dienst und helfen wo und so schnell es geht. 

Die Feuerwehr Berlin berichtet, dass in den 11 Stunden der Silvesternacht rund 1.500 Mal geholfen wurde. Damit dies gelingen konnte sind fast 1.000 zusätzliche Einsatzkräfte in den Dienst gegangen. Es waren in dieser Nacht, im Bereich der Feuerwehr, auch rund 600 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt. 

Was macht uns traurig, zornig und entsetzt? 

Diese Einsatzkräfte wurden in den 11 Stunden 24 Mal angegriffen.

D.h. zwei Mal pro Stunde gab es, allein in Berlin, Angriffe auf Einsatzkräfte der Feuerwehr. 

In der Vergangenheit wurden Berichte über Vorfälle dieser Art oft als bedauerliche Einzelfälle abgetan.

Mit diesem offenen Umgang, den die Feuerwehr Berlin hier an den Tag legt, wird nun gezeigt, dass es bedauerlich ist, aber für unsere Kolleginnen und Kollegen sehr real! 

Eine solche Einsatzstatistik gibt den Vorfällen ein Gesicht. 

Danke, dass ihr geholfen habt und danke, dass ihr es auch in Zukunft macht! 

Danke auch an die Leitung der Feuerwehr Berlin, dass es mit dieser Einsatzstatistik gelungen ist, die Problematik darzustellen. 

Es muss jetzt ein Umdenken stattfinden. Entscheidungsträger müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Umgang mit Angriffen auf Einsatzkräfte ein anderer wird. 

Solche unsäglichen Taten müssen angeprangert und bestmöglich verfolgt werden. Hilfen für die Kolleginnen und Kollegen müssen einfach und schnell erfolgen. 

Den Einsatzkräften muss gezeigt werden, dass sie nicht alleine sind. 

Es ist nicht hilfreich, wenn Offizianten das Thema herabspielen und auf ein verklärtes Berufsethos verweisen: 

Frank Knödler, der Chef der Stuttgarter Feuerwehr und Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, sagt ebenfalls: Gewalt gegen Feuerwehrleute komme nur in Einzelfällen vor und habe als „Thema keine große Bedeutung“. Ob dies in anderen Bundesländern anders sei, könne er nicht bewerten. Frank Knödler gibt sich selbstbewusst: „Im Zweifelsfall wissen wir Feuerwehrleute uns schon zu helfen.“ 

 

Stuttgarter Zeitung, vom 30.11.2018 

Herr Knödler was würden Sie machen, wenn Ihr Einsatzfahrzeug mit Böllern und Steinen beworfen und gleichzeitig ein Versuch gestartet wird, die Türen zu öffnen, damit man die Insassen (Sie!) beschießen kann? Sie waren Feuerwehrmann und können uns das sicher erklären. 

Es müssen jetzt Analysen, Konzepte, Vorbereitungen und Hilfsangebote erfolgen und kein „Lächerlich machen“. Und wir brauchen das alles schnell und bundesweit!

Es gibt auch 2020 wieder Karneval, einen 1. Mai, Silvester und andere brisante Einsatztage für die Kolleginnen und Kollegen, in allen Bundesländern, Städten und Orten. 

Feuerwehr und Rettungsdienst stehen für Hilfe. Immer dann wenn sie gebraucht werden. Jeden Tag und jede Nacht! 

Respekt? – Ja, Bitte! 

 

Mit freundlichen Grüßen 

Siegfried Maier 

Bundesvorsitzender 

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft 

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